Springreiter-Team startet mit Rang sechs in die WM

Springreiter-Team startet mit Rang sechs in die WM

Marcus Ehning kam bei seinem flotten Ritt auf Stargold mit vier Strafpunkten aus dem Parcours. Foto: Friso Gentsch/dpa

Ein starker Auftritt von Schlussreiter Christian Ahlmann hat den Start des Springreiter-Teams in die Weltmeisterschaft gerettet. Nach dem Zeitspringen im dänischen Herning liegt das Team von Bundestrainer Otto Becker nach insgesamt zwei Abwürfen auf Rang sechs. Es führt nach der ersten von drei Teilprüfungen der Mannschaftswertung das Quartett aus Schweden vor Frankreich und Belgien.„Das erste Ziel ist erreicht“„Das erste Ziel ist erreicht, wir sind in Reichweite“, kommentierte Becker. „Wir können uns hoffentlich noch ein bisschen vorarbeiten“, sagte er nach den Fehlern von Marcus Ehning (Borken) mit Stargold und André Thieme (Plau am See) mit Chakaria, die ein besseres Ergebnis verhinderten. „Ein Fehler weniger wäre uns natürlich lieber gewesen.“Startreiter Ehning kam bei seinem flotten Ritt auf Stargold mit vier Strafpunkten aus dem Parcours, die bei diesem Zeitspringen in Strafsekunden umgerechnet wurden. „Das war mein Fehler“, sagte der 48-Jährige aus Borken: „Ich habe eine falsche Entscheidung getroffen.“ Sein Hengst habe sich in toller Form gezeigt, schwärmte der Mannschaftsweltmeister von 2010 und sagte augenzwinkernd: „Er hat es gut gemacht, ich schlecht.“Debütantin Wargers mit fehlerfreier RundeEine fehlerfreie Runde zeigte hingegen Debütantin Jana Wargers mit Limbridge. „Ich bin super, super happy“, kommentierte die 30-Jährige den ersten WM-Ritt ihres Lebens. Besonders aufgeregt sei sie nicht gewesen, berichtete die 30-Jährige, die aus Emsdetten stammt und inzwischen in Belgien lebt. „Ich bin eigentlich eine ruhige Person und versuche die Nervosität zu unterbinden.“ Beeindruckt war sie trotzdem von der Atmosphäre mit fast 10.000 Zuschauern in dem umgebauten Fußball-Stadion: „Das ist etwas ganz Neues.“ Nicht ganz zufrieden war der Bundestrainer, berichtete sie: „Er hat gesagt, ich hätte ein bisschen schneller reiten können.“Im Gegensatz zur WM-Debütantin patzte auch André Thieme. Der Europameister aus Plau am See ritt zudem mit Chakaria nicht so schnell wie Ehning. „Ich hätte wahnsinnig gerne ein gutes Ergebnis beigetragen“, kommentierte der 47-Jährige: „Wenn ich mit dieser Zeit null Fehler gehabt hätte, hätte ich natürlich deutlich besser helfen können.“ Zu seiner Stute Chakaria sagte er: „Sie ist in Form, ich darf mir das nicht zu sehr zu Herzen nehmen. Sie ist eigentlich ein Pferd, das sich steigert, deshalb habe ich für die nächsten Tage schon ein gutes Gefühl.“Dass es immerhin eine noch eine ordentliche Ausgangsposition für die beiden weiteren Runden wurde, hatte das Team Christian Ahlmann zu verdanken. Der Profi aus Marl zeigte mit Dominator eine makellose Runde und ist mit Platz neun im Einzel bester Deutscher. „Das Gefühl war sehr gut“, kommentierte Ahlmann. „Wir hatten einen guten Rhythmus. Jeder Sprung war relaxed, vorsichtig und konzentriert.“Bei der Dressur gab es im Einzel keine MedailleSechs Stunden später gab es im Dressur-Lager ebenfalls wenig Grund zu überschäumender Freude. Auch bei der zweiten Einzelentscheidung bei der Weltmeisterschaft in Dänemark gab es keine Medaille. Für die beste Platzierung in der Kür sorgte im dänischen Herning Benjamin Werndl aus Tuntenhausen, der mit Famoso auf Rang vier ritt und damit der glücklichste deutsche Reiter war.„Das ist unbeschreiblich“, schwärmte Werndl. „Er ist jetzt ein Superstar, ich wusste es schon vorher“, sagte er über Famoso. „Es hat alles geklappt, was ich mir vorgenommen hatte.“ Bundestrainerin Monica Theodorescu lobte: „Er hat ein ganz tolles Championat geritten. Er hat sich damit in der Weltspitze etabliert.“Isabell Werth aus Rheinberg ritt mit Quantaz auf Rang neun. Neue Weltmeisterin wurde die Britin Charlotte Fry mit Glamourdale. Silber ging an die favorisierte Dänin Cathrine Laudrup-Dufour mit Vamos Amigos. „No risk, no fun“, kommentierte Werth ihren Ritt. „Ich bin das erste Mal diese Kür mit dieser Musik geritten. Da waren ein paar kleine Fehler drin.“ Sie sei aber mit der Entwicklung des Pferdes „total happy“, auch wenn es dieses Mal zu keiner Einzelmedaille gereicht hatte.