Arne Hildebrandt DH

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Kolumne 26.06.2017 Von Arne Hildebrandt

Suizid: Bahn fuhr wieder nicht

Ein 32-jähriger Mann ist gestern gegen 13.45 Uhr bei Neustadt von einem Güterzug

erfasst und getötet worden. Der Mann hatte sich selbst das Leben genommen. In der Regel berichten wir nicht darüber, doch sein Tod hatte Folgen, von denen Hunderte Bahnreisende betroffen waren. Denn die Bahnstrecke Bremen-Hannover war mehrere Stunden gesperrt. Wieder einmal. Donnerstag erst der Bahnausfall wegen des Unwetters, gestern nun der tragische Tod

auf der Schiene: „Wegen eines Notarzteinsatzes am Gleis zwischen Poggenhagen und

Neustadt am Rübenberge ist der Streckenabschnitt zwischen Poggenhagen und Neustadt am Rübenberge für den Zugverkehr gesperrt“, meldete die Bahn. Der Regionalexpress aus Richtung Bremen endete in Neustadt am Rübenberge. Der Züge ab Hannover fielen bis Neustadt aus. Ein Busverkehr wurde eingerichtet. Als wäre die

Strecke Bremen-Hannover verflucht. Mitte Mai war auf einem Bahnübergang in Eilvese

ein Regionalexpress mit einem Lkw zusammengestoßen. Der Fahrer kam ums Leben.

Vor zwei Wochen wieder ein Zwischenfall: Ein Intercity nach Hannover hatte 100 Minuten Verspätung. Den Anschlusszug nach Berlin hätte mein Sohn nicht mehr bekommen. Also fuhr ich ihn mit dem Auto nach Hannover. Im dicken Berufsverkehr. Alle Ampeln rot. Endlich in Hannover angekommen, erwischte er gerade noch den ICE. Denn der hatte eine Minute Verspätung. Nur eine Tür war noch auf, da der Schaffner noch nicht eingestiegen war. Nichts wie rein. Bahnfahren ist mitunter auch Glückssache.

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Erstellt:
26. Juni 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 42sec

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