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Rubrik: Sport

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Bagnères-de-Bigorre

Schachmann verpasst Pyrenäen-Coup - Yates gewinnt 12. Etappe

Maximilian Schachmann vom Team Bora-Hansgrohe auf ...Maximilian Schachmann vom Team Bora-Hansgrohe auf der Strecke. Foto: David Stockman/BELGA
Maximilian Schachmann vom Team Bora-Hansgrohe auf der Strecke. Foto: David Stockman/BELGA
Maximilian Schachmann vom Team Bora-Hansgrohe auf der Strecke. Foto: David Stockman/BELGA

Maximilian Schachmann hatte nach der glücklosen 170-Kilometer-Flucht in den Pyrenäen sein Lachen schnell wiedergefunden.

«Für das Zeitfahren war es nicht die optimale Vorbereitung», scherzte der deutsche Meister nach Platz 16 auf der zwölften Etappe der 106. Tour de France und schwärmte von seinem ersten Erlebnis im Hochgebirge: «Das war eine tolle Atmosphäre mit harten Bergen.» Beim Nichtangriffspakt der Favoriten hatte der Debütant lange vom Sieg träumen können, doch die finale Attacke am letzten Berg konnte der 25-Jährige nicht mehr mitgehen.
Dass auch sein österreichischer Teamkollege Gregor Mühlberger im Sprint der Spitzengruppe in Bagnères-de-Bigorre hinter Sieger Simon Yates und dem Spanier Pello Bilbao den dritten Platz belegte, ärgerte Schachmann fast noch mehr. «Das ist schade.» Doch vorrangiges Ziel ist ohnehin eine Top-Platzierung seines Kapitäns Emanuel Buchmann. Das Leichtgewicht und die Favoriten um Titelverteidiger Geraint Thomas verzichteten auf einen ersten Schlagabtausch. Beim Ritt über zwei Bergriesen erreichten sie nach 209,5 Kilometern mit fast zehn Minuten Rückstand gemeinsam das Ziel.
«Die letzten beiden Berge hat niemand was probiert. Da sind wir kontrolliert hochgefahren», sagte Buchmann und fügte mit Blick auf das Zeitfahren hinzu: «Es ist ein Unterschied, ob man heute Vollgas fährt.»
So bestimmte die Ausreißergruppe das Geschehen - ohne Happy End für Schachmann. «Als Gregor und Yates attackiert haben, konnte ich nicht nachsetzen. Ganz vorne hätte ich nicht mitfahren können», gab Schachmann ehrlich zu. Am Ende fuhr er mit 1:28 Minuten Rückstand ins Ziel. Auch für Mühlberger reichte es im Sprint nicht. «Yates war einfach stärker im Finale. Da wäre ich nicht vorbeigekommen», sagte der Österreicher. Das Spitzen-Trio hatte sich am letzten Anstieg abgesetzt. Schachmann blieb nur die zweite Gruppe. «Zum Schluss war das Tempo raus. Dann kamen noch die Klassikerfahrer. Das war Harakiri. Die sind gefahren, als wäre es ein Massensprint.»
Die Favoriten bummelten weit hinter den Ausreißern ins Ziel. So hatte Frankreichs Liebling Julian Alaphilippe kein Problem, sich zum achten Mal das Gelbe Trikot abzuholen. Der Weltranglistenerste liegt einen Tag vor dem Einzelzeitfahren in Pau weiterhin 1:12 Minuten vor Thomas. Auf Platz fünf lauert Buchmann mit einem Rückstand von 1:45 Minuten. «Ich bin in einer Ausgangslage, wo ich nicht angreifen muss. Ich hätte nicht gedacht, dass ich bei der Tour mal vorne mitfahren kann», sagte Buchmann.
Eine Schrecksekunde gab es für einen Betreuer des Bora-hansgrohe-Teams, der am Peyrseourde bei einer Getränke-Übergabe von einem Fahrer erfasst wurde und heftig auf den Asphalt knallte. Der Mann hat den Sturz aber unverletzt überstanden.
Einige prominente Namen waren bei der Kletterpartie über die beiden mehr als 1500 Meter hohen Berge schon nicht mehr dabei. So stieg Zeitfahr-Weltmeister Rohan Dennis aus, was Tony Martin sicher nicht ungelegen kommt. Der Australier wäre wohl der Hauptkonkurrent beim Zeitfahren über 27,2 Kilometer am Freitag in Pau gewesen. Auch der jüngste Tour-Starter, der 21-jährige Belgier Jasper Philipsen, stieg am Donnerstag vom Rad. Für Klassikerspezialist Niki Terpstra war nach einem doppelten Bruch des Schulterblatts schon am Mittwoch Schluss.
Am Freitag kommt dann endlich Martin auf seine Kosten, wenn es zum ersten und einzigen Einzelzeitfahren der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt kommt. Das wellige Terrain ist aber nicht nach dem Gusto von Martin, insbesondere die 17-Prozent-Passage kurz vor dem Ziel dürfte dem viermaligen Weltmeister weh tun. Auch Buchmann hofft auf eine gute Zeit: «Mein letztes Zeitfahren bei der Dauphiné war sehr gut. Ich hoffe, dass ich nochmal so ein Zeitfahren zeigen kann.»


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