Pixabay.com / WikiImages

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29.07.2019 Von Alan Smithee

Sternenfotografie - wie bannt man mehr als pure Schwärze auf die Linse?

Bei der Sternenfotografie ist es gar nicht so leicht, das Motiv so abzulichten, wie es dem menschlichen Auge erscheint. Um wirklich etwas aus den Bildern zu machen, sind jedoch nur ein paar besondere Einstellungen an der Kamera wichtig. Sofern ein detaillierter Shot erwünscht ist, erfüllt ein geeignetes Teleskop diese Aufgabe. Bei der Nachtfotografie kommt es nicht selten mit den normalen Kameraeinstellungen zu einem erheblichen Hauch von Schwärze. Sterne sucht man auf diesen Bildern meist vergebens. "Die richtigen Einstellungen für die Kamera sind das Erste, dem besondere Beachtung beizumessen ist, unabhängig davon, um welches Motiv es sich handelt!", wie die Redakteure von Fotospring berichten. Daher hier ein paar Parameter:

  • Kamera mit einstellbarem Fokus ist essentiell
  • Offenblende nutzen
  • Belichtungszeiten von 2 bis 25 Sekunden
  • ISO-Wert möglichst hoch einstellen
  • Autofokus ausschalten
  • Objektive mit 17-50 mm Brennweite bieten gute Voraussetzungen
  • ansprechenden Vordergrund einsetzen

Leider ist das keine Garantie dafür, dass das Bild auch gelingt. Es ist daher empfehlenswert, die Kamera mit einem passenden Stativ auszustatten. Durch die langen Belichtungszeiten schleicht sich im Freihand-Modus sonst gerne ein Schlenker ein. Als Alternative kommt ein verzögertes Auslösen in Frage, das bis zu zehn Sekunden später einsetzen darf. Das Problem: Der Sternenhimmel ist kein Stillleben und bewegt sich - Ständig! Das verzögerte Auslösen verhindert, dass die Sterne wirken, als zögen sie sich wie eine Linie über den Himmel.

Übrigens: Sofern der Fotograf die Sterne durch ein Teleskop aufnimmt, bezeichnet man dies auch gerne als Astrofotografie. Eine völlig unkomplizierte Art der Aufnahme entsteht beim Ausprobieren durch ein Fernrohr. Hierfür sind schon günstige Modelle aus dem Discounter geeignet. Soll es etwas anspruchsvoller sein, sind hochwertige Geräte empfehlenswert. Dann sollte jedoch schon die Passion zu spüren sein, dass man nicht nur den regulären Sternenhimmel als Motiv nimmt, sondern gleich eine Galaxie, oder aber weit entfernte Planeten.

Ein gutes Teleskop für solche Zwecke verfügt in der Regel über eine maximale Vergrößerung von bis zu 200 Millimetern, je nach Modell auch mehr. Dies reicht für die Planetenbeobachtung aus. Dazu kommt eine passende Barlowlinse, womit man sogar gute Aufnahmen vom Jupiter aufnehmen kann. Ein weiterer Parameter, der beim Kauf eine Rolle spielt, ist das Einsteckmaß für zusätzliche Okulare. Dieses sollte 1,25 Zoll betragen. Auf diesem Weg besteht nämlich die Option, jederzeit ein neues Okular aufzustecken und das Sichtfeld deutlich zu erweitern.

Sofern erst einmal das richtige Teleskop vorhanden ist, wird eine spezielle Kamera- oder Teleskopmontierung erforderlich, die beide Komponenten miteinander verbindet, sofern ein mögliches Verwackeln beim Ranhalten der Kamera ausgeschlossen werden soll. Mit dem richtigen Teleskop und der passenden Montierung sind gleichzeitig kürzere Belichtungszeiten möglich. Hier macht es dann auch Sinn, mehrere Bilder hintereinander aufzunehmen, um sich am Ende das Beste herauszusuchen.

Entstehen bei den Aufnahmen bis hierher so viele Ambitionen, dass man noch mehr aus den Motiven herausholen möchte, bietet der Markt spezielle Astrokameras an, was jedoch eher die Königsklasse darstellt und die Modelle in einen fast unerschwinglichen Preisrahmen stellt. Viele der Modelle arbeiten mit sogenannten "Schmalbandfiltern", welche die Motive besonders gut sichtbar macht.

Zum Schluss ist es wohl die richtige Bildbearbeitungssoftware, welche den Aufnahmen das richtige Finish verleiht. In vielen Fällen ist bei einer ausgewogenen Vorarbeit nur die Anwendung weniger Filter notwendig, um dem Bild das gewisse Etwas zu verleihen.

Prinzipiell reicht für den Anfang jedoch auch eine ganz normale Handykamera. Die heutigen Ausführungen sind bereits so gut, dass sie mehr als nur Schwärze auf den Sensor bannen. Besteht dann das Verlangen nach mehr, gibt es nach oben keine Grenze.

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Erstellt:
29. Juli 2019, 08:11 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 50sec

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