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Rubrik: Sport

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Budapest

Aus für Fechter Hartung und Ndolo im WM-Einzel

Max Hartung (hinten) ist bei der Fecht-WM im Viert...Max Hartung (hinten) ist bei der Fecht-WM im Viertelfinale gescheitert. Foto: Tibor Illyes/MTI/AP
Max Hartung (hinten) ist bei der Fecht-WM im Viertelfinale gescheitert. Foto: Tibor Illyes/MTI/AP
Max Hartung (hinten) ist bei der Fecht-WM im Viertelfinale gescheitert. Foto: Tibor Illyes/MTI/AP

Abgekämpft und mit leerem Blick stand Max Hartung am Rande der großen Wettkampf-Halle, richtig erklären konnte der durchgeschwitzte Säbelfechter sein unerwartetes Aus im WM-Viertelfinale noch nicht.

«Klar bin ich enttäuscht», sagte der 29-Jährige nach dem 11:15 gegen den Iraner Mojtaba Abedini. «Es ist halt immer schade, im Viertelfinale so nah an der Medaille zu verlieren.» Ein Platz unter den ersten Vier hätte in Budapest Bronze garantiert.
Weil zuvor auch Degenfechterin Alexandra Ndolo im Achtelfinale ausgeschieden war, ging der Deutsche Fechter-Bund am ersten Hauptrunden-Tag in der ungarischen Hauptstadt komplett leer aus. Die beiden EM-Dritten Hartung und Ndolo galten im Einzel eigentlich als die größten Trümpfe des Verbandes, um das WM-Debekal von 2018 im chinesischen Wuxi ohne Edelmetall schnell vergessen zu machen.
Der am Ende sechste Platz des Säbelspezialisten sei «nicht schlecht», aber «eine Medaille wäre noch besser gewesen», sagte Bundestrainer Vilmos Szabo: «Er hat uns und die ganze Fecht-Welt in letzter Zeit verwöhnt. Jetzt hat er ein schwaches Gefecht gehabt. Das hat jeder gesehen, und dann verliert man.»
«Es war kein schlechter Tag», sagte Hartung, der in den Runden zuvor den Kanadier Fares Arfa (15:8), den Chinesen Deng Xiaohao (15:12) und den früheren Welt- und Europameister Tiberiu Dolniceanu aus Rumänien (15:13) geschlagen hatte. Abedini aber habe «einen ganz eigenen Rhythmus», sagte der Team-Europameister. «Eigentlich kennt man das, aber wenn man da nicht richtig reinkommt, und das ist mir passiert, wird es schwer.» An der Spitze gehe es «sehr eng» zu. «Klar bin ich ein bisschen traurig.»
Ndolo ging es ähnlich. Nach ihrer 12:15-Niederlage gegen Lis Rottler-Fautsch aus Luxemburg packte die 32-Jährige schnell ihre Tasche und verschwand wortlos aus der Halle. Besonders bitter war das Aus der einzigen für die Hauptrunde qualifizierten deutschen Degenspezialistin, weil diese zuvor die noch amtierende Weltmeisterin Mara Navarria aus Italien mit 15:14 aus dem Turnier geworfen hatte.
«Sie hatte eine gute Chance, unter die besten Acht zu kommen, sie ist aber nicht gut in das Gefecht gekommen», sagte Sportdirektor Sven Ressel der Deutschen Presse-Agentur. «Sie hat verdient verloren, aber sie hat einen riesen Wettkampf gezeigt. Umso trauriger sind wir, dass es am Ende nicht gereicht hat.»
Ein Durchmarsch von Ndolo wie im Juni in Düsseldorf schien lange möglich. Ihr erstes Gefecht der Hauptrunde hatte die 32-Jährige am Morgen mit 15:7 gegen die Ukrainerin Dschoan Fejbi Beschura gewonnen, dann folgte der Coup gegen Navarria.
«Sie war in ihren ersten beiden Gefechten sehr stabil», sagte Damendegen-Bundestrainer Dominik Csobo: «Leider hat sie es dann nicht geschafft. Die Gegnerin hatte einen super Tag und hat unsere Fehler gut genutzt. Unter die ersten 16 zu kommen, ist nicht so schlecht. Aber natürlich ist es schade, dass es nicht mehr geworden ist.»
Ndolos drei Teamkolleginnen Alexandra Ehler, Ricarda Multerer und Beate Christmann hatten es nicht durch die Vorrunde geschafft. «Alex hat ihr Ding gemacht», befand Ressel. Am Samstag startet sowohl für das Degen-Quartett als auch für die vier Säbelfechter der auch für die Olympia-Qualifikation wichtige Team-Wettbewerb mit der Vorrunde.
«Das ist unser normales Geschäft», sagte Hartung, dessen Teamkollegen Benedikt Wagner und Björn Hübner-Fehrer, mit denen er im Juni bei der Heim-EM in Düsseldorf Europameister geworden war, früher im Laufe der Hauptrunde ausgeschieden waren: «Aber ich bin froh, dass ich jetzt noch einen Tag Pause habe.» Am Freitag kämpfen ab 8.30 Uhr die Degenherren um Medaillen, um 10.00 Uhr starten die Florettdamen.
Wagner hatte in der Runde der besten 32 12:15 gegen den Russen Kamil Ibragimow verloren. Er gratulierte dem Weltranglisten-Fünften im Anschluss fair. «Er war in den paar entscheidenden Momenten besser als ich», sagte Wagner, der angeschlagen mit Kniebeschwerden in die ungarische Hauptstadt gereist war. Hübner-Fehrer hatte bereits in der ersten K.o.-Runde des Hauptfeldes 10:15 gegen den früheren Team-Weltmeister Enrico Berre aus Italien verloren.
Die brasilianische Degenfechterin Nathalie Moellhausen und Säbelspezialist Oh Sanguk aus Südkorea gewannen die ersten Gold-Medaillen. Moellhausen siegte im Finale 13:12 gegen die Chinesin Lin Sheng. Der Weltranglisten-Zweite Oh Sanguk setzte sich 15:12 gegen Lokalmatador András Szatmári durch, der sich 2017 in Leipzig zum Weltmeister gekrönt hatte.


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