Starker Rückgang bei Migration aus und nach Deutschland

Starker Rückgang bei Migration aus und nach Deutschland

Die Nettozuwanderung über die Grenzen Deutschlands ist im fünften Jahr in Folge zurückgegangen. Foto: Soeren Stache/dpa/Symbolbild

Im Vergleich zum Vorjahr, in dem es noch rund 327.000 mehr Zu- als Fortzüge gab, sei der sogenannte Wanderungsüberschuss 2020 damit deutlich geringer ausgefallen, berichtete das Statistische Bundesamt.

Die Nettozuwanderung über die Grenzen Deutschlands sei damit im fünften Jahr in Folge zurückgegangen. Dabei war die Zahl der Zu- und Abwanderungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger.

Rund 24 Prozent weniger Menschen seien im vergangenen Jahr nach Deutschland gezogen und 22 Prozent weniger fortgezogen als 2019, hieß es. Zogen im vergangenen Jahr rund 1.187.000 Menschen nach Deutschland und wanderten 966.000 Menschen ab, hatte es 2019 noch rund 1,5 Millionen Zuzüge und 1,2 Millionen Fortzüge gegeben.

Die Behörde sah dabei einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den weltweiten Restriktionen im Reiseverkehr. Auch wirtschaftliche Gründe könnten in der Zeit der Pandemie eine geplante Zu- oder Abwanderung verhindert oder verschoben und so einen Effekt auf die Gesamtzahl der registrierten Zu- und Fortzüge gehabt haben.

Vor allem die Zu- und Abwanderung von Ausländern spielte bei dem Rückgang eine Rolle. Im vergangenen Jahr wanderten rund 995 000 Ausländerinnen und Ausländer nach Deutschland ein, im Jahr zuvor waren es 1,34 Millionen gewesen. Zudem verließen 746.000 Menschen ohne deutschen Pass das Land wieder - 2019 waren es 961.000 gewesen.

Auch bei deutschen Staatsangehörigen gingen Zu- und Auswanderung im Vergleich zu 2019 zurück. Es gab 10 Prozent weniger Zuzüge aus dem Ausland und 19 Prozent weniger Deutsche, die das Land verließen. Besonders häufig zog es deutsche Auswanderer in die Schweiz, nach Österreich und in die USA. So zogen den Angaben zufolge 15.000 Deutsche in die Schweiz, 11.000 nach Österreich und 6.000 in die USA.

Innerhalb Deutschlands wechselten mehr als eine Million Menschen über Bundesländergrenzen hinweg den Wohnort. Das waren 66.000 oder 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Brandenburg profitierte mit einem Saldo von 19.000 Personen am meisten von innerdeutschen Wanderungen, gefolgt von Schleswig-Holstein mit einem Plus von 11.000 und Mecklenburg-Vorpommern mit einem Zuwachs um 9000. Berlin und Baden-Württemberg verloren dagegen mit 19.000 beziehungsweise 14.000 Einwohnern die meisten Einwohnerinnen und Einwohner zugunsten anderer Bundesländer.

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