Bereits im Oktober 2015 wurden in der BBS-Sporthalle Behelfsbetten aufgebaut. Damals war die Halle eine zentrale Flüchtlingsunterkunft. Archivfoto: Marc Henkel

Bereits im Oktober 2015 wurden in der BBS-Sporthalle Behelfsbetten aufgebaut. Damals war die Halle eine zentrale Flüchtlingsunterkunft. Archivfoto: Marc Henkel

Nienburg 03.04.2020 Von Die Harke

Sporthalle wird zum Krankenhaus

Landkreis bereitet sich auf den Ernstfall vor: Bis zu 100 Coronapatienten sollen in BBS-Halle behandelt werden

In Nienburg soll in der nächsten Woche ein Behelfskrankenhaus mit etwa 100 Betten in der Sporthalle der Berufsbildenden Schulen errichtet werden. Damit bereite sich der Landkreis Nienburg für den Fall vor, dass die Zahl der am Coronavirus Erkrankten im Kreisgebiet weiter steigen könnte. Zugleich könnten in der Halle auch Erkrankte aus anderen Landkreisen, die stärker betroffen sind als der Landkreis Nienburg, behandelt werden.

Die Zahl der im Landkreis Nienburg mit dem Coronavirus infizierten Frauen und Männer bewege sich nach wie vor auf vergleichsweise niedrigem Niveau, teilte Kreissprecher Cord Steinbrecher am Freitagnachmittag mit. Gleichzeitig halte sich auch die Zahl der an COVID-19 erkrankten Menschen, die auf eine Behandlung im Krankenhaus angewiesen sind, im Kreisgebiet weiterhin in Grenzen. Die Lage sei weiterhin dynamisch, und es bleibe abzuwarten, wie sich die Zahl der Erkrankten in den nächsten Wochen weiter entwickeln werde.

„Der Landkreis Nienburg bereitet sich auf eine Lage vor, zu der es hoffentlich gar nicht kommen wird“, sagte Landrat Detlev Kohlmeier zu den Plänen eines Behelfskrankenhauses. Für den Fall eines deutlichen Anstiegs der Zahl der Erkrankten planen der Landkreis und die Helios-Kliniken Mittelweser daher das Behelfskrankenhaus in enger Kooperation mit den Hilfsdiensten und der Feuerwehr. In der Sporthalle sollen Corona-Patienten behandelt werden, deren Krankheitsverläufe leicht sind.

Die Sporthalle der BBS sei wegen der räumlichen Nähe zur Helios-Klinik in Nienburg als Standort ausgesucht worden. Dort hatte die Kreisverwaltung bereits während der Flüchtlingswelle 2015 mit Unterstützung des Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) eine Notunterkunft betrieben. Auf diese Unterstützung könne der Landkreis auch in der jetzigen Lage wieder zählen. Unter Federführung des DRK und mit Hilfe der Feuerwehr und weiterer Hilfsdienste werden die für den Betrieb benötigten Betten, Matratzen und Trennwände organisiert und bereitgestellt.

„In dieser besonderen Situation zeigt sich einmal mehr, wie sehr wir uns auf unsere Hilfsdienste immer wieder verlassen können. Darüber können wir alle sehr froh sein, und ich möchte mich schon jetzt für diesen Einsatz bedanken“, sagte Landrat Kohlmeier.

Thomas Clausing, Geschäftsführer der Helios-Kliniken Mittelweser, sagte: „Ich bin sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit allen involvierten Parteien, vor allem auch mit dem Landkreis. Ein Beispiel hierfür war das Aufstellen der Container vor der Notaufnahme, was sehr unkompliziert und reibungslos geklappt hat.“

Die Helios-Klinik Mittelweser und der Landkreis Nienburg seien angesichts der bisherigen Entwicklung zuversichtlich, dass die Kapazitäten des Behelfskrankenhauses ausreichen werden und im Zweifel auch Patienten aus angrenzenden, stärker betroffenen Landkreisen offen stehen können. Die Vorbereitungsarbeiten für die Errichtung des Behelfskrankenhauses sollen voraussichtlich in der kommenden Woche beginnen.

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Erstellt:
3. April 2020, 16:03 Uhr
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