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Rubrik: Sport

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Eishockey-Team bereit bei WM für Top-Nationen

Leon Draisaitl (l) war der Matchwinner für das DEB...Leon Draisaitl (l) war der Matchwinner für das DEB-Team. Foto: Monika Skolimowska
Leon Draisaitl (l) war der Matchwinner für das DEB-Team. Foto: Monika Skolimowska
Leon Draisaitl (l) war der Matchwinner für das DEB-Team. Foto: Monika Skolimowska

Deutschlands Eishockey-Team arbeitet am nächsten Coup. 444 Tage nach dem Olympia-Finale in Südkorea wurden beim Verbandschef Franz Reindl Erinnerungen an die Silber-Sensation wach.

«Die wollen immer mehr, das merkst du auch in der Kabine», sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) nach dem besten WM-Start eines deutschen Teams seit 89 Jahren: «Das erinnert mich an Pyeongchang.»
Nicht nur Reindl. Auch die Spieler fühlen sich nach dem makellosen WM-Start in der Slowakei bereit für ein erneutes Highlight. «Dass es mit vier Siegen in den ersten vier Spielen geklappt hat, ist schön», sagte Olympia-Silbergewinner Yannic Seidenberg zum vorzeitigen Viertelfinal-Einzug, an dem es nur noch theoretische Zweifel gibt, und bekräftigte: «Aber das Turnier ist noch nicht zu Ende. Dass mit Erfolgsmomenten das Selbstvertrauen größer wird, ist klar.»
Beim 3:2-Kraftakt (0:0, 1:2, 2:0) im Vorrunden-Schlüsselspiel gegen den WM-Gastgeber erlebte die DEB-Auswahl möglicherweise auch ihren emotionalen Schlüsselmoment. «Das sind die Spiele, für die man angefangen hat, Eishockey zu spielen», jubelte Kapitän Moritz Müller nach dem dramatischen Erfolg, der nebenbei auch schon die direkte Olympia-Qualifikation für Peking 2022 bescherte.
Bis 112 Sekunden vor dem Ende drohte Deutschland die erste Niederlage bei der WM gegen den direkten Konkurrenten. Das Viertelfinale wäre damit zunächst in weite Ferne gerückt. Deutschlands bislang bester WM-Verteidiger Moritz Seider musste nach einem üblen Bandencheck von Ladislav Nagy zudem benommen vom Eis. Doch das DEB-Team blieb cool und steckte auch diesen Rückschlag weg. Mannheims Markus Eisenschmid glich zum 2:2 aus und 27 Sekunden vor dem Ende zeigte Weltklasse-Stürmer Leon Draisaitl mit seinem Präzisionsschuss zum Sieg all sein Können. «Bis dahin habe ich eigentlich nicht wirklich was Gutes hinbekommen. Da habe ich mir gedacht, eine gute Aktion muss ich noch irgendwie zustande bringen», meinte der Matchwinner launig.
Durch die individuelle Klasse des NHL-Topstürmers der Edmonton Oilers fiel in dem Moment einiges vom Team ab, was sich bis in die Nacht in einer Party in den Geburtstag von Stürmer Matthias Plachta hinein entlud. Aus den USA trudelten sogleich Glückwünsche von Olympia-Silber-Trainer Marco Sturm ans Team ein. Dessen Nachfolger als Bundestrainer nimmt die entstandene Euphorie gerne mit in die restlichen Vorrundenspiele gegen die Top-Nationen, in denen die Ausgangslage für die K.o.-Runde weiter verbessert werden kann.
«Was für einen Push braucht man denn noch, wenn er jetzt nicht kommt?», fragte Toni Söderholm rhetorisch. Für Gedanken an die erste WM-Medaille seit 1953 sei es indes noch viel zu früh, meinte der 41 Jahre alte Finne. Auch um die Emotionen wieder etwas zu regulieren, kam auch dem Coach der zuvor bereits geplante trainingsfreie Tag am Donnerstag ganz recht. «Ich glaube schon, dass vor uns noch ein paar Hürden stehen», sagte Söderholm, bekräftigte aber auch: «Im Sport generell ist vieles möglich. Wir geben weiter Gas.»
1930 startete eine deutsche Mannschaft letztmals bei einer Weltmeisterschaft mit vier Siegen und wurde am Ende Vize-Weltmeister. Damals war das Format ohne Gruppenspiele allerdings noch völlig anders. Bei dieser WM kommen die echten Top-Nationen jetzt erst. Als Erster der Vorrundengruppe A rechnet sich das deutsche Team aber auch gegen Kanada am Samstag (16.15 Uhr), die USA am Sonntag (16.15 Uhr) und Finnland am Dienstag (12.15 Uhr/alle Sport1 und DAZN) etwas aus. «Wie es bei Olympia auch war: Wenn wir einen Sahnetag haben und alles passt, können wir die auch schlagen», sagte Seidenberg. «Wir wissen, was für eine Qualität im Kader ist.»
Sollten auch gegen die WM-Favoriten weitere Punkte folgen, würde dies die Ausgangs-Situation für das Viertelfinale verbessern. Dann würde das DEB-Team wahrscheinlich einem Duell mit dem Top-Favoriten Russland und all seinen NHL-Superstars aus dem Weg gehen.
Die beiden freien Tage bis zum Spiel gegen Kanada kommen auch den angeschlagenen Spielern gelegen. Seider gehe es laut DEB nach dem üblen Foul am Mittwoch «okay». Weitere Untersuchungen sollen genau wie bei NHL-Weltklasse-Keeper Philipp Grubauer (muskuläre Probleme) zeigen, ob ein Einsatz am Wochenende wieder infrage kommt.


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