In Nienburg sind Ein- und Zweifamilienhäuser am teuersten, am günstigsten sind sie in Steyerberg. Foto: GAG

In Nienburg sind Ein- und Zweifamilienhäuser am teuersten, am günstigsten sind sie in Steyerberg. Foto: GAG

Landkreis 05.03.2021 Von Die Harke

Stadt Nienburg hat die höchsten Preise

Neuer Grundstücksmarktbericht / In der Kreisstadt muss für ein Einfamilienhaus tief in die Tasche gegriffen werden

Der Gutachterausschuss Sulingen-Verden hat jetzt den neuen Grundstücksmarktbericht veröffentlicht. Danach erreicht der Geldumsatz auf dem Immobilienmarkt im Landkreis Nienburg mit insgesamt 277 Millionen Euro den höchsten Stand aller Zeiten. Gegenüber dem Vorjahr wächst der Umsatz damit um rund 26 Prozent.

Die Zahl der Verkäufe ist mit 1821 weiter gestiegen. Der deutliche Zuwachs des Geldumsatzes ist auf einen Anstieg bei Eigentumswohnungen, Bauland und bebauten Grundstücken zurückzuführen. Nur landwirtschaftliche Flächen sind im Geldumsatz und in der Anzahl der Verträge etwas rückläufig.

Bei den bebauten Grundstücken wurden in 855 Kaufverträgen insgesamt 186 Millionen Euro umgesetzt. Hier ist der Geldumsatz nochmals um rund 19 Prozent gestiegen. Der erneute Anstieg ist im Wesentlichen auf den Umsatz an Wohn- und Geschäftshäusern und Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Reihenhäusern und Doppelhaushälften zurückzuführen.

99,5 Millionen Euro entfallen auf frei stehende Einfamilienhäuser

Vom Gesamtumsatz der bebauten Grundstücke entfallen 99,5 Millionen Euro auf frei stehende Einfamilienhäuser. Dies ist eine Steigerung des Geldumsatzes von 15,3 Prozent. Der mittlere Preis für ein frei stehendes Haus beträgt 2020 im Landkreis Nienburg 178.000 Euro gegenüber 157.000 Euro im Vorjahr. Dies entspricht einer Preissteigerung von 13,4 Prozent. Im niedersachsenweiten Vergleich liegt der Landkreis Nienburg damit an 39. Stelle von 46 Landkreisen und Städten.

Innerhalb des Landkreises sind die Preise in Nienburg mit 240.000 Euro am höchsten, an zweiter Stelle liegen Marklohe und Hoya mit 185.000 Euro. Danach folgen Rehburg-Loccum mit 180.000 Euro und Heemsen mit 175.000 Euro. Verhältnismäßig preiswert sind Einfamilienhäuser noch in Steyerberg und Landesbergen mit 150.000 beziehungsweise 155.000 Euro.

Regional liegen die Preissteigerungen zwischen null Prozent in Marklohe und 20 Prozent in Uchte. Tendenziell sind die Preise in den bisher preiswerten ländlichen Regionen stärker gestiegen als in Bereichen, die bereits teuer sind.

Bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften wurden mit 14,4 Millionen Euro etwa 6,2 Prozent Umsatz mehr erzielt als im Vorjahr. Die Anzahl der Kaufverträge ist dabei nahezu gleich geblieben. Der mittlere Preis ist von 119.000 Euro auf 150.000 Euro um 26 Prozent gestiegen.

Mit insgesamt 156 Kauffällen und einem Geldumsatz von 28,2 Millionen erreicht das Wohnungseigentum beim Geldumsatz einen neuen Rekord.

Die deutlichen Steigerungen sind insbesondere auf den Verkauf neu errichteter Eigentumswohnungen zurückzuführen. Eine neue Wohnung hat im Mittel 261.000 Euro gegenüber 217.000 Euro im Vorjahr gekostet. Gebrauchte Wohnungen aus den Jahren um 2000 kosten im Mittel 152.000 Euro und Wohnungen aus den Jahren von 1950 bis 1977 60.000 Euro. Insgesamt haben die Preise von Eigentumswohnungen um 4,7 Prozent angezogen.

Preissprung bei Bauernhäusern und Resthofstellen

Neben den Umsätzen von Einfamilienhäusern und Wohnungen werden im Grundstücksmarktbericht auch die aktuellsten Entwicklungen von Mehrfamilienhäusern, Wohn- und Geschäftshäusern, Resthofstellen und weiteren Gebäudearten analysiert. Einen großen Preissprung gibt es auch bei Bauernhäusern und Resthofstellen von 135.000 Euro auf 180.000 Euro. Durch die Corona-Pandemie ist insbesondere das Wohnen im ländlichen Umfeld stark nachgefragt.

Im Grundstücksmarktbericht ebenfalls enthalten sind Miet- und Pachtpreisübersichten für Wohnungen, Laden- und Büromieten sowie landwirtschaftliche Flächen. Die Wohnungsmieten liegen im Landkreis Nienburg bezogen auf den Quadratmeter zwischen 4,45 Euro für Altbauten im ländlichen Bereich und 9,25 Euro für Neubauten in guter Lage. Diese Werte beziehen sich jeweils auf Wohnungen üblicher Größe von 80 Quadratmetern in einer für das Baujahr typischen Ausstattung. Gegenüber dem Vorjahr sind die marktüblichen Vergleichsmieten um etwa zwei Prozent gestiegen.

Der Grundstücksmarktbericht 2021 erscheint dieses Jahr nur noch im Internet unter www.gag.niedersachsen.de und ist kostenfrei. Ansprechpartnerin für telefonische Auskünfte, insbesondere über Bodenrichtwerte, in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses bei der Regionaldirektion Sulingen-Verden des LGLN ist Maike Fürstenau, Telefonnummer (0 50 21) 80 81 49, maike.fuerstenau@lgln.niedersachsen.de.

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Erstellt:
5. März 2021, 18:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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