Spuren jüdischen Lebens: In Hoya eröffnet die IG Synagoge heute das Trefurt-Haus. Achtermann

Spuren jüdischen Lebens: In Hoya eröffnet die IG Synagoge heute das Trefurt-Haus. Achtermann

Hoya 08.09.2019 Von Horst Achtermann

Spuren jüdischen Lebens

Tag des offenen Denkmals: IG Synagoge Hoya stellt Dependence im Trefurt-Haus in der Deichstraße vor

Auf dem Grundstück der ehemaligen Synagoge an der Deichstraße 31 in Hoya haben Bürgerinnen und Bürger nach den Plänen einer Interessengemeinschaft (IG) im Dezember 1996 eine Gedenkstätte eingeweiht. Entstanden war die Initiative 1994/95 aus einem Seminar der Volkshochschule Hoya über jüdische Familien in Hoya ab 1933. Seit 1996 finden an der Deichstraße 31 immer am 10. November Gedenkveranstaltungen in Erinnerung an die Pogromnacht 1938 statt.

Henry Meyer hat vieles in seinen Unterlagen über jüdische Familien aufgeschrieben.

Die IG Synagoge gliederte sich mit 33 Stolpersteinen und anderen Vorhaben in das Heimatmuseum ein. Werner von Behr sagte bei der Übergabe eines gemalten Bildes der ehemaligen Synagoge von Mayk Intemann im Jahr 2014: „Das Museum ist der Anker, wo man sich zu Hause fühlt“.

Heike und Hans Huth haben in frühen Besuchen bei den jüdischen Familien Blumenthal, Löwenstein und Elias in Amerika die Weichen gestellt. Familie Huth hat nun auch in der Deichstraße 3, dem ehemaligen Trefurt-Haus, Platz für einen Ausstellungs- und Informationsraum der IG Synagoge geschaffen. „Eine neue Dependance des Heimatmuseums Grafschaft Hoya“, heißt es in einer Einladung der Museumsleiterin Ulrike Taenzer zur Eröffnung „Treffpunkt Trefurt“ am heutigen Sonntag am „Tag des offenen Denkmals“ von 11 bis 18 Uhr. Mitglieder der IG Synagoge stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Heike Huth berichtete im Gespräch mit der HARKE am Sonntag, dass der Treffpunkt Trefurt immer donnerstags von 10 bis 12:30 Uhr geöffnet ist, sowie nach Bedarf, anzumelden unter Telefon 0 42 51 / 12 60 oder 0 42 51 / 26 15.

Im Trefurt-Haus werden sich in Zukunft Mitglieder einmal im Monat treffen, treffen zum Austausch über das Leben der jüdischen Bürger. Am heutigen Sonntag wird der Film „Wo sind sie geblieben“ von Rolf Zacher gezeigt. Heike Huth und Elfriede Hornecker haben das Drehbuch geschrieben und eine Themenliste aufgestellt. Filmisch wird auch der Besuch von Marion Blumenthal gezeigt, einmal zur Ernennung als Ehrenbürgerin und als Namensgeberin der Oberschule. So ist auch das Protokollbuch zu sehen, aus der Synagoge um 1890 von der Synagogengemeinde. „Auch haben wir eine kleine Bibliothek aufgebaut mit Büchern über Stolpersteine, Geschichten und Romane. Ein besonderes Dokument ist ein Stein aus dem Haus Elias aus den 1920er Jahren, gefunden bei Hofarbeiten“, so Heike Huth.

Ziel der IG Synagoge ist, auf dem Grundstück Deichstraße 27 einen Gedenkpark zu gestalten, die Stadt hat das Grundstück jetzt gekauft. Heike Huth ist guter Dinge: „Bürgermeisterin Anne Wasner und Stadtdirektor Detlef Meyer sind auf unserer Seite“.

Ein Foto aus Hoya in den 1920er Jahren. Achtermann

Ein Foto aus Hoya in den 1920er Jahren. Achtermann

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Erstellt:
8. September 2019, 07:17 Uhr
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