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Rubrik: Sport

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Harniks Rache an Werder: VfB auf dem Weg nach Europa

Der Stuttgarter Martin Harnik traf doppelt gegen s... Foto: dpaDer Stuttgarter Martin Harnik traf doppelt gegen seinen Ex-Verein Werder Bremen. Foto: Uli Deck Foto: dpa
Der Stuttgarter Martin Harnik traf doppelt gegen seinen Ex-Verein Werder Bremen. Foto: Uli Deck Foto: dpa
Der Stuttgarter Martin Harnik traf doppelt gegen seinen Ex-Verein Werder Bremen. Foto: Uli Deck

Stuttgart (dpa) - Als Belohnung für seine beiden Tore bekam Martin Harnik nach dem Spiel ein Mikro in die Hand gedrückt. Der Torjäger des VfB Stuttgart kletterte auf den Zaun der Fankurve und heizte den ohnehin schon ohrenbetäubenden Jubel über den 4:1-Sieg gegen Werder Bremen noch weiter an.

«Europapokal, Europapokal», sang der 24-Jährige, die Teilnahme an der Europa League ist dem VfB kaum noch zu nehmen. Nach neun Spielen ohne Niederlage und 36 Toren in der Rückrunde ist sogar die Champions League theoretisch noch drin.
Harnik hatte mit seinem Doppelpack zum 2:1 (45.+1) und 3:1 (53.) aber nicht nur dazu beigetragen, einen direkten Konkurrenten im Rennen um die Europa-League-Plätze der Fußball-Bundesliga abzuhängen. Seine durch die Treffer von Christian Gentner (37.) und Cacau (89.) eingerahmten Saisontore 16 und 17 waren auch noch eine besonders süße Form der Rache dafür, dass ihn die Bremer vor zwei Jahren aussortiert und für nur 300 000 Euro geradezu an den VfB verscherbelt hatten.
Der österreichische Nationalstürmer hätte dieses Gefühl auskosten können, tat das aber nicht. «Ich verspüre keine Genugtuung und bin auch nicht schadenfroh», sagte er. «Ich bin jetzt drei Jahre älter. Als ich Bremen verließ, war ich einfach noch nicht soweit.»
Werder hatte Harnik zunächst an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen und dann für eine aus heutiger Sicht grotesk geringe Summe nach Stuttgart ziehen lassen. Dort hat er bislang nur einmal kurz angerissen, dass sein langjähriger Trainer aus schwer verständlichen Gründen nicht auf ihn stand. «Thomas Schaaf kam mit mir als Typ nicht zurecht», meinte der gebürtige Hamburger in einem Interview der «Stuttgarter Zeitung».
So lässt sich am Beispiel Harnik gut erklären, warum der VfB einen Lauf hat und Werder nach der 1:0-Führung durch Markus Rosenberg (25.) noch einbrach und die Europa League nach nur zwei Siegen in der Rückrunde so gut wie abhaken kann. Spieler wie Harnik, Sven Ulreich und Georg Niedermeier haben sich in den vergangenen Monaten stetig verbessert. Dazu ist die Stuttgarter Trefferquote bei Transfers wie Hajnal, Kvist, Sakai oder Ibisevic extrem hoch. «Bei uns sind alle heiß. Das ist das Erfolgsgeheimnis», sagte Sportchef Fredi Bobic. «Es kann uns nur noch eines passieren: dass wir überheblich werden.»
Ausgerechnet die Bremer dagegen, die jahrelang Maßstäbe bei der Entwicklung eines offensiven Fußballs und der Entdeckung hochbegabter Spieler setzten, scheinen bei der Zusammenstellung ihres Kaders jedes Gespür verloren zu haben. Spieler wie Marko Marin, Marko Arnautovic oder Denni Avdic haben ein Vielfaches dessen gekostet, was der VfB für Harnik bezahlt hat. Weiterentwickelt hat sich aber niemand von ihnen. Andere Neuzugänge wie Aleksandar Ignjovski, Zlatko Junuzovic oder Lukas Schmitz verkörpern allenfalls Ligadurchschnitt. Sie sind noch jung, wirken aber auch beliebig austauschbar zurzeit.
«Ich schaue nicht auf die Europa League. Wir müssen auf die nächste Saison schauen», sagte Geschäftsführer Klaus Allofs. «Wir müssen in unserem Spiel und in der Besetzung der Mannschaft Veränderungen vornehmen.» In Tim Wiese, Claudio Pizarro und Naldo werden bzw. drohen im Sommer auch noch die letzten Korsettstanden den Verein zu verlassen. Und zu diesen perspektivischen Sorgen kommen nun auch noch ganz akute personelle Probleme hinzu.
Schon in Stuttgart fehlten sieben Werder-Profis gesperrt oder verletzt. Am Freitag holten sich dann auch noch Sokratis und Clemens Fritz eine Gelb-Sperre ab, dazu erlitt Marin eine Verletzung am Oberschenkelmuskel und fällt für die kommende Partie gegen Bayern München aus. «Das sind nicht die besten Voraussetzungen für ein Bayern-Spiel», sagte Allofs mit Blick auf den nächsten, noch schwierigeren Gegner. Oder wie sein Trainer Thomas Schaaf es formulierte: «Unsere Situation wird nicht einfacher.»

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