Hoffnung auf Unterstützung

Streit um richtige Krebs-Untersuchung

Ist das PET/CT-Verfahren für eine genauere Krebsdiagnose notwendig? Diese Frage will ein Nienburger seit November 2021 mit seiner Krankenkasse klären. Der Mutter dauerte das alles zu lange, und sie veranlasste die Untersuchung ihres Sohnes auf eigene Kosten – ohne die 1500 Euro allerdings zu haben. Jetzt hofft die Familie auf finanzielle Unterstützung durch die HARKE-Leserschaft.

Streit um richtige Krebs-Untersuchung

Torben Busse blättert im Ordner mit den Unterlagen zu seiner Erkrankung, Mutter Helga Busse hofft, dass die Familie nicht auf den Untersuchungskosten sitzen bleibt. Foto: Brosch

„Aufschneiden, rausnehmen, fertig.“ Thorben Busse schüttelt den Kopf, der voll von Tumoren ist. Nein, das kommt und kam für ihn nicht infrage. In der vergangenen Woche hat der Nienburger seinen 46. Geburtstag gefeiert. Sein Gesundheitszustand: schwierig, wechselhaft.

Thorben Busse hat Krebs, aus den anfangs vier in seinem Kopf festgestellten Tumoren sind binnen eines halben Jahres nach seinen Angaben zehn geworden. Er befindet sich mittlerweile in Behandlung, die ersten Strahlentherapien liegen hinter ihm. Die Medikamente setzen ihm zu. Zwischenzeitlich ist er beim Gehen auf einen Rollstuhl angewiesen.

Kostenübernahmeantrag des Nienburger bislang ohne Erfolg

Es hatte gedauert, bis sich Thorben Busse in Behandlung begab. Seine Krankenkasse verweigert die PET/CT-Untersuchung (Kombination aus einer Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomografie), da diese in seinem Fall nicht zum Leistungskatalog gehöre. Der individuell vorgetragene Kostenübernahmeantrag des Nienburgers blieb bislang ohne Erfolg.

Alles begann am 14. Oktober 2021. Thorben Busse kam damals per Rettungsdienst in die Notaufnahme des Nienburger Krankenhauses. Nach einem Krampfanfall war er nach der Beobachtung seiner Mutter fünf Minuten lang bewusstlos, Schaum kam aus seinem Mund. In einer MRT-Untersuchung seines Kopfes wurden in der Klinik mehrere Metastasen festgestellt. Es wurde schließlich die operative Entfernung und eine histologische Abklärung in der Neurochirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover empfohlen, in die er nach einer Woche verlegt wurde.

Vor Operation aus der MHH geflohen

Während seines MHH-Aufenthalts bekam Thorben Busse vor dem Eingriff, dem er schriftlich zugestimmte hatte, plötzlich Panik, dass sein Kopf aufgeschnitten wird, um die Tumore zu entfernen. Er verließ das Klinikum, ließ sich nach Hause bringen – und suchte über das Internet nach einer Alternative. Seine Recherche brachte ihn zum Bonifatius Hospital in Lingen, die das PET/CT-Verfahren in der Krebsdiagnostik einsetzt. „In Hannover hatte man sich auf die Erstdiagnose verlassen und wollte das Standardverfahren durchziehen: Aufschneiden, rausnehmen, fertig“, sagt der Nienburger.

Mitte November erstellte das Hospital in Lingen einen Kostenvoranschlag, aber das sozialmedizinische Gutachten sah keinen Grund für diese Untersuchungsmethode. „Medizinische Voraussetzungen für Leistungsgewährung nicht erfüllt“, lautete das Ergebnis.

Mutter hat Angst um ihren Sohn

Thorben Busse nahm sich eine Anwältin, seine Mutter Helga Busse schaltete am 24. Dezember einen Spendenaufruf auf einer Online-Spendenplattform, der indes kaum Beachtung fand. Mit der Beschreibung hatte sich die 76-Jährige schwergetan, sodass ihr Aufruf keine Verbreitung fand. „Wir sind jetzt am Ende unserer Kraft, haben keinen anderen Ausweg mehr – und Thomas‘ Gesundheitszustand wird immer schlimmer, ich habe solche Angst“, schrieb sie am Heiligabend.

Die Sorge um ihren Sohn, der mittlerweile wieder bei ihr lebt, ist bis heute geblieben. „Ich kann es nicht verstehen, dass es ihm so schwer gemacht wird. Selbst bei normalen Arztterminen für einen Krebskranken muss teils gebettelt werden“, sagt Helga Busse. Sie entschied sich, die PET/CT-Untersuchung im Februar dieses Jahres schließlich auf eigene Kosten zu veranlassen.

In der Hoffnung, dass die Krankenkasse ihres Sohnes doch einlenken wird; aktuell läuft eine weitere Überprüfung. „Jetzt habe ich Schulden – zum Glück ist das Klinikum noch sehr entgegenkommend.“ Nach ihrer Einschätzung brachte das moderne und genaue bildgebende Verfahren zur frühzeitigen Entdeckung und Zuordnung bösartiger Erkrankungen in Lingen ihrem Sohn etwas, da es die Ursache vom Krebs besser eingrenzen konnte.

Hoffnung auf Schenkungen aus Landkreis

Nachdem der Online-Spendenaufruf nicht zum Erfolg führte, setzt Helga Busse ihre Hoffnung in einen HARKE-Bericht. 1500 Euro werden benötigt – ginge ein höherer Beitrag ein, würde dieser für weitere PET/CT-Untersuchung verwendet werden. „Und wenn die Krankenkasse doch noch bezahlt, dann spenden wir das Geld an den Förderverein des Bonifatius-Hospitals in Lingen“, sagt die 76-Jährige.

Wer der Familie finanziell mit einer Schenkung helfen möchte, möge das Geld an die Nienburgerin Helga Busse überweisen. Ihre Kontodaten bei der Volksbank Nienburg lauten: BIC GENODEF1NIN, IBAN 19256900090007578700.