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Rubrik: Sport

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München/Mannheim

Coole Adler vor Triumph - München: «Noch nicht vorbei»

Hat seinen ersten DEL-Titel im Blick: Adler-Coach ...Hat seinen ersten DEL-Titel im Blick: Adler-Coach Pavel Gross. Foto: Timm Schamberger
Hat seinen ersten DEL-Titel im Blick: Adler-Coach Pavel Gross. Foto: Timm Schamberger
Hat seinen ersten DEL-Titel im Blick: Adler-Coach Pavel Gross. Foto: Timm Schamberger

 - Es ist angerichtet für die Titelsause in Mannheim. Die mögliche Meisterentscheidung und ein wildes Party-Wochenende in der eishockey-verrückten Kurpfalz wollen die bislang so coolen Adler Mannheim eigentlich ausblenden.

Das wird nach dem deutlichen 4:0 gegen Red Bull München und der 3:1-Führung in der Endspiel-Serie aber immer schwerer. «Es schwirrt natürlich irgendwo im Hinterkopf rum», räumte Abwehr-Talent Moritz Seider vor dem Spiel am Freitag (19.30 Uhr) ein. Ein Sieg fehlt noch, dann hat die Truppe von Coach Pavel Gross den Serienchampion um Don Jackson entthront. «Ich will noch nicht vom Titel sprechen», wiegelte der Olympia-Zweite David Wolf ab.
Dabei spricht kaum noch etwas für ein Comeback der Münchner, deren Ära in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) nach drei Jahren zu Ende gehen könnte. Mannheim ist abgezockter, treffsicherer und kraftvoller als die verletzungsbedingt dezimierten Red Bulls. Nach acht Titeln in bisher neun DEL-Endspielen könnte Jackson zum zweiten Mal das Happy End verpassen. Gross indes winkt die Erlösung, nachdem er seine bisherigen drei Finals jeweils gegen Jackson-Teams verloren hatte.
«Uns interessiert so etwas nicht», meinte Gross zur Gemütslage vor Spiel fünf der Best-of-Seven-Serie und der möglichen Gefahr, jetzt leichtsinnig zu werden. Mannheim hatte nur den Auftakt in das große Kräftemessen gegen München verloren, sich danach aber mit drei Siegen (3:0, 4:1, 4:0) fast schadlos gehalten. Vor allem die Defensive um Torhüter Dennis Endras überragte dabei mit zwei Zu-Null-Partien. «Das nächste Spiel wird nochmal schwerer», prognostizierte Gross und warnte vor dem EHC: «Wir wissen, wie gut diese Mannschaft ist.»
Mannheim weiß aber auch, wie groß die Möglichkeit ist, erstmals nach 2015 und zum insgesamt achten Mal Meister zu werden. «Solche Chancen kommen nicht oft», sagte Seider, der trotz seiner erst 18 Jahre verblüffend ruhig spielt und Münchens Offensive um Altmeister Michael Wolf und drei Olympia-Silbermedaillengewinner zermürbt. Bei der NHL-Talenteziehung (Draft) kann der Teenager im Juni auf einen Vertrag in der besten Liga der Welt hoffen. Das fünfte Finalmatch am Freitag müsse man «relativ entspannt angehen», riet Seider. «Wenn wir unser Spiel spielen, sind wir unheimlich schwer zu schlagen.»
Im Gegensatz zu München können die Adler fast auf den kompletten Kader zurückgreifen, außerdem macht sich die Fitness bemerkbar. Während Mannheim in den ersten zwei Playoff-Runden nur neun Partien zu absolvieren hatte, stand der EHC 13 Mal auf dem Eis und musste im Halbfinale gegen Augsburg gar die längste Serie der DEL-Historie mit insgesamt fast sechseinhalb Stunden Spielzeit überstehen. Gleich fünf Leistungsträger fehlen dazu verletzt, andere wirken angeschlagen.
«München steht mit dem Rücken zur Wand», warnte Mannheims Stürmer David Wolf. «Aber die werden sich nicht aufgeben. Sie haben die Qualität im Kader, um die Serie noch zu drehen. Das ist uns bewusst.»
Auch die Münchner reden sich stark - doch nach nun drei Niederlagen und insgesamt nur drei mickrigen Toren in der Finalserie schwingt Mut der Verzweiflung mit. «Wir bereiten uns darauf vor, zu gewinnen», sagte Coach Jackson. «Das ist unsere Mentalität. Ich erwarte, jedes Spiel zu gewinnen. Das wissen die Spieler, so denken sie auch.»
Ein konkretes Mittel gegen die starken Mannheimer nannte er nicht, am Mittwoch verpuffte auch Jacksons Überraschungskniff mit neu zusammengesetzten Sturmreihen. «Das ist ein Abnutzungskampf, es steht 3:1, es wird eine Herkulesaufgabe», sagte EHC-Nationalspieler Patrick Hager. «Es ist noch nicht vorbei», hoffte Altmeister Michael Wolf - dem nach drei Titeln in Serie das Karriereende ohne Pokal droht. Bei einer Titelparty am Freitag wäre er diesmal nur trauriger Zuschauer.


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