Letzmalig tagte der Kirchenkreis Syke-Hoya in dieser Zusammensetzung – im März finden Neuwahlen statt. Miriam Unger

Letzmalig tagte der Kirchenkreis Syke-Hoya in dieser Zusammensetzung – im März finden Neuwahlen statt. Miriam Unger

Grafschaft Hoya 07.12.2018 Von Die Harke

Superintendent Dr. Schröder bleibt im Amt

Letzte Sitzung des Kirchenkreistags – das Parlament des Kirchenkreises Syke-Hoya bildet sich im März neu

In welcher Situation befindet sich der Kirchenkreis Syke-Hoya? Um diese Frage ging es im Gemeindehaus Bassum beim Kirchenkreistag. Es war die letzte Sitzung des amtierenden Parlaments im Kirchenkreis Syke-Hoya. Nach sechs Jahren endet die Amtszeit der Delegierten turnusgemäß. Der Kirchenkreistag entscheidet über die Finanzen, den Stellenplan und die grundsätzliche Ausrichtung des Kirchenkreises. Das Gremium setzt sich aus knapp 80 ehren- und hauptamtlichen Vertretern aus allen 28 Gemeinden des Kirchenkreises zusammen. Hinzu kommen noch die Angehörigen der Synode aus der Region, vom Kirchenkreisvorstand berufene Mitglieder sowie der geistliche Leiter des Kirchenkreises – der Superintendent. Dass der auch im nächsten Kirchenkreistag Dr. Jörn-Michael Schröder heißen wird, gab Parlaments-Vorsitzender Lothar Dreyer gleich zu Beginn der Sitzung bekannt.

Im September 2009 war Schröder mit 41 Jahren als bis dato jüngster Superintendent der Landeskirche in die Region gekommen. Das Kirchengesetz schreibt vor, dass der Amtsinhaber auf zehn Jahre gewählt wird; danach müssen der Kirchenkreistag, der Kirchenkreisvorstand und die Superintendentur-Gemeinde darüber entscheiden, ob sie ihn behalten oder ziehen lassen wollen.

Der Kirchenkreistag in Bassum bestätigte Dr. Jörn-Michael Schröder in seinem Amt. Es gab keine Gegenstimmen – stattdessen Blumen, Geschenke und Lob von der Regionalbischöfin aus Osnabrück: „Du hast viel erreicht in dieser Zeit“, blickte Dr. Birgit Klostermeier auf die vergangenen Jahre zurück. Schröder bedankte sich für das Vertrauen der Delegierten und für die Mitarbeit jedes einzelnen: „Sie haben diesen Kirchenkreis in den letzten Jahren weiterentwickelt. Vieles ist gewachsen, blüht wunderschön und lebendig.“

In seinem gleichzeitigen „Rück- und Vorausblick“ richtete er den Fokus auf die Hauptthemen, die den Kirchenkreis in den vergangenen Jahren beschäftigt hätten: „Der Kirchenkreistag hat 2015 beschlossen, die Stellenstruktur, die wir in der letzten Planungsrunde erarbeitet haben, zu übernehmen und die erforderlichen Einsparungen für den Zeitraum 2017 bis 2022 aus Rücklagen zu finanzieren. Diese Kontinuität und Planungsgewissheit haben uns gutgetan. Uns war bewusst, dass wir in die Unterfinanzierung gehen müssen, aber die Defizite sind deutlich geringer ausgefallen als damals prognostiziert.“ Ein wesentlicher Grund dafür sei der erfolgreicher Antrag an die Synode gewesen, dass die Gelder für Pfarrstellen im Fall einer Vakanz nun nicht mehr an die Landeskirche gehen, sondern im Kirchenkreis bleiben.

In diesem Jahr seien es fünf bis sechs Stellen, die zeitweilig unbesetzt waren: „Wir können uns freuen, dass wir zu den wenigen Kirchenkreisen gehören, die im Februar mit Michael Weiland einen Pastor auf Probe für die Gemeinden Hassel/Eystrup bekommen werden. Aber mit Holger Tietz (Leeste), Friederike Werber (Eitzendorf-Magelsen-Wechold) und Dr. Christina Ernst (Twistringen) verlassen uns 2019 auch wieder drei Stelleninhaber. Wir haben auf die Personalsituation reagiert, indem wir zwei Springerstellen geschaffen haben.“

Zur Zukunft der Kirche sagte Dr. Schröder: „„Wir haben es in den letzten Jahren bereits getan und werden auch weiterhin unsere Strukturen anpassen und optimieren. Die ehrenamtlich Engagierten werden zunehmend Arbeitsfelder ausfüllen, die früher den Pastoren vorbehalten waren – in der Verkündigung und Seelsorge, bei der Begleitung von Gruppen und in der Verantwortung für die Leitung und inhaltliche Entwicklung der Gemeinde.“

