Sabine Lüers-Grulke DH

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Stelzenhäuser?

„Hochwasseraffin“

In der Stadt Nienburg gibt es bereits große, ausgewiesene Baugebiete, vornehmlich in Holtorf und Erichshagen. Jetzt sollen die Segelwiesen hinzu kommen. Seit mehr als 20 Jahren im Gespräch und immer wieder wegen der Hochwassergefahr verworfen, sind jetzt Planer auf den Gedanken gekommen, nun eben „hochwasseraffin“ zu bauen: Soll heißen, man arrangiert sich mit der Gefahr eines „Jahrhunderthochwassers“, bei dem der Bärenfallgraben über die Ufer treten und gemeinsam mit dem Steinhuder Meerbach das Gebiete überschwemmen könnte. Das harmlos klingende Wort „hochwasseraffin“ – wobei der aus der Mathematik stammende Begriff „affin“ soviel heißt wie „wesensverwandt“ – darf nicht darüber hinweg täuschen, dass etwa ein Viertel der in den Segelwiesen geplanten Häuser nach wie vor absaufen könnte. Die Planer sprechen von „hochwasserverträglicher Bebauung“: von Häusern, „durch die das Wasser hindurch strömen kann“. Und sie sind sich sicher, dass Liebhaber des „Besonderen“ daran Gefallen finden könnten. Wie wird es also irgendwann aussehen in den Segelwiesen? Sehen wir dort Pfahlbauten oder Stelzenhäuser wie an den Küsten Ostasiens? Warten wir’s ab.

Sabine Grulke

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Erstellt:
8. Dezember 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 33sec

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