Rolf Wessely zählt zu den Spendern, die sich regelmäßig Blut abnehmen lassen. Foto: Schiebe

Rolf Wessely zählt zu den Spendern, die sich regelmäßig Blut abnehmen lassen. Foto: Schiebe

Lemke 18.03.2020 Von Sebastian Schwake

Spenden kostbarer denn je

DRK arbeitet mit Hochdruck an Blutspendeterminen: Freitag in Lemke

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) schlägt Alarm. Der Vorrat an Blutkonserven wird weniger. „Blutspenden werden mehr gebraucht denn je“, sagt Oliver Ziebolz. Er ist der für den Landkreis Nienburg zuständige Gebietsreferent des Blutspendedienstes des DRK. In Niedersachsen könnte sogar eine Versorgungslücke entstehen, wenn die Spendenbereitschaft weiter und längerfristig nachlässt.

Im Landkreis Nienburg hat Ziebolz derzeit alle Hände voll zu tun, damit möglichst viele Blutspendetermine auch in von den Kommunen wegen des Virus gesperrten öffentlichen Gebäuden wie Schulen stattfinden. In der Grundschule Lemke gibt es an diesem Freitag von 16 bis 20 Uhr einen öffentlichen Blutspendetermin, der ausgerichtet wird vom DRK-Ortsverein Lemke-Oyle. Die Samtgemeinde hat für den Termin eine Ausnahmegenehmigung erteilt, damit der Ortsverein den Blutspendetermin ausrichten kann. Neben dem Blutspendedienst werden auch Helfer des örtlichen DRK dabei sein. Aber weniger als sonst, eingeschränkt werde der Imbiss, besondere Hygienemaßnahmen greifen.

Viele Blutspendetermine von Firmen seien bereits abgesagt worden. „Das können wir noch mit den öffentlichen Terminen auffangen“, sagt Ziebolz, der pausenlos telefoniert, damit öffentliche Termine wie in Nienburg in einem Schnellrestaurant Anfang April nicht doch noch abgesagt werden müssen.

„Wir wollen die geplanten öffentlichen Termine stattfinden lassen. Dafür gibt es vom Gesundheitsministerium die Zusage, dass wir auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen nutzen dürfen“, sagt der Gebietsreferent. Auch die Behörden seien für das Thema Blutspenden und Blutversorgung sensibilisiert. Ziebolz appelliert an die Bevölkerung im Landkreis Nienburg, zu den öffentlichen Terminen zu kommen und Blut zu spenden. „Wir brauchen jeden Tag Blutspenden. Krebskranke Menschen können nicht vier Wochen auf Blut warten. Dafür bleibt keine Zeit“, sagt er.

Wir wollen die geplanten öffentlichen Termine stattfinden lassen. Dafür gibt es vom Gesundheitsministerium die Zusage, dass wir auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen nutzen dürfen.

Oliver Ziebolz, Gebietsreferet des Blutspendedienst des DRK

Die Blutpräparate haben zum Teil eine Haltbarkeit von vier Tagen. Daher könnten nur bedingt Lagerbestände aufgebaut werden. „Die Spendenbereitschaft ist leicht rückläufig. Auch wenn in der weiteren dynamischen Entwicklung um das Coronavirus in den Kliniken geplante Operationen verschoben werden, werden Blutpräparate zur Versorgung von Patienten in akuten Notsituationen und chronisch Erkrankter weiterhin dringend benötigt“, sagt auch Markus Baulke, Pressesprecher des Blutspendedienstes NSTOB. Aktuell könne der Blutspendedienst allen Kliniknachfragen nachkommen, baut aber dafür Lagerbestände ab.

Im Landkreis Nienburg sind in den nächsten Wochen noch diese öffentlichen Termine geplant:

  • 25. März Hoya und Rodewald
  • 27. März Husum
  • 30. März Huddestorf
  • 1. April Wellie
  • 2. April Essern
  • 3. April Nienburg
  • 6. April Hoyerhagen
  • 8. April Leese

Die genauen Uhrzeiten werden noch bekannt gegeben. Für alle Blutspendetermine wie auch am Freitag in Lemke gilt: Wer gesund ist, darf spenden, Spender sollten aber unbedingt ihre Personalausweise mitbringen.

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Erstellt:
18. März 2020, 17:43 Uhr
Lesedauer:
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