Paul Hill/Fotolia

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Nienburg 05.12.2018 Von Andreas Wetzel

Strafbefehl ist rechtskräftig

Prozess wegen Unfallflucht

Vor dem Amtsgericht Nienburg musste sich jetzt ein 77-jähriger Nienburger verantworten, der im November 2017 an der Kreuzung Nordertorstriftweg, Ecke Berliner Ring einen Verkehrsunfall verursacht hatte und sich anschließend von der Unfallstelle entfernte, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Ihm war im Mai dieses Jahres ein Strafbefehl zugestellt worden, der über 30 Tagessätze zu 30 Euro lautete. Gegen diesen hatte er Einspruch eingelegt und wollte die gerichtliche Verhandlung anstreben. In der Verhandlung gab der Angeklagte an, am fraglichen Tag mit seinem Pkw den Nordertorstriftweg aus Richtung Ortsumgehung befahren zu haben und wollte nach links in den Berliner Ring einbiegen.

77-jähriger Nienburger verursachte Unfall und flüchtete vom Unfallort

Vor der Kreuzung Berliner Ring musste er verkehrsbedingt halten, da die Ampel Rotlicht zeigte. Hierbei achtete er wohl nicht auf sein Fahrzeug, sodass es zurückrollte und gegen den hinter ihm im stehenden Pkw prallte. Durch den Anprall entstand ein Schaden von 2150 Euro am anderen Fahrzeug.

Nach dem Unfall kam es zu einem kurzen Wortgefecht zwischen den beiden Unfallbeteiligten, wobei der Angeklagte angab, seine Kontrahentin hätte getobt. Daher habe er Angst bekommen und die Unfallstelle verlassen. Weiter behauptete er, dass nicht er zurückgerollt sei, sondern sie auf ihn aufgefahren wäre.

Die Aussage des Angeklagten wurde jedoch durch einen Kraftfahrer, der mit seinem Lkw neben den beiden Pkw gestanden hatte, widerlegt. Dieser hatte den Unfall beobachtet und seinerzeit noch gehupt, um den 77-Jährigen auf sein Zurückrollen aufmerksam zu machen. Dem Hupen schenkte er jedoch keine Beachtung.

Bei der Gerichtsverhandlung zeigte der Angeklagte wenig Einsicht, wurde jedoch durch das Gericht darauf aufmerksam gemacht, dass, sollte er den Einspruch nicht zurücknehmen, ein anderes Urteil als im Strafbefehl ergehen könnte. Insbesondere könnte statt eines Fahrverbotes die Entziehung der Fahrerlaubnis in Betracht kommen.

Schließlich zeigte sich der Angeklagte insoweit einsichtig, dass er den Einspruch gegen den Strafbefehl zurücknahm und die Verurteilung somit rechtskräftig wurde. Auf Anregung der Staatsanwaltschaft soll allerdings beim Landkreis eine Fahreignungsüberprüfung angeregt werden.

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Erstellt:
5. Dezember 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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