Stefan Reckleben

Stefan Reckleben

09.07.2015 Von Stefan Reckleben

Südlink: Fürs Jubeln viel zu früh

Das Erdkabel soll beim Südlink Vorrang haben. Nun ist der Jubel groß, und schon reklamiert fast jeder Beteiligte den Erfolg für sich.

Ob es tatsächlich ein Erfolg sein wird, die Nagelprobe steht im Oktober an, wenn das zu novellierende Energieleitungsausbaugesetz zur Verabschiedung im Bundestag ansteht. Der Erfolg wird sich am Inhalt weisen: War der erste Entwurf der Öffentlichkeit zunächst medienwirksam als Fortschritt verkauft worden, zeigte sich am Widerstand entlang der 800 Kilometer langen Trasse, dass die Bürgerschaft die Beruhigungspille nicht schluckte. Denn es kommt entscheidend darauf an, wie knallhart und unmissverständlich oder wie weich und auslegbar der Erdkabelvorrang im Gesetzestext formuliert wird. Dasselbe gilt für die Abstandsregelungen: Da fehlen bei den Abständen im Außenbereich etwa nicht die 200 Meter. Nein. Es fehlt bisher die Maßgabe, dass dieser Abstand in jedem Fall einzuhalten ist. Da deuten sich also bereits Ausnahmen an, wenn man sie nur gut begründet. Im Gegensatz dazu soll der Abstand zum Innenbereich, also zu geschlossener Bebauung, unmissverständlich 400 Meter betragen.

Erscheinen die Südlink-Einzelvarianten im Landkreis im Verhältnis zur Tennet-Vorzugstrasse (A7) bisher eher als ungeeignet, könnte sich das bei einem Mehr an Erdverkabelung aus topografischen Gründen umkehren. Für Jubelgeschrei ist es also noch viel zu früh.

Zum Artikel

Erstellt:
9. Juli 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 39sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.