19.08.2020 Von Die Harke

Stress- und Belastungsinkontinenz

Zahlreiche ältere Menschen leiden an einer Stress- oder Belastungsinkontinenz. Schätzungen zu Folge sind etwa ein Drittel aller Menschen über 65 Jahren davon betroffen. Doch zunächst sollten die Begriffe Belastungsinkontinenz und Stressinkontinenz etwas näher beschrieben werden. Bei einer Belastungsinkontinenz entleert sich die Blase völlig unkontrolliert, wenn die betroffene Person ihren Körper belastet. Das kann beispielsweise beim Tragen von Getränkekisten oder anderen schweren Gegenständen sein.

Manchmal reicht es aber auch aus, zu husten oder zu niesen. Auch dann fließt eine mehr oder größere Menge Urin unkontrolliert ab. Die Stressinkontinenz weist die gleichen Symptome auf. Der Unterschied besteht darin, dass nicht immer nur eine körperliche Belastung ursächlich ist. Es kann sich auch um Sorgen, Depressionen oder anderen psychischen Problemen handeln.

Unterschiedliche Schweregrade einer Belastungsinkontinenz

Grundsätzlich wird zwischen drei Schweregraden unterschieden. Eine Stressinkontinenz ersten Grades liegt dann vor, wenn beim Niesen, Husten oder bei einem Sprung auf den Boden Urin austritt. Beim Schweregrad II tritt beim Hinsetzen, Aufstehen oder beim Fahrradfahren Urin aus der Blase aus. Beim dritten Schweregrad ist kaum noch eine Anstrengung nötig, um den Harnfluss in Gang zu setzen.

Typische Ursachen für eine Belastungsinkontinenz

In den meisten Fällen tritt eine Belastungs- oder Stressinkontinenz durch die Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur auf. Frauen sind deshalb häufiger betroffen, weil sie zum einen meistens schon eine oder mehrere Schwangerschaften in ihrem Leben hinter sich gebracht haben. Bei Männern erschlafft die Muskulatur im Alter ebenfalls, aber bei ihnen wirkt die Prostata noch unterstützend. Deshalb leiden auch viele Männer unter einer Belastungsinkontinenz, die bereits an der Prostata operiert wurden. Ohne diese Unterstützung sind sie genauso betroffen wie die Frauen.

Bei Frauen kann eine Stressinkontinenz aber auch durch einen gestörten Hormonhaushalt auftreten. Dieser tritt während oder nach den Wechseljahren ein. In dem Fall können passende Hormonpräparate mitunter Wunder wirken und eine deutliche Linderung bringen. Das sollte auf jeden Fall vom Arzt näher untersucht und durch entsprechende Befunde abgeklärt werden.

Konservative Behandlung einer Belastungsinkontinenz

Es stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Wird dieses Problem rechtzeitig erkannt, kann zumeist eine schonende konservative Behandlung eingeleitet werden. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Gewichtsreduktion
  • Training
  • Elektrostimulation

Eine Verringerung des Körpergewichts ist immer die erste Maßnahme, die ergriffen werden sollte. Jedes Kilogramm überflüssiges Körpergewicht belastet die Blase. Deshalb ist Abnehmen stets die erste Devise. Mit entsprechenden Diäten ist dieses Ziel auch erreichbar.

Des Weiteren gibt es das Training. Insbesondere das Training der Beckenbodenmuskulatur ist wichtig. Dieses sollte unter fachkundiger Anleitung erfolgen, damit es auch von Erfolg gekrönt ist. Zudem kann die Blase trainiert werden. Dazu wird in regelmäßigen Abständen die Toilette aufgesucht, um die Blase zu entleeren. Die Blase gewöhnt sich dann an diese Intervalle, sodass sie sich nicht mehr so häufig unkontrolliert entleert.

Mit der Elektrostimulation erfolgt eine Erregung der Beckenmuskulatur. Dadurch wird die Sensibilität gefördert und die Muskelkraft verstärkt. Auch diese moderne Methode kann eine Linderung bringen.

Behandlung mit Medikamenten

Bei vielen Menschen, die an einer Belastungsinkontinenz leiden, tritt eine Linderung ein, wenn sie regelmäßig Cranberry- oder Kürbiskernkapseln zu sich nehmen. Diese sind frei verkäuflich, weil es sich im eigentlichen Sinne um keine Medikamente, sondern um Nahrungsergänzungsmittel handelt. Die Substanzen, die in den Präparaten enthalten sind, sollten die Probleme der Inkontinenz jedoch lindern. Sofern die genaue Ursache sowie die Schwere der Harninkontinenz bekannt sind, kann der Arzt mitunter auch stärkere Medikamente verschreiben. Das muss jedoch in jedem Fall individuell geklärt werden.

Chirurgische Eingriffe sind nur selten erforderlich

Nur in sehr schweren Fällen sind auch chirurgische Eingriffe nötig. Diese sind dann erforderlich, wenn sich die Beckenmuskulatur nicht mehr stärken lässt, oder die Blase aufgrund schwacher Bänder abgesunken ist. In solchen Fällen findet ein Eingriff statt, bei dem die Blase wieder in ihre vorgesehene Position gebracht und dort entsprechend fixiert wird.

Hilfsmittel zur Unterstützung

Obwohl es mittlerweile verschiedene Behandlungsmethoden für die Belastungs- und Stressinkontinenz gibt, kommen die Patienten nicht mehr ohne geeignete Hilfsmittel aus. Bei dem Anbieter ARDMED stehen Vorlagen, Einlagen, Windelhöschen und noch viele weitere Inkontinenzartikel zur Wahl. Diese stehen nicht nur für Männer und Frauen zur Verfügung, sondern auch in verschiedenen Stärken. Bei den Stärken geht es eher um die Aufnahmeleistungen. Diese können bei modernen Vorlagen bei mehr als 2,5 Liter liegen.

Fazit

Die Stress- und Belastungsinkontinenz ist ein Leiden, von dem sehr viele ältere, aber auch jüngere Menschen betroffen sein können. Inzwischen stehen viele Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Zusammen mit den modernen Inkontinenzartikeln können die betroffenen Personen jedoch unbeschwert leben.

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Erstellt:
19. August 2020, 11:26 Uhr
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