Vogelfreund Ehler Harms an der großen Futterstelle in seinem blühenden Wildgarten. Foto: Achtermann

Vogelfreund Ehler Harms an der großen Futterstelle in seinem blühenden Wildgarten. Foto: Achtermann

Schweringen 24.05.2020 Von Horst Achtermann

Stare und Schwalben willkommen

Bei Ehler Harms in Schweringen finden Vögel ideale Lebens- und Nistbedingungen

Der Star ist ein geselliger Vogel. Sein Gesang setzt sich zusammen aus aus flötenden, schmatzenden Tönen, wahllos aneinandergereiht und unermüdlich vielstimmig vorgetragen. Parallel schlägt er mit seinen kurzen, halbgeöffneten Flügeln. Zu sehen und zu hören ist dieses Schauspiel der Natur vor den 38 Nistkästen, in den Bäumen und auf den Gebäuden auf dem Hof von Ehler Harms in Schweringen.

Auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück an der Weserstraße hat Ehler Harms im Gespräch mit der HARKE am Sonntag aufgrund seiner Beobachtungen folgende Rechnung aufgemacht: Zurzeit wird der Starennachwuchs in 35 Nistkästen 40 Mal am Tag mit Würmern gefüttert, die der Star aus dem weichen Boden zieht. „40 Mahlzeiten x 3 Gramm Insekten x 35 Kästen sind 4,2 Kilogramm Insekten pro Tag. Wahrscheinlich sind es noch mehr“, so Harms.

Der Vogelfreund hat die Nistkästen so angebracht, dass für die Tiere immer ein freier Anflug möglich ist. Auf hohen Bäumen versammeln sich die Stare vor und nach dem Brutgeschäft gerne. „Hier wird die Paarbindung abgeschnackt, und hier warnen sie vor Feinden wie Katzen und Sperber“, so Harms.

Beliebt ist der Hof von Ehler Harms aber nicht nur bei den Staren. Auch Rauchschwalbe zwitschern auf Freileitungen und jagen im Flug mit Vorliebe über Gewässer, wo sie Fluginsekten erbeuten. „Die Rauchschwalben sind die einzigen Vögel, die wenige Zentimeter über dem Boden fliegend Insekten fangen können“, berichtet Ehler Harms weiter.

Seit meiner Kindheit sind die Rauchschwalben bei Familie Harms im Haus. Der Vogel hat sich ganz dem Menschen angeschlossen und brütet in Ställen, Dielen und Werkräumen. Von April bis September ist die Rauschwalbe, aus Südafrika über verschiedene Routen kommend, in Europa. Zur Unterstützung dieser gefiederten Mitbewohner hat Ehler Harms 70 Zentimeter vom Nest entfernt Lande- oder auch Kotbretter angebaut. „Nicht direkt am Nest, sonst nehmen die Rauchschwalben das Nest nicht an“, ergänzt der Vogelexperte.

Zwei Nester werden von den Schwalben in Anspruch genommen, ein immer sauberes Nest. „Deswegen“, so Harms, „werden von mir die Nester sauber gehalten“. Im vergangenen Jahr haben neun Rauchschwalbenpaare gebrütet. In diesem Jahr sind bisher sechs Paare da, davon brüten drei Paare. Bis Ende Mai rechnet Harms noch mit weiteren Paaren. „Im Jahr 2011 hatten wir nur ein brütendes Schwalbenpaar“. Die Rauchschwalbe nistet nur in Gebäuden, sie nehmen ihre Nester aber immer wieder an. „Im Vergleich dazu nisten Mehlschwalben nur außerhalb von Gebäuden“, so Harms weiter.

Rund um sein Gebäudeensemble gibt es Natur pur. Der große Futterplatz bringt auch Raps im Garten zum Blühen. Eine Vielfalt von Blumen breitet sich aus, darüber freut sich Ehler Harms „eine Heimat für Wildbienen“. Sein Fazit – als Mitglied im NABU Kreisverband Nienburg ist Ehler Harms Sprecher für Schleiereulen: „Jedes Tier hat seine Berechtigung, Menschen können darüber nicht entscheiden.“

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Erstellt:
24. Mai 2020, 11:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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