Im Garten vor dem Gemeindehaus in Hoya: Vorsitzende Karen Siepen (Mitte) den Begleiterinnen Helga Suck-Schorling (links) und Franka Hannig. Foto: Achtermann

Im Garten vor dem Gemeindehaus in Hoya: Vorsitzende Karen Siepen (Mitte) den Begleiterinnen Helga Suck-Schorling (links) und Franka Hannig. Foto: Achtermann

Hoya 03.10.2020 Von Horst Achtermann

Sterbende begleiten – meistens zu zweit

Dasein-Hospiz-Hoya mit Erfolgen in der Ausbildung nach dem „Celler Modell“

Neue Sterbebegleiter hat der Hospizverein Dasein Hoya ausgebildet. „Wir haben in diesem Jahr vier Begleiter aus Bruchhausen-Vilsen ausgebildet in 120 Stunden, und zwar nach dem Celler Modell“, sagt erste Vorsitzende Karen Siepen im Harke-Gespräch mit den Begleiterinnen Franka Hannig und Helga Suck-Schorling.

Das neue integrative Celler Modell „Sterbende begleiten lernen“ dient zur Vorbereitung von ehrenamtlich Arbeitenden in der Sterbebegleitung. Ergebnis: Teilnehmer können den Menschen ein begleitendes Sterben im häuslichen Umfeld ermöglichen. „Grundsätzlich begleiten wir immer zu zweit“, sagt Helga Suck-Schorling, eine erfahrene Begleiterin seit 2008. „In Fällen, wenn jemand krank wird oder andere Termine plötzlich dazwischen kommen springt, natürlich nach Absprache, die zweite ein“. Franka Hannig seit 2018 in der Begleitung tätig, nimmt sich selbst gerne auch mal zurück. „Schweigend begleiten und die Körpersprache lesen, sich einfach in die Füße des anderen stellen, die begleitende Person soll sich nicht einsam fühlen, sondern verstanden“, ist der Wunsch von Franka Hannig.

Der Verein arbeitet ambulant. „Wir kommen zu den Menschen nach Hause, in die Altenheime und Krankenhäuser. Wir sind an die Schweigepflicht gebunden, arbeiten unentgeltlich, der Verein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Der Verein arbeitet unabhängig von Religion und Weltanschauung, ist gemeinnützig, betont Karen Siepen.

Gegründet wurde der Verein am 10. Juli 2006 für die Region Bruchhausen-Vilsen, Eystrup und Hoya. Fünf Personen ließen sich damals zu Begleitern ausbilden. Zum Jahresende 2006 nahm der Verein schließlich seine Arbeit auf. Gründungsmitglieder waren Anne Wasner, Hoyas jetzige Bürgermeisterin, der verstorbene Günter Kesebohm aus Hassel und Michael Albers aus Martfeld. Karen Siepen ist erste Vorsitzende seit Januar 2020, im Verein seit 2008. Ihre Stellvertreterin heißt Tanja Dannemann, die Kasse pflegt Anngret Brandt und Schriftführerin ist Edda Wassermeyer-Delekat. Gestärkt wird dieser Vorstand durch 79 Mitglieder, davon sind 17 aktiv tätig, das heißt alle haben die Ausbildung zur Sterbebegleiterin, zwei Männer arbeiten als Sterbebegleiter. Der Mitgliedsbeitrag kostet 30 Euro pro Jahr.

Die Begleiter treffen sich an jedem ersten Montag im Monat um 17.30 Uhr im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in Raum 5. Wer ehrenamtlich tätig werden will, kann sich bei Karen Siepen, Telefon (0 42 51) 73 50, oder im Verein, Telefon (0 42 51) 67 39 55 oder (01 77) 5 40 59 29 sowie per E-Mail an info@hospizverein-hoya.de, melden. Weitere Infos unter www.hospizverein-hoya.de.

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Erstellt:
3. Oktober 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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