Stefan Schwiersch DH

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Stevens: Mehr als ein Knurrer

Stefan Schwiersch Ich gebe offen zu: Die TSG Hoffenheim hatte bisher den gleichen herzerwärmenden Einfluss auf mein Seelenheil wie die Hornhaut am großen Onkel, nicht viel höher war der Stellenwert von TSG-Trainer Huub Stevens, dem „Knurrer von Kerkrade“. Vergangene Woche verabschiedete sich der Trainer überraschend von der Fußballbühne, voraussichtlich endgültig aufgrund von Herzrhythmusstörungen. Ich schäme mich ein wenig dafür, dass erst eine schwere Krankheit dazu führt, den Menschen in einem anderen Licht zu sehen. Denn Stevens war weit mehr als der „Knurrer“, Stevens war Zeit seines Fußball-Lebens einer aus jener kantigen Kategorie, die heute kaum noch anzutreffen ist. „Unerschütterlich, Sieger, raue Schale – harter Kern, Mann mit ausgeprägtem Gefühl für Gerechtigkeit“: So skizzierte Eindhovens damaliger Trainer Jan Reker seinen Spieler Hubertus Josef Margaretha Stevens.

Als Trainer blieb Huub Stevens dieser klaren Linie treu und wurde dafür mit vielen Titeln belohnt: UEFA-Cup- und zwei DFB-Pokalsiege mit Schalke, der weitgehend verantwortete Erstliga-Aufstieg mit Köln, Meister mit Red Bull Salzburg, zuletzt zweimal die Rettung des VfB Stuttgart. Nur knapp schrammte Stevens am deutschen Meistertitel vorbei, unvergessen ist das Herzschlag-Finale mit meinen Bayern von 2001. Heute ist der Herzschlag wieder das Thema. Huub, alles Gute aus Nienburg!

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Erstellt:
14. Februar 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 38sec

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