Gerhard Brüning (links) und Sven Klingemann. Foto: Raiffeisen-Warengenossenschaft

Gerhard Brüning (links) und Sven Klingemann. Foto: Raiffeisen-Warengenossenschaft

Nienburg 22.01.2020 Von Die Harke

Stabiler Kurs für Raiffeisen

Zuwachs um 1,6 Millionen Euro für die Raiffeisen-Warengenossenschaft Niedersachsen Mitte

Die Raiffeisen-Warengenossenschaft Niedersachsen Mitte bewegt sich auf einem stabilen Kurs. Geschäftsführer Arno Schoppe nannte auf der 100. Generalversammlung des Unternehmens am Montag in Nienburg ein Ergebnis von 2,635 Millionen Euro. Das ist ein Zuwachs um 1,619 Millonen Euro gegenüber dem Vorjahresergebnis.

Die Umsatzerlöse lagen bei 294,903 Millionen Euro (+ 26,655 Millionen Euro). „Vor dem Hintergrund extremer Witterungsbedingungen, Preisschwankungen und politischen Unwägbarkeiten konnten wir unseren Mengenumsatz halten und den Warenumsatz sogar steigern“, so Schoppe. Die Eigenkapitalbasis wurde erneut gestärkt (+ 2,769 Millionen Euro auf 28,929 Millionen Euro) und die Gesamtorganisation des Unternehmens optimiert.

Hoher Anpassungsdruck

Als besondere Herausforderungen für 2020 nannte der Geschäftsführer politische Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene, die für die Branche eine zunehmende Regulatorik zur Folge haben werden. Dieser Anpassungsdruck werde auch an den Warengenossenschaften nicht spurlos vorbei gehen und eine Effizienzsteigerung der Betriebsabläufe erfordern, so Schoppe. Beim Thema Digitalisierung ist die Raiffeisen Mitte mit zahlreichen Aktivitäten vorn dabei. „Wir haben in den letzten Jahren stabile Verhältnisse geschaffen. Jetzt müssen wir uns anpassen, gemeinsam nach Lösungen suchen und den bevorstehenden Wandel aktiv und nachhaltig gestalten“, sagte Schoppe.

In seinem Bericht zu den einzelnen Marktbereichen ging Schoppe auf die witterungsbedingt enttäuschende Getreideernte ein, die einen Rückgang der Ernte- und Umsatzmengen nach sich zog. Die sehr kleine Kartoffelernte brachte zwar beste Qualitäten hervor, das Erfüllen aller Abnehmerverträge gestaltete sich aber sehr schwierig. Sehr positiv entwickelte sich der Marktbereich Futtermittel, sowohl im Profi- als auch Hobbyfarming-Bereich. Die Produktion regionaler Produkte in den Standorten der Raiffeisen Kraftfutterwerke Mittelweser Heide erfüllt höchste Qualitätsstandards. Die Bereiche Energie und Raiffeisen-Märkte konnten erneut wachsen und verzeichneten ihre bisher besten Ergebnisse. Die Umsätze des Marktbereiches Ackerbaus waren aufgrund der Wetterbedingungen deutlich kleiner.

Ehrungen und Danksagungen

Geehrt wurden Alexander Mantei und Bernhard Tegge für 25 beziehungsweise 40 Jahre Mitarbeit bei der Raiffeisen Mitte sowie Holger Nürge und Heiner Nolte für 25 beziehungsweise 40 Jahre Mitarbeit im Genossenschaftswesen. Für seine 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Aufsichtsrat der Raiffeisen Mitte wurde Rainer Otten geehrt. Einstimmig wiedergewählt wurden die Mitglieder des Aufsichtsrates und Beirates. Ralf Schierholz aus Liebenau (Landkreis Nienburg) wurde einstimmig in den Vorstand wiedergewählt.

Jörg Ahlers aus Emtinghausen (Landkreis Verden) und Gerhard Brüning aus Lahausen (Landkreis Diepholz) schieden aus dem Vorstand aus.

Herr Brüning bedankte sich für die sehr angenehme Zusammenarbeit mit Vorstand, Aufsichtsrat und allen Mitarbeitern der Raiffeisen Mitte. Der Strukturwandel mache auch vor seinem Hof nicht Halt. Er scheide aus Altersgründen aus und schließe sein Tor nach 500 Jahren Hofgeschichte. „Das macht mich schon traurig“, so Brüning.

Investition in Warenwirtschaft und Digitalisierung

Nach der Begrüßung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Sven Klingemann appellierte der Vorsitzende des Landvolks Mittelweser, Tobias Göckeritz, in seinem Grußwort den genossenschaftlichen Gedanken „gemeinsam sind wir stark“ zu leben. In diesem Zusammenhang ging er auf kartellrechtliche Entscheidungen und die derzeitigen Bauern-Demos ein.

Als Vorstandsmitglied der AGRAVIS AG gab Hermann Hesseler Antworten auf Entwicklungen wie Agrarwende, Digitalisierung und Klimawandel. Laut einer Studie werden von 642.000 Betrieben 1991 bis zum Jahr 2040 noch 100.000 Betriebe bleiben, so Hesseler. Die Fläche werde weiter bestellt, aber die Komplexität steige und der Druck auf Betriebe, Märkte und auf die Handelsstufen werde zunehmen.

„Gemeinsam mit den Genossenschaften wollen wir investieren, allein 11 Millionen Euro in Warenwirtschaft und Digitalisierung“, kündigte Hesseler an. Die Raiffeisen Mitte sei eine von fünf Pilotgenossenschaften, mit denen das Programm Myfamvis entwickelt wurde, um Daten erfassen, verknüpfen und Prozesse verbessern zu können.

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Erstellt:
22. Januar 2020, 18:20 Uhr
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