Jan Josef Liefers ist einer der gefragtesten deutschen Schauspieler. In „Soundtrack meiner Kindheit“ erzählt er äußerst kurzweilig von seiner Jugend in der damaligen DDR. Joachim Gern

Jan Josef Liefers ist einer der gefragtesten deutschen Schauspieler. In „Soundtrack meiner Kindheit“ erzählt er äußerst kurzweilig von seiner Jugend in der damaligen DDR. Joachim Gern

Nienburg 13.04.2019 Von Die Harke

„Tatort-Kommissar“ Jan Josef Liefers kommt

DIE HARKE ist Medienpartner: Der beliebte Schauspieler liest am 14. Mai im Nienburger Theater aus seiner Autobiografie

Als man Jan Josef Liefers vor einigen Jahren anbot, ein Buch über seine Kindheit in der DDR zu schreiben, reagierte er zunächst zögerlich, weil er sich eigentlich noch nicht alt genug für eine Biografie fühlte. Das Argument „Schreib‘ sie jetzt, denn jetzt erinnerst du dich noch daran“ überzeugte ihn schließlich. Am Dienstag, 14. Mai, um 20 Uhr nimmt er die Besucher des Nienburger Theaters auf dem Hornwerk mit auf seine Zeitreise in den damaligen Osten. Die äußerst amüsante und kurzweilige Lesung aus der Autobiografie von Jan Josef Liefers trägt den Titel „Soundtrack meiner Kindheit“. Theaterleiter Jörg Meyer freut sich auf das erste Nienburg-Gastspiel des prominenten Künstlers: „Die Anfrage kam erst vor wenigen Tagen, ob der bei Jan Josef Liefers kurzfristig freigewordenen Termin in Nienburg möglich sei. Eigentlich sind vier Wochen Vorverkaufszeit zu kurz, um einen Theatersaal mit 600 Plätzen adäquat zu füllen. Das trauen wir uns nur bei Künstlern wie Reinhard Mey, Herman van Veen oder Jürgen von der Lippe. Aber so ein Künstler ist Jan Josef Liefers aus meiner Sicht: vielseitig, außerordentlich erfolgreich und beliebt sowie vielbeschäftigt. Daher ist dieser Termin auch eine Gelegenheit, die wir ergriffen haben – in der Erwartung, dass auch das Nienburger Publikum ab Montag, 15. April, ab 9 Uhr zahlreich diese Gelegenheit ergreift und Tickets bucht. Meine Hoffnung ist zudem, dass wir Jan Josef Liefers selbst ein bisschen von Nienburg begeistern können, damit wir es zukünftig leichter haben, ihn wieder einmal – vielleicht auch mit seiner Band – an die Weser locken zu können.“

„Gegen Abend – die Sonne war mal wieder dabei, Republikflucht zu begehen und in den Westen abzuhauen – läuteten die Glocken einer benachbarten Kirche zeitgleich mit meinem ersten Schrei, und die junge Frau hatte es geschafft.“ So schildert Liefers mit seiner samtenen, charakteristischen Stimme seine Geburt im Jahr 1964 in Dresden und weitere Episoden aus seiner Jugend, die sehr locker und mit viel Humor geschrieben sind. Blickt man auf seine eigene Vergangenