„Strafrahmen sind weit und angemessen“

„Strafrahmen sind weit und angemessen“

Wie man dem Kindesmissbrauch begegnet, darüber sind sich die heimischen Bundestagsabgeordneten nicht ganz einig. Foto: vovan - stock.adobe.com

Nach den schweren Missbrauchsvorfällen in Lügde und Münster fordert die CDU eine Straferhöhung bei Kindesmissbrauch. Auch der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann hatte sich für eine Strafverschärfung ausgesprochen.

Das sei der falsche Weg, sagt die heimische Grünen-Bundestagsabgeordnete Katja Keul: „Es ist lange bekannt und belegt: Täter lassen sich nicht durch Strafverschärfung oder Mindeststrafen abschrecken, sondern ganz wesentlich durch das Risiko, entdeckt zu werden.“

Seit dem Rücktritt ihres Wahlkreiskollegen Sebastian Edathy (SPD) habe sie als Rechtspolitikerin an Reformen im Sexualstrafrecht mitgewirkt. Dabei wurden die Tatbestände zur sogenannten Kinderpornographie überarbeitet, das Cybergrooming unter Strafe gestellt und die Verjährungshemmung bis zum 30. Lebensjahr verlängert.

„Die jetzigen Strafrahmen sind entsprechend weit und angemessen, um die volle Bandbreite der Tatbestände abzudecken und Staatsanwaltschaft und Gericht die Flexibilität zu geben, schuldangemessen zu reagieren. Ich finde es doch sehr befremdlich, dass wir angesichts der grausamen Taten von Lügde und Münster, die klar im oberen Strafrahmenbereich zu verorten sind, jetzt über die Mindeststrafen diskutieren“, kritisiert Keul.