Demonstranten protestieren in Lille gegen die geplante Rentenreform. Foto: Michel Spingler/AP/dpa

Demonstranten protestieren in Lille gegen die geplante Rentenreform. Foto: Michel Spingler/AP/dpa

Paris 11.12.2019 Von Deutsche Presse-Agentur

Frankreichs Premier macht deutliche Zugeständnisse bei Rente

Nach massiven Protesten und Streiks hat die französische Mitte-Regierung deutliche Zugeständnisse bei der geplanten Rentenreform gemacht.

Es wird zwar an den Kernpunkten der Reform festgehalten, allerdings gibt es lange Übergangsfristen. Premierminister Édouard Philippe sprach am Mittwoch bei der Vorstellung der Pläne von einer „sehr schrittweisen“ Einführung. So soll grundsätzlich der erste Jahrgang, der von dem neuen System betroffen sein wird, der Geburtsjahrgang 1975 sein. Das sind also Beschäftigte, die heute in großer Mehrheit 44 Jahre alt sind. Bisher war bekannt geworden, dass die Reform für Beschäftigte vom Jahrgang 1963 an gelten soll. Es handelt sich damit um eine bedeutende Verschiebung. Gegen die Rentenreform wird in Frankreich seit rund einer Woche massiv gestreikt und protestiert. Erst am Dienstag waren wieder Hunderttausende auf die Straße gegangen. Mit der Reform wollen Staatspräsident Emmanuel Macron und die Mitte-Regierung die Zersplitterung in 42 Renten-Einzelsysteme beenden und Menschen auch dazu bringen, länger zu arbeiten. Premier Philippe bestätigte, dass ein einheitliches System eingeführt werden soll. „Die Zeit für ein universelles System ist gekommen, die Zeit der Sondersysteme endet“, sagte er. „Wir alle wissen, dass unsere Kinder im Durchschnitt weniger durchgehende Karrieren haben werden als wir, dass die berufliche Mobilität heute stärker ist als in der Vergangenheit. Unser Rentensystem muss das zulassen.“ Am gesetzlichen Renteneintrittsalter will die Regierung wie erwartet festhalten - es liegt in Frankreich bei 62 Jahren. Allerdings dringt die Regierung darauf, dass die Menschen „ein bisschen“ länger arbeiten. Philippe bestätigte außerdem die Einführung eines Punktesystems und einer Mindestrente von 1000 Euro pro Monat für alle mit einer kompletten Berufslaufbahn. „Die Frauen sind die großen Gewinnerinnen des universellen Systems“, so Philippe. Auch Geringverdiener sollen deutlich besser gestellt werden. „Ich stehe voll und ganz hinter dieser Reform, weil ich sie für gerecht halte“, betonte der Premier. Die Vorschläge würden rechtfertigen, dass der Streik aufhören muss.

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Erstellt:
11. Dezember 2019, 14:11 Uhr
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