Spargel-Chef Fritz Bormann.

Spargel-Chef Fritz Bormann.

Nienburg 14.05.2016 Von Edda Hagebölling

Spargelernte 2016: Jetzt läuft‘s gut

Schaltjahr ist Kaltjahr: Spargel-Chef Fritz Bormann bescheinigt schweren Start, ist jetzt aber sehr zufrieden

Von Edda Hagebölling

Nienburg. „Ist es nicht irgendwie beruhigend, dass immer noch die Natur bestimmt, wo‘s langgeht?“ Fritz Bormann, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Nienburger Spargel, war gerade auf dem Wochenmarkt, als die HamS von ihm wissen wollte, wie es denn aktuell bestellt ist um die Spargelernte 2016.

Los gegangen ist es in diesem Jahr ungewöhnlich spät mit der Spargelernte. „Eigentlich ist es Mitte April zumindest ein paar Tage schon so warm, dass das Wachstum in Gang kommt, so Bormann. „Aber Schaltjahr ist Kaltjahr. Das hat sich wieder einmal bestätigt“, so der Landwirt aus Rohrsen. Und ergänzt: „Wenn die Stange sonst im April sieben bis acht Zentimeter am Tag gewachsen ist, war es in diesem Jahr – trotz Folie – allenfalls ein Zentimeter.“ Und das wiederum wirkte sich auf die Qualität aus. Der Spargel war zunächst nicht so zart.

Doch jetzt ist alles gut. Die Wärme sorgt dafür, dass alle Kundenwünsche erfüllt werden können. „Das ist jetzt zu Pfingsten natürlich besonders wichtig“, so Bormann. Angst vor Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie hat der Spargelexperte nicht. „Ich glaube nicht, dass die Eisheiligen zu einem Ernteeinbruch führen werden“, ist sich der Landwirt sicher.

Der Preis für das Edelgemüse entspricht in etwa dem des Vorjahres. Nicht zuletzt wegen der Einführung des Mindestlohns. „Das Kilo 1. Sorte müsste um die acht Euro kosten“, betont der Spargel-Experte.

Dass auch immer mehr Privatkunden bereits geschälten Spargel haben möchten, bereitet mittlerweile keine Probleme mehr. Vorbei sind die Zeiten, in denen Frauen aus dem Dorf für die Großkunden aus Hotelerie und Gastronomie jeden Tag zentnerweise Spargel geschält haben, weil die Maschinen nicht sauber genug arbeiteten. „Die Spargelschälmaschinen arbeiten mittlerweile hundertprozentig“, so Bormann.

Gestochen wird der Spargel, der im Landkreis Nienburg auf einer Fläche von rund 1000 Hektar angebaut wird, nach wie vor von Saisonarbeitskräften aus Polen. Vereinzelt seien aber auch Männer und Frauen aus Rumänien oder Bulgarien im Einsatz.

„Wir Spargelanbauer sind darauf angewiesen, dass vernünftige Leute zu uns kommen, darum ist es auch wichtig, dass sie bei uns vernünftige Bedingungen vorfinden“, macht Bormann deutlich. Zu ihm nach Rohrsen kommt schon seit vielen Jahren immer der gleiche Stamm.π

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Erstellt:
14. Mai 2016, 21:00 Uhr
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