Die Mitglieder des neu gegründeten Ausschusses „Weserversalzung“. Bündnis Hamelner Erklärung

Die Mitglieder des neu gegründeten Ausschusses „Weserversalzung“. Bündnis Hamelner Erklärung

Landkreis 26.01.2018 Von Die Harke

Steigerung der Wasserqualität im Blick

Das Landkreis-Bündnis „Hamelner Erklärung“ gründet den Ausschuss „Weserversalzung“

Der Verein „Bündnis Hamelner Erklärung“ nimmt sich eines weiteren Aufgabengebietes an: die Reduzierung der Salzbelastung durch die Kali-Industrie und mögliche Schutzmaßnahmen zur Steigerung der Wasserqualität von Werra und Weser. Damit werde ein Thema aufgegriffen, das die an der Weser liegenden Landkreise auf insgesamt über 450 Flusskilometern seit vielen Jahren beschäftigt, heißt es in einer Mitteilung. Dem frisch gegründeten Ausschuss gehören im ersten Schritt sechs Landkreise (Hameln-Pyrmont, Höxter, Holzminden, Kassel, Nienburg und Schaumburg) und drei Städte (Beverungen, Hameln, Höxter) an. „Viele weitere haben bereits ihr Interesse an einer Mitarbeit bekundet“, wird mitgeteilt.

Mit Bernd Kleibl wurde in der Gründungsversammlung ein Vorsitzender gewählt, der als Fachbereichsleiter beim Landkreis Kassel seit Jahren im Thema verankert ist und deshalb bereits über zahlreiche Kontakte zu Behörden und Initiativen in der Region verfügt. Vertreten wird er von Dr. Kathrin Weiß vom Landkreis Höxter.

Das Bündnis teilt mit: „Der Kali- und Salzabbau in der hessisch-thüringischen Kali-Region führt seit über einem Jahrhundert zu gewaltigen Mengen an hochschädlichen Rückständen. Der trockene Teil dieser Abfälle wird überwiegend oberirdisch zu riesigen Halden aufgeworfen, die flüssigen Produktionsabwässer werden in die Werra eingeleitet oder in einer Gesteinsschicht verpresst. Händeringend wird vom Bergbauunternehmen nach kurzfristigen Entsorgungs- alternativen zur Aufrechterhaltung der Produktion gesucht, im Moment wird dafür die Fernableitung sehr großer Mengen gewässerschädlicher Salzabwässer direkt in die Oberweser vorbereitet.

Dazu wird Kleibl zitiert: „Die Verlagerung der nach wie vor ungelösten Umweltprobleme vom Produktionsstandort nunmehr an die Oberweser ist nicht die Lösung, weder für K+S und schon gar nicht für uns Flussanlieger. Es muss intelligentere Lösungen geben, und die gibt es auch.“

Die von den Auswirkungen der Werra- und Weserversalzung betroffenen Landkreise und Gemeinden, aber auch Fischereiverbände, Wirtschaftsunternehmen sowie Umweltinitiativen und -verbände kämpfen seit vielen Jahren unablässig für die Verringerung der Salzabwassereinleitung in das hochbelastete Gewässersystem. „Endlich sollen nun auch an Werra und Weser die europäischen Umweltstandards erreicht werden“, wird hervorgehoben.

„Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu den bestehenden Zusammenschlüssen. Vielmehr möchten wir deren Arbeit mit unseren Erfahrungen in ihrer Arbeit unterstützen“, stellt Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels, Vorsitzender des Vereins Bündnis Hamelner Erklärung, heraus und ergänzt: „Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir sowohl durch unsere Zusammensetzung über Länder- und Parteigrenzen hinaus als auch durch unsere Art des Herangehens an die Probleme viel erreichen können und sind sicher, dass uns dies auch bei diesem Thema gelingt.“

Das Bündnis werde bei den jetzt anstehenden Gesprächen und Verhandlungen mit allen Beteiligten analog zum „Südklink“ nicht als „Verhinderer“ agieren, sondern sich dafür einsetzen, dass die Belange aller berücksichtigt würden. „Das Bündnis vertritt die Position, dass das weltweit agierende Bergbauunternehmen auch in Deutschland dauerhaft und wirtschaftlich erfolgreich produzieren können muss. Allerdings kann dies nur im rechtlich zulässigen Rahmen und mit möglichst wenig Belastung für die Umwelt geschehen – so die einhellige Meinung der Ausschussmitglieder.“ Hierzu sei es zwingend notwendig, dass Verbindlichkeiten verhandelt werden. Nach der nun erfolgten Ausschussgründung will das Bündnis zunächst Gespräche mit allen Beteiligten führen.

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Erstellt:
26. Januar 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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