Stefan Reckleben

Stefan Reckleben

02.11.2012 Von Stefan Reckleben

Stöckses Ausbaukritik

Wunschkonzert

Stöckse bekommt den ersten Teil seiner Ortsdurchfahrt ausgebaut, und schon hagelt es bei der Einwohnerversammlung Kritik (Seite 17). Kreispolitiker streiten immer um den Ausbau von Kreisstraßen und Ortsdurchfahrten. Jeder hat‘s am Nötigsten, ausgebaut zu werden. Klar. Dann stellen sie fest, dass kein Geld da ist. Vor zehn Jahren entschieden sie sich aber doch für den ersten Bauabschnitt in Stöckse. Dann ging das Gezerre zwischen Kreis und Straßenbauamt Nienburg auf der einen und dem Land als Zuschussgeber auf den anderen Seite weiter. Das Land sagte ja, dann nein und befand den Ausbau für nicht notwendig. Auch das Land ist pleite.

So warten die Stöckser zehn Jahre auf den Ausbau, schauen nicht in Pläne und müssen sich mit einem Bauabschnitt begnügen, wobei nicht klar ist, an welchem St.-Nimmerleinstag der zweite beginnt. Immerhin: Die Baufirma richtet am Montag die Baustelle ein, und der Bürgermeister will sich um Tempo?beruhigung kümmern. Die muss vor dem Ortsschild greifen und hat daher mit Planung und Ausbau der Ortsdurchfahrt kaum etwas zu tun.

Nun muss ja niemand auf die Knie sinken und devot Gemeinde, Kreis und Land ob der Wohltat eines Ausbaus huldigen. Doch wenn der umfangreicher und teurer gewesen wäre, hätte es kaum eine politische Zustimmung des Kreises und formale Bewilligung des Landes gegeben. Einige Wünsche weniger Stöckser betrifft die Zuständigkeit ihrer Gemeinde. Wünsche wie verkehrsberuhigende Maßnahmen und veränderte Ausbaustandards für mehr Sicherheit der Kinder gehen zu Lasten der Gemeinde. Und damit der Anlieger: Wer das Wunschkonzert bestellt, muss zahlen. Da verstummt das Lamentieren nach teureren Ausbaumerkmalen in der Regel dann, wenn dieselben beitragspflichtig werden. Für den Stöckser Mindestausbau zahlen die Anlieger keinen Cent. Stefan Reckleben

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Erstellt:
2. November 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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