Der TTVN äußert sich nochmals zum Saisonstart am Wochenende und der Entscheidung, ohne Doppel zu starten. Foto: stock.adobe.com

Der TTVN äußert sich nochmals zum Saisonstart am Wochenende und der Entscheidung, ohne Doppel zu starten. Foto: stock.adobe.com

Landkreis 03.09.2020 Von Die Harke

TTVN äußert sich nochmals zum Saisonstart am Wochenende

Tischtennis: Warum ohne Doppel ?

Der TTVN beantwortet kurz vor dem Start der Tischtennis-Saison am Wochenende noch einmal, warum vorerst ohne Doppel gespielt wird.


Mit Doppeln wird Tischtennis zum Kontaktsport


Die Austragung von Doppeln hat zur Konsequenz, dass Tischtennis vom Individual - zum Kontaktsport wird. Dadurch gelten andere Bestimmungen, was die zulässige Personenzahl in der Halle betrifft (siehe Niedersächsische Corona – Verordnung § 26 ). Einige Kommunen lassen keinen Kontaktsport in ihren Hallen zu – solche Vereine könnten dann gar keine Heimspiele austragen.

Große Vereine - Beschränkung der Personenzahl in der Halle

Momentan ist Kontaktsport in Hallen auf 50 Personen begrenzt. Selbst in großen Hallen können dann maximal vier Mannschaftskämpfe gleichzeitig laufen, und Vereine mit vielen Mannschaften werden Probleme bekommen, ihre Heimspiele zu organisieren. Es ist gut denkbar, dass diese Zahl auch wieder auf 30 runtergesetzt wird – dann wird es noch schwieriger mit Doppeln. Ohne Doppel gelten diese Höchstzahlen nicht.

Das nachfolgende Zitat illustriert die Problematik sehr anschaulich: „Liebes Team vom TTVN, im Rahmen Eurer Newsletter hattet ihr ja bereits kommuniziert, dass ihr über das Spielsystem der kommenden Saison (mit oder ohne Doppel) Ende dieses Monats entscheiden werdet. Weiterhin habt ihr die damit verbundene Problematik für mitgliedsstarke Vereine auf dem Zettel. Als Vertreter einer dieser großen Vereine beziehungsweise Abteilungen möchte ich noch einmal mit Nachdruck unterstreichen, dass wir es, selbst bei mittlerweile gestiegener Gruppengröße von 50, in der Praxis nicht darstellen könnten, den Trainings- und Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Punktspiele unseres Nachwuchses (neun Mannschaften) überschneiden sich stets mit dem Zutritt der Erwachsenen zur Halle und auch mit dem Erwachsenen Punktspielbetrieb (14 Mannschaften). Die maximal mögliche Anzahl von 50 ist so schnell erreicht beziehungsweise überschritten. Wir wären also gezwungen, den kompletten Trainingsbetrieb einzustellen und ausschließlich Punktspiele durchzuführen, und das sowohl dienstags, donnerstags als auch freitags. Dieses Szenario wäre allen Aktiven gegenüber nur schwer vermittelbar. Insofern hoffe ich, dass die Entscheidung im Rahmen der aktuell gültigen Vorgaben auf ein (vorläufiges) Spielsystem ohne Doppel fällt.“

Wie regeln das der DTTB und andere TT-Landesverbände?

Der DTTB hat am 25. August erklärt, dass für die Bundesspielklassen auf die Durchführung des Doppels verzichtet wird, damit der Wettkampfbetrieb unter Einhaltung übergeordneter Grundsätze wie der Kontaktbeschränkungen, Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen ablaufen kann.

Die benachbarten großen Verbände aus NRW (WTTV) und Hessen (HTTV), deren Schulferien vor einigen Wochen endeten, haben sich für den Verzicht auf das Doppel entschieden, ebenso das Rheinland, Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg und Hamburg. In Hessen hatte man noch Mitte August geplant, mit Doppel zu agieren, diesen Beschluss dann eine Woche später aufgehoben, um damit den steigenden Infektionszahlen Rechnung zu tragen. Den Spielbetrieb mit Doppel starten Bremen, Sachsen und Thüringen. In den großen Verbänden im Süden stehen die Entscheidungen noch aus.

Rahmenbedingungen des Landes und der Kommunen

Es gibt mindestens ein Bundesland, in dem das Doppelspielen aufgrund behördlicher Vorgaben verboten ist. Entwicklungen in anderen Bundesländern zeigen, dass wir uns jedoch nicht nur an den Vorgaben der Länder orientieren müssen, da es teilweise weitere Verschärfungen auf regionaler/lokaler Ebene gibt. So sind dem DTTB mehrere Landkreise bekannt, die über die Vorgaben des Landes hinausgehen und das Doppel nicht zulassen. Auch die aktuellen Entwicklungen beim Infektionsgeschehen haben hier im Zusammenhang mit der Wahrscheinlichkeit, dass es kurzfristig zu weiteren Verschärfungen mindestens auf lokaler Ebene kommen kann, eine Rolle für die Entscheidung gegen das Doppel gespielt.

Wenn wir im gleichen Auto anreisen können wir doch auch zusammen Doppel spielen

Zum oft gehörten Argument, dass man ja auch im gleichen Auto anreist: Es kommt zwar vor, aber es ist nicht zwangsläufig so, dass beide Doppelpartner im gleichen Auto zum Punktspiel anreisen. Die Mehrzahl der Mannschaften reist mindestens mit drei Autos an. Hier kann jeder Spieler individuell entscheiden wie er das regeln möchte.

Fazit

Der TTVN hätte den Spielbetrieb im September durchaus mit Doppel starten können und hat dies auch sehr intensiv diskutiert. Die Wahrscheinlichkeit jedoch, dass dieser Weg im Herbst/Winter nicht durchgehalten werden kann, erschien sehr groß. Bei steigenden Infektionszahlen muss damit gerechnet werden, dass die in der Halle zugelassene Personenzahl wieder reduziert wird. Müsste der TTVN dann beispielsweise nach dem dritten Spieltag einen Doppelverzicht aussprechen, würde dies zu Ungerechtigkeiten und Unmut führen.

Nicht zuletzt liegt dem Verzicht auf das Doppel auch eine gewisse Vorsicht zugrunde. Einigen – vorwiegend älteren – Spielern erscheint in Coronazeiten der Einsatz im Doppel zu gefährlich, und diese Spieler sollen nicht verloren werden. Der TTVN nimmt diese Bedenken sehr Ernst und ist nach der Devise verfahren: Nicht alles was möglich ist, ist auch sinnvoll. Sollte sich die Lage besser als erwartet entwickeln, könnte zur Rückrunde möglicherweise wieder mit Doppeln agiert werden. Diese Entscheidung wird im Dezember fallen.

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Erstellt:
3. September 2020, 14:42 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 28sec

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