Anlaufstelle Prinzenstraße: Elke Heidorn (links), Kreis-Geschäftsführerin des Paritätischen Nienburg, mit Verena Voigts (Tagesstätte, Pari-Café), Justin Diesendorf (Ambulant Betreutes Wohnen), Frederik Fernandez (Fachstelle für Sucht und Suchtprävention) und Heike Albers-Germer (KIBIS), deren Angebote zur Begegnung und Beratung nun alle an einem Ort zu finden sind. Foto: Brosch

Anlaufstelle Prinzenstraße: Elke Heidorn (links), Kreis-Geschäftsführerin des Paritätischen Nienburg, mit Verena Voigts (Tagesstätte, Pari-Café), Justin Diesendorf (Ambulant Betreutes Wohnen), Frederik Fernandez (Fachstelle für Sucht und Suchtprävention) und Heike Albers-Germer (KIBIS), deren Angebote zur Begegnung und Beratung nun alle an einem Ort zu finden sind. Foto: Brosch

Nienburg 14.12.2020 Von Matthias Brosch

Suchtberatung ist umgezogen

Paritätischer bündelt und integriert Angebote an Prinzenstraße in Nienburg

An der Prinzenstraße in Nienburg können Menschen aus Stadt und Landkreis zusammenkommen, sich begegnen und gleichfalls beraten lassen. Seit Kurzem ist dort auch die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Paritätischen beheimatet neben dem Ambulant Betreuten Wohnen (ABW), dem Pari Café, der Tagesstätte und der Selbsthilfe-Kontaktstelle.

Dadurch gewann der Gebäudekomplex mit den Hausnummern 1a bis 3a als Anlaufstelle weitere Anziehungskraft. Verkehrstechnisch ist er gut zu erreichen, auf der anderen Seite bietet er beim Betreten und Aufenthalt in den Räumen die meist gewünschte Diskretion.

Die Beschäftigten der unterschiedlichen Angebote nehmen die örtliche Zusammenführung im Hinblick auf die Vernetzung untereinander als Vorteil wahr. „Inhaltlich gemeinsam in einem Haus zu sein, entspricht unserem Selbstverständnis ,Bunte Vielfalt sozial gestalten!‘“, sagt Elke Heidorn, die Geschäftsführerin der Paritätischen-Kreisverbände Nienburg und Diepholz ist.

Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention war bislang in Bahnhofsnähe angesiedelt, die mit ihrem Angebot im Landkreis ein Alleinstellungsmerkmal besitzt. „Bei unserer Beratung und Begleitung geht es aber nicht nur um Probleme mit Alkohol, Drogen und Medikamenten“, sagt Frederik Fernandez, der Leiter eines mehrköpfigen Teams. Vielmehr habe die Internet- und Mediensucht in jüngster Vergangenheit stark zugenommen.

„Der Bereich wächst stark.“ Weitere Themen sind Essstörungen, Kaufsucht oder Glücksspiel. Angesprochen werden neben den Betroffenen auch deren Familienangehörige, Freunde und Arbeitgeber. MPU-Beratungen nach Führerscheinverlust sind ebenfalls gefragt. Es werde stets kostenfrei und vertraulich beraten, alles unterliege der Schweigepflicht. Mittelfristig möchte der Paritätische Nienburg die Prävention noch stärker ausbauen und in Zusammenarbeit mit und in Einrichtungen zielgenau informieren – „vom Kindergarten bis Altersheim ist da alles möglich“, sagt Heidorn.

Die bisherigen anderen Angebote an der Prinzenstraße sind Beratungs- und Betreuungsdienste für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, die bei Suchterkrankten nicht zwangsläufig vorliegen müssen. Das Pari Café, das wegen der Corona-Einschränkungen derzeit pausiert, ist ein Ort der Begegnung mit regelmäßigen Angeboten.

„Es kommen Menschen, die den Austausch suchen, jemanden zum Zuhören benötigen oder einfach nur eine Zeitung lesen wollen“, berichtet Verena Voigts. Die Sozialpädagogin ist auch in die Tagesstätte eingebunden, die Hilfesuchenden im Alter zwischen Anfang 20 und Mitte 60 eine Beschäftigungsmöglichkeit in einem vertrauten Rahmen anbietet. Allen ist gemeinsam, dass sie gegenwärtig mehr im Berufsleben stehen (können).

Beim Ambulant Betreuten Wohnen werden die Menschen aufgesucht, wie Sozialarbeiter Justin Diesendorf berichtet, und ihnen bei der Bewältigung des Alltags inklusive von Behördengängen und Arztbesuchen zu unterstützen. Viele kämen aus der rechtlichen Betreuung, Reha-Maßnahmen oder der Eingliederungshilfe zum Paritätischen. „Der Paritätische hält kein eigenes Angebot an Wohnungen vor. Dieses Angebot findet in aufsuchender Weise statt, das wird häufig durcheinandergebracht“, sagt Geschäftsführerin Heidorn.

Zu guter Letzt ist die Selbsthilfe-Beratungsstelle KIBIS (Kontakt-, Information-, Beratung im Selbsthilfebereich) im Nienburger Nordertor ansässig. Leiterin Heike Albers-Germer koordiniert und begleitet landkreisweit über 60 Gruppen. Die neue Broschüre mit den Angeboten, die Anfang 2021 erscheinen soll, werde gerade zusammengestellt. Sie listet regelmäßige Treffen zu Themen wie A wie Adipositas (Fettleibigkeit) bis Z wie Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) auf.

Aktuell ist für die Angebote eine telefonische Anmeldung erforderlich. Das Pari Café ist unter (0 50 21) 9 15 98-14 zu erreichen, die anderen Durchwahlen lauten für das Ambulant Betreute Wohnen -10 oder -20, die Tagesstätte -14 und KIBIS -13. Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention behielt die vertraute Nummer (0 50 21) 97 35 10. Internet: www.paritaetischer.de/kreisverbaende/nienburg, www.selbsthilfe-nienburg.de.

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Erstellt:
14. Dezember 2020, 05:55 Uhr
Lesedauer:
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