Stefan Reckleben

Stefan Reckleben

12.10.2012 Von Stefan Reckleben

Stadt versus Kreis

Verzockt

Es kracht mächtig im bildungspolitischen Gebälk zwischen Stadt und Kreis. Dass die über Jahrzehnte vernachlässigte eigene Schulentwicklung Nienburg einmal schwer auf die Füße krachen würde, war klar.

Das dauernde Ach und Weh über die Probleme stellten sich in Fachausschüssen, Stadtrat und Wahlkampf als Krokodilstränen heraus, zu verfolgen in den Debatten vor Beschlüssen um die Sanierung des Marion-Dönhoff-Gymnasiums. Marode sind Realschule an der Buermende und Nordertorschule. Der Millionen Euro schwere Investitionsstau setzt sich in der Albert-Schweitzer-Schule und in Langendamm fort.

Stadtpolitiker versenken ihre Bildungspolitik aus Lippenbekenntnisse mit 15 Millionen Euro im Spaßbad. Das Gejammer im Rathaus um die kaputten Schulen ist „Neues aus der Anstalt“?—?hatte die Stadt doch 2009 einen Schulentwicklungsplan angekündigt, über dem erst jetzt ein Arbeitskreis zu brüten begonnen hat.

In jener Ratsmehrheit, die vor Jahren eine IGS in Nienburg beschloss, bestanden Stimmen darauf, dass nicht etwa die Stadt, sondern der Kreis die Trägerschaft übernimmt?–?eine Trägerschaft über Bruchbuden? Darob schäumte schon Ex-Landrat Heinrich Eggers?—?ein ausgesprochener IGS-Gegner.

Eine ähnliche Arroganz spiegeln die Verhandlungen mit dem Kreis über den IGS-Standort wider. Der Kreis baut doch keine Schule allein für sich. Er baut sie doch auch für junge Nienburger. Er baut sie aber nicht für den Abbau städtischen Sanierungsstaus.

Die Haltung der Stadt quittieren Kreispolitiker quer durch Parteien so: „Sie hat sich verzockt.“

Stefan Reckleben

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Erstellt:
12. Oktober 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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