Vom Innenhof starteten die Trupps unter schwerem Atemschutz die Brandbekämpfung im 1. Obergeschoss, während die Menschenrettung über eine der zwei Drehleitern erfolgte. Fotos: Marc Henkel

Vom Innenhof starteten die Trupps unter schwerem Atemschutz die Brandbekämpfung im 1. Obergeschoss, während die Menschenrettung über eine der zwei Drehleitern erfolgte. Fotos: Marc Henkel

Nienburg 28.01.2020 Von Marc Henkel

Szenario: „Feuer im Patientenzimmer“

Krankenhaus, Rettungsdienst und Feuerwehr üben gemeinsam im Nienburger Krankenhaus

Erstmals nutzten Einsatzkräfte gemeinsam die Helios Kliniken Mittelweser in Nienburg für eine gemeinsame Übung. „Feuer in einem Patientenzimmer auf der Station 2“ lautete das Alarmstichwort für die Einsatzkräfte.

Beteiligt waren neben dem Krankenhaus selbst, die Einsatzleitung Ort (ELO) der Stadtfeuernwehr Nienburg, der leitende Notarzt (LNA) Dr. Wolf-Dieter Mengert und die Nienburger Feuerwehr. Schwerpunkte der Übung waren die Kommunikation der eingesetzten Einheiten sowie der Test der Aufstellflächen für die Einsatzfahrzeuge.

Mit dem Pflegepersonal des Krankenhauses wurden ein „Patient“ vom Bett in eine Schleifkorbtrage für die Rettung über die Drehleiter umgelagert.

Mit dem Pflegepersonal des Krankenhauses wurden ein „Patient“ vom Bett in eine Schleifkorbtrage für die Rettung über die Drehleiter umgelagert.

Bevor die Übung starten konnte, wurden 18 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Nienburg auf der Station 2 verteilt. Sie hatten die Aufgabe, Patienten darzustellen. Um 19.30 Uhr begab sich die Feuerwehr sowie der LNA zum fingierten Einsatzort.

Während der Brandmeister vom Dienst (BvD) und der LNA die Lage sondierten, arbeitete die interne Einsatzleitung des Helios Klinikums ihren Alarmplan ab. Umgehend wurden „Patienten“, soweit es das Einsatzszenario zuließ, und Patientenakten in Sicherheit gebracht.

Menschenrettung über die Drehleiter war eine der Kernaufgaben.

Menschenrettung über die Drehleiter war eine der Kernaufgaben.

Beim Eintreffen weiterer Feuerwehreinheiten wurden diese an die richtigen Stellflächen geleitet. Eine Drehleiter im Innenhof des Komplexes, die zweite Drehleiter an der Vorderseite zum Amalie-Thomas-Platz. Ihr Auftrag lautete, weitere Patienten, die nicht über das Treppenhaus aus dem ersten Obergeschoss evakuiert werden konnten, in Sicherheit zu bringen. Zeitgleich wurde die Menschenrettung unter schwerem Atemschutz durch das Treppenhaus eingeleitet.

Während sich die Feuerwehr um die Menschenrettung kümmerte, fand das Krankenhauspersonal Lösungen, um die geretteten Patienten anderweitig unterzubringen. Dies erfolgte in enger Abstimmung mit dem LNA statt. „Bei einem Ernstfall würde MANV 2 ausgelöst werden“, erklärt Dr. Mengert.

Im Erdgeschoss fand die Sichtung der geretteten Personen durch den leitenden Notarzt statt.

Im Erdgeschoss fand die Sichtung der geretteten Personen durch den leitenden Notarzt statt.

MANV 2 ist die Abkürzung für Massenanfall von Verletzten der Stufe 2. Dabei würden mindestens zwei Notärzte, über 20 Rettungswagen sowie weitere Hilfsorganisationen alarmiert werden.

Nach weniger als 50 Minuten waren 18 Personen über das Treppenhaus und vier Personen über die Drehleitern gerettet und das „Feuer“ bekämpft.

Insgesamt waren 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes an der Übung involviert. Von Seiten des Krankenhauses nahmen etwa 20 Mitarbeiter teil – darunter auch Brandschutzbeauftragter Rolf Pache, der die Übung ausgearbeitet hatte. „Die Übung ist eine sehr wichtige Vorbereitung auf den hoffentlich niemals eintreffenden Ernstfall und gleichzeitig eine Maßnahme zur Überprüfung unserer Alarmpläne“, erläutert Pache.

Unter schwerem Atemschutz wurde eine Pflegekraft aus dem Arbeitsbereich gerettet.

Unter schwerem Atemschutz wurde eine Pflegekraft aus dem Arbeitsbereich gerettet.

Bei einer vorläufigen Nachbesprechung zeigten sich die Beteiligten erfreut, dass die Übung trotz der vielen Kommunikationsstationen so gut gelaufen war. „Diese Übung hat uns gezeigt, dass unser Brandschutz- und Alarmkonzept funktioniert. Dennoch nehmen wir dies zum Anlass, auch bestehende Verfahrensanweisungen zu prüfen und ggf. anzupassen“, erklärt Pache. Auch die Feuerwehr war bis auf Kleinigkeiten mit dem Verlauf der Übung zufrieden.

In den nächsten Wochen wollen sich alle Übungsteilnehmer an einem Tisch setzen, um Details der Übung herauszuarbeiten und nötige Maßnahmen zu generieren.

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Erstellt:
28. Januar 2020, 17:14 Uhr
Lesedauer:
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