Zum Bau und Gebäudemanagement erklärte der Superintendent: „„In diesem Bereich haben wir in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Wir haben sehr viel alte Substanz saniert; Gebäude verkauft, die nicht mehr dem Bedarf entsprachen, und wir haben sogar einige Neubauten realisieren können.“

Im Hinblick auf die Finanzen sagte Dr. Schröder: „Der Kirchenkreis Syke-Hoya verfügt über eine solide Finanzlage, die es uns unter anderem ermöglicht, im Baubereich zu investieren und Zuweisungen für Sachkosten in den Gemeinden anzuheben. All das bei einem fast ausgeglichenen Etat. In der Stellenplanung konnten wir eine Einsparrunde ausfinanzieren. Darauf können wir stolz sein.“

Die Strukturprozesse in der Diakonie seien abgeschlossen: „Bei den inhaltlichen Arbeitsfeldern haben wir im Bereich der Diakonie sicherlich den größten Sprung gemacht. Das hat viel mit unserer Geschäftsführerin Marlis Winkler zu tun, die professionellere Strukturen geschaffen, den Ausbau der neuen Räume im ,Haus der Kirche‘ in Syke vorangetrieben und die beiden Diakonischen Werke Syke-Hoya und Diepholz zusammengeführt hat. Sie leitet ein gutes Team aus engagierten Mitarbeitenden.“

„In der Jugendarbeit hat der Kirchenkreis jahrelang vergeblich nach einem erfolgreichen Ansatzpunkt gesucht. Mit dem Engagement von Anja von Issendorff als Kreisjugendpastorin und neue Leiterin des Kirchenkreisjugenddienstes vor zwei Jahren ist es gelungen, einen roten Faden zu finden. Inzwischen gibt es nicht mehr nur in den Gemeinden, sondern auch auf Kirchenkreisebene Jugendarbeit. Der Jugendausschuss des Kirchenkreistags ist in Schwung gekommen, ebenso eine Vernetzung der Hauptamtlichen, die sich im Jugendbereich engagieren. Die angebotenen Projekte erhalten besseren Zuspruch.“

Weiter sagte der Superintendet: „Kirchenmusik ist einer unserer zentralen Bereiche. Im Frühjahr dieses Jahres gab es eine Petition, mit der 800 Unterzeichner sich für mehr Kirchenmusik im Kirchenkreis einsetzten. Das macht umso deutlicher: Wir müssen uns mit diesem Thema noch mehr beschäftigen.“

Zu den Austausch-, Partnerschafts- und Entwicklungsprojekte hieß es: „Wir haben nicht nur unsere Gemeinden vor Ort im Blick, uns ist auch das Engagement für Menschen wichtig, die in anderen Regionen der Welt leben. Der ,Ausschuss für Partnerschaftsarbeit, Eine Welt, Brot für die Welt‘ fasst viele verschiedene Arbeitsbereiche zusammen, die untrennbar mit Kirche verbunden sind. Einer davon ist die ,Tschernobyl-Hilfe‘.

20 Jahre lang hat Renate Paul aus Hoya mit unglaublichem Engagement ehrenamtlich für uns die Erholungsaufenthalte von Kindergruppen aus dem radioaktiven Gebiet in unserem Kirchenkreis organisiert. Nachdem sie diesen Arbeitsbereich zurückgegeben hatte, war lange unklar, wie es mit der Aktion weitergeht. Nun aber sieht es so aus, als würden unter der Leitung des Ehepaars Galina und Jens Frieling aus Hoyerhagen im nächsten Jahr wieder Kinder aus Gomel zu uns kommen.“

Abschließend wählte der Kirchenkreistag vier Mitglieder aus dem Kirchenkreis in den Nominierungsausschuss für die Bildung der nächsten Landessynode. Für die Berufsgruppe der Ordinierten nahm Pastor Albert Gerling-Jacobi die Wahl an, für die beruflich Mitarbeitenden Diakon Florian Elsner aus Hoyerhagen, für die ehrenamtlich Mitarbeitenden waren es Regina Meyer aus Bruchhausen-Vilsen und Siegfried Rohlfing aus Bassum.

Superintendent Dr. Michael Schröder wurde im Amt bestätigt. Miriam Unger

Superintendent Dr. Michael Schröder wurde im Amt bestätigt. Miriam Unger

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7. Dezember 2018, 21:00 Uhr
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