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Rubrik: Sport

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Amsterdam

Löw mit «gutem Gefühl» - Kroos als Leitfigur

«Ich sehe uns nicht chancenlos», sagte Toni Kroos ...«Ich sehe uns nicht chancenlos», sagte Toni Kroos vor dem Gastspiel in Amsterdam. Foto: Federico Gambarini
«Ich sehe uns nicht chancenlos», sagte Toni Kroos vor dem Gastspiel in Amsterdam. Foto: Federico Gambarini
«Ich sehe uns nicht chancenlos», sagte Toni Kroos vor dem Gastspiel in Amsterdam. Foto: Federico Gambarini

Ein «mulmiges Gefühl» beschlich Joachim Löw nach eigener Aussage nicht bei der Rückkehr in die Amsterdam-Arena.

«Das Spiel war eine große Enttäuschung am Ende», sagte der Bundestrainerin Erinnerung an das heftige 0:3 im Prestigeduell mit den Holländern im vergangenen Oktober in der Nations League, das ihn zum heftigen Kurswechsel bei der Fußball-Nationalmannschaft animierte.
Die geplante Revanche geht er mit einem stark verjüngten Kader an. «Wir haben eine andere Situation», sagte Löw vor der neuerlichen Kraftprobe mit dem Nachbarn und ewigen Rivalen am Sonntagabend (20.45 Uhr/RTL) in der EM-Qualifikation. «Mein Gefühl ist gut», verkündete Löw. Die neuformierte DFB-Auswahl erwartet vor der stimmungsvollen Kulisse von 52.000 Zuschauern die erste große Reifeprüfung - und sie ist dabei klarer Außenseiter.
«Wir wollen die Qualifikation erfolgreich beginnen», erklärte Löw, auch wenn er weiß, dass sich sein verjüngtes Team am Anfang eines Findungsprozesses befindet. «Ich sehe uns nicht chancenlos», sagte auch Toni Kroos. Der 29 Jahre alte Mittelfeldstar von Real Madrid, mit 91 Länderspielen der erfahrenste Akteur im 22-köpfigen DFB-Kader, soll als Führungs- und Leitfigur vorangehen. «Toni Kroos ist für eine Mannschaft ein unglaublicher Gewinn. Er ist für uns unverzichtbar», sagte Löw. Kroos wird nach der Pause beim 1:1 im Test gegen Serbien wieder seinen etatmäßigen Platz im Mittelfeld an der Seite von Joshua Kimmich einnehmen. Manuel Neuer wird im Tor stehen, bestätigte Löw.
Viel mehr verraten wollte der Bundestrainer vorab nicht. Ob Dreier- oder Viererkette ließ er ebenso offen wie die weitere Aufstellung. Taktisch spricht jedoch einiges für eine Abwehrreihe mit drei Innenverteidigern. Diese Variante wählte der Bundestrainer auch beim 2:2 im Nations-League-Rückspiel gegen die Holländer in Gelsenkirchen, das er am Samstag gleich mehrfach erwähnte. Beim 0:3 im Hinspiel hatte noch eine Viererkette mit dem inzwischen von Löw ausgemusterten Bayern-Duo Jérôme Boateng und Mats Hummels innen verteidigt. «In den letzten zehn Minuten sind wir da ein bisschen auseinandergefallen», erinnerte Kroos: «Unser Ziel muss es sein, diesmal hier erfolgreich zu sein.» Ginter, Süle, Rüdiger könnten die Dreierkette bilden.
In der Offensive kann Löw mit Leroy Sané und Serge Gnabry planen. Die pfeilschnellen Angreifer seien «soweit fit». Sané war gegen Serbien in der Endphase bei einem groben Foulspiel am Fuß verletzt worden. Löw berichtete von einem geschwollenen Sprunggelenk. Bayern-Profi Gnabry hat eine Erkältung inzwischen vollständig auskuriert. Kroos hob die Bedeutung schneller Angreifer hervor: «Wir brauchen vorne mehr Schnelligkeit und einen Tick mehr Eins-gegen-Eins-Spiel.» Marco Reus dürfte die Angriffsreihe komplettieren. Zu Beginn des Abschlusstrainings sprach Löw auf dem Rasen lange mit dem Dortmunder. Gegen Serbien hatte der BVB-Kapitän als Einwechselspieler viel Schwung entfacht.
Der Respekt vor dem Erzrivalen ist groß. «Die Holländer sind sehr eingespielt und hoch motiviert», sagte Löw. Und sie haben die Fans im Rücken. Das Oranje-Team setzte zum Quali-Auftakt beim 4:0 in Rotterdam gegen die Weißrussen am Donnerstagabend eine weitere Duftmarke. Der herausragende Stürmer Memphis Depay erzielte zwei Tore. Außerdem trafen die Liverpool-Stars Georginio Wijnaldum und Virgil van Dijk für die immer besser funktionierende Mannschaft von Bondscoach Ronald Koeman.
Eine zentrale Aufgabe wird es sein, Hollands Abwehrhünen van Dijk zu stoppen, gerade bei Ecken und Freistößen. «Van Dijk ist ein überragender Kopfballspieler. Er geht mit wahnsinniger Wucht in die Standards», sagte Löw. Das Verteidigen dieser Situationen war ein großes Thema in der Spielvorbereitung.
Für das EM-Ticket 2020 reicht Platz zwei in der Gruppe C mit den Mittelklasseteams Nordirland, Weißrussland und Estland als weiteren Kontrahenten. Die deutsche Mannschaft wartet seit dem historischen Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft in Russland auf einen Sieg in einem Pflichtspiel. In der Nations League blieb sie jeweils zweimal erfolglos gegen Weltmeister Frankreich (0:0, 1:2) und die Niederlande (0:3, 2:2). Das nervt die DFB-Kicker, die den Negativtrend umkehren wollen. «Natürlich bin ich etwas ungeduldig, was den nächsten Sieg angeht. Ich will endlich mal wieder gewinnen. Am Sonntag haben wir die nächste Chance dazu», äußerte Bayern-Profi Joshua Kimmich.


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