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Rubriken: Top-Themen und Sport

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Berlin/Köln

Halbfinale winkt: DHB-Team heiß auf WM-Hauptrunde

Für Bundestrainer Christian Prokop und sein Team s...Für Bundestrainer Christian Prokop und sein Team steht heute die Reise nach Köln auf dem Programm. Foto: Soeren Stache
Für Bundestrainer Christian Prokop und sein Team steht heute die Reise nach Köln auf dem Programm. Foto: Soeren Stache
Für Bundestrainer Christian Prokop und sein Team steht heute die Reise nach Köln auf dem Programm. Foto: Soeren Stache

Über den Wolken herrschte im Flieger der deutschen Handballer auf dem Weg von Berlin nach Köln Hochstimmung.

Nach der überzeugenden WM-Vorrunde geht die DHB-Auswahl in der Domstadt mit breiter Brust in den Kampf um das erhoffte Halbfinal-

Ticket und setzt dabei neben der eigenen Stärke auf die Euphorie der Zuschauer. «Wir haben den Vorteil, dass wir immer einen Energieschub bekommen von den Rängen. Wir haben es in der eigenen Hand mit den Fans im Rücken», sagte Bundestrainer Christian Prokop vor dem ersten Hauptrundenspiel gegen Island an diesem Samstag (20.30 Uhr/ARD).
Der ungefährdete 31:23-Sieg gegen Serbien zum Vorrundenabschluss und die emotionale Verabschiedung durch das Berliner Publikum waren die richtige Einstimmung auf die heiße WM-Phase, in der Kroatien am Montag (20.30 Uhr) und Europameister Spanien am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr) die weiteren Gegner sind. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir diese Welle von Berlin mit nach Köln nehmen. Dann haben wir 19.000 Zuschauer im Rücken», sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.
Prokops Schützlinge sind heiß. «Man kann sich natürlich im Vorfeld viel vorstellen, aber was wir erlebt haben, war noch mal eine Stufe geiler», sagte Rechtsaußen Patrick Groetzki zur Stimmung in der Hauptstadt. «Hoffentlich geht es genauso weiter. Wir haben richtig Bock.»
Mit Island erwartet die DHB-Auswahl zum Auftakt der vermeintlich schwächste Rivale, der es aber in sich hat. Die Handball-Wikinger aus dem hohen Norden Europas spielen in der Abwehr ein sehr aggressives System, mit dem sie den Gegner schnell unter Druck setzen. Im Angriff agieren sie sehr mannschaftsdienlich und können sich in engen Situationen oft auf ihren Star Aron Palmarsson verlassen. «Sie haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern und rennen 60 Minuten», sagte Prokop über den Gegner.
Schrecken lassen sich die deutschen Spieler von der hochkarätigen Konkurrenz in der Hauptrundengruppe I, die von Kroatien (4:0) angeführt wird, nicht. Hinter dem EM-Fünften liegen Deutschland und Titelverteidiger Frankreich (beide 3:1) in Lauerstellung. Europameister Spanien (2:2) ist nach dem 19:23 gegen die Kroaten schon unter Druck.
«Das sind richtige Hochkaliber. Wir sind jetzt definitiv wieder an der Weltspitze dran. Ob wir ganz vorne drin sind, dass müssen wir in den nächsten Tagen zeigen», betonte Hanning. Für DHB-Sportvorstand Axel Kromer ist klar, «dass wir mit der aktuellen Leistung, die wir gezeigt haben, mit unserer Defensive jedes Team dieser Welt schlagen können».
In der Tat steht die Abwehr wie ein Bollwerk und ist wie erwartet das Prunkstück der deutschen Mannschaft. «Da stimmen Einsatz, da stimmen Laufwege, da stimmen Absprachen», lobte Prokop. Auch die Torhüter-Leistungen werden immer besser, und die Offensive kommt ebenfalls langsam auf Touren - auch wenn im Angriff noch die meiste Luft nach oben ist. «Wir haben einen Kapitän in Topform, der vorneweg geht und das Publikum emotional mitnimmt, der sehr effizient spielt», sagte Prokop über Top-Torjäger Uwe Gensheimer. «Das sind die Trümpfe, die weiter stechen müssen.»
Denn allen ist klar: Die kommenden Gegner sind nicht mit Korea oder Serbien vergleichbar, sondern spielen eher in der Liga von Russland und Frankreich. Und gegen diese beiden Teams konnte die DHB-Auswahl nicht gewinnen. Dennoch stellte Kromer zufrieden fest: «Wir sind einen Schritt gegangen, den uns viele nicht zugetraut haben. Darauf sind wir sehr stolz, müssen aber auch so weitermachen.»
Prokop hat daran keine Zweifel. Selbst der drohende Ausfall von Rückraumspieler Steffen Weinhold bereitet ihm keine größeren Sorgen. Mit Europameister Kai Häfner stünde Ersatz parat. «Man sieht, dass wir einen sehr guten Mix haben zwischen Leuten, die emotional pushen und Gas geben, und Leuten mit kühlem Kopf», charakterisierte der Bundestrainer seinen verschworenen Haufen und stellte seinen Schützlingen ein glänzendes Zwischenzeugnis aus: «Hier ist kein Querulant im Team, kein Ego. Die fighten füreinander, stehen füreinander ein. Das macht besondere und große Mannschaften aus.»


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