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Rubriken: Top-Themen und Sport

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Berlin

Deutsche Handballer bereit für Kampf um den Gruppensieg

Nach dem Sieg gegen Brasilien im zweiten Spiel liegt der Fokus der deutschen Mannschaft auf dem kommenden Gegner Russland. Foto: S. Stache
Nach dem Sieg gegen Brasilien im zweiten Spiel liegt der Fokus der deutschen Mannschaft auf dem kommenden Gegner Russland. Foto: S. Stache

Bundestrainer Christian Prokop studierte Videos der nächsten Gegner, Torwart Andreas Wolff entspannte in der Sauna, und auch der Rest der Mannschaft ließ es ruhig angehen.

Nach dem emotionalen WM-Highlight beim 34:21 gegen Brasilien blieb den deutschen Handballern angesichts des bevorstehenden 24-Stunden-Doppelpacks um den Gruppensieg gegen Russland und Titelverteidiger Frankreich keine Zeit zum Feiern. «Es ist ganz wichtig, dass die Mannschaft nach solch einem Adrenalinschub Ruhe, Erholung und Lockerheit findet», sagte Prokop nach dem «schönsten Spiel, seit ich Bundestrainer bin».
Die Gala-Vorstellung gegen Brasilien war sportlich und atmosphärisch die richtige Einstimmung auf die beiden wichtigsten Vorrundenspiele, in denen der weitere Weg durch das Turnier vorgezeichnet wird. «Das war der finale Startschuss für Vollgas-Handball», sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. «Wir haben in überzeugender Manier 4:0 Punkte eingefahren und jetzt Schlag auf Schlag zwei Spitzenspiele.»
Zwei Siege würden die DHB-Auswahl im Kampf um den Einzug ins Halbfinale in eine hervorragende Ausgangsposition bringen. «Wir haben gezeigt, dass wir Großes erreichen wollen. Das oberste Ziel ist es, den Pott im Land zu behalten», bekräftigte Wolff.
Dazu muss am Montag (18.00 Uhr/ARD) zunächst Russland geschlagen werden, ehe es 24 Stunden später zum Highlight-Duell mit dem Rekord-Weltmeister kommt. «Wir können nicht vorher sagen, gegen Frankreich spielen wir um den Gruppensieg», warnte Wolff. «Wir müssen uns voll auf das Russland-Spiel konzentrieren. Da müssen wir uns absolut heiß machen, die Zuschauer mitnehmen und gemeinsam wieder solch einen Hexenkessel aufheizen.»
13 500 Fans in der ausverkauften Arena am Berliner Ostbahnhof trugen die Mannschaft am Samstag auf einer Euphoriewelle durch das Spiel gegen Brasilien. «Die Atmosphäre war fantastisch. Das hat Lust auf mehr gemacht», sagte Prokop. Kapitän Uwe Gensheimer fühlte sich gar wie ein Popstar und Wolff berichtete voller Begeisterung: «Ich habe Gänsehaut bekommen, als die ganze Halle die Nationalhymne mitgesungen hat. Das war ein unglaublicher Moment.»
Abwehr, Angriff und Einsatzbereitschaft - fast alles war in den 60 Minuten nah am Optimum. Der Auftritt vor fast acht Millionen TV-Zuschauern war beste Eigenwerbung und zauberte Prokop schon während des Spiels mehrmals ein Lächeln ins Gesicht. «Ich freue mich darüber, wie meine Jungs fighten, blocken, taktische Dinge absprechen und umsetzen», lobte der Bundestrainer. «Das ist Mannschaftssport, wie wir ihn sehen wollen.»
Er selbst hat daran einen nicht unbedeutenden Anteil. Anders als bei der verkorksten EM im Vorjahr stimmt die Chemie zwischen den Spielern und Prokop, der seine Schützlinge im Vorgefühl des sicheren Sieges teilweise sogar das Spielsystem bestimmen ließ. «Es ist ein Unterschied, ob dir jemand sagt, dass er Vertrauen hat, oder ob er dich das spüren lässt», sagte der vor der Pause mit vier Toren in Serie auftrumpfende Steffen Fäth.
Vor allem aber in der Defensive präsentierte sich die DHB-Auswahl bärenstark. «Das war sehr, sehr gut», sagte Gensheimer. Der Linksaußen war mit zehn Toren bester Werfer und stellte zufrieden fest: «Wir haben eine Schippe draufgelegt von der Intensität und Emotionalität.»
Dafür legte Wolff den Grundstein. Der Kieler riss mit etlichen Glanzparaden in der Anfangsphase die Mannschaft und die Fans mit. «Wenn du so einen Torhüter hinten drin hast, dann baut das einen natürlich noch einmal mehr auf», befand Abwehrstratege Hendrik Pekeler. «Die Abwehr war hervorragend, da hat man es als Torhüter leicht», gab Wolff das Lob an seine Vorderleute zurück. «Die Brasilianer haben gegen unsere Abwehrmonster kein Mittel gefunden.»
Nun geht es darum, diesen Schwung, diesen Einsatz, diesen Kampfgeist mitzunehmen. «Die WM hat für uns furios begonnen. Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, auf ganz hohem Niveau zu spielen», befand Wolff. Doch auch er weiß, dass die deutsche Mannschaft vor allem körperlich vor einer großen Herausforderung steht. «Es ist bitter für uns und sehr belastend», sagte der 27-Jährige zum ungünstigen Spielplan. «Das werden zwei knallharte Spiele.»
Dafür scheint die deutsche Mannschaft gut gerüstet. «Jeder Spieler hat alle Informationen über Russland auf seinem Zimmer», berichtete Co-Trainer Alexander Haase. Sein Chef ist daher guter Dinge. «Wir sind gut ins Turnier gestartet, so wie wir uns das vorgestellt haben», resümierte Prokop. «Die Euphorie nimmt zu, die Handball-WM kommt langsam an in Deutschland.» Sportliche Leitung der DHB-Auswahl
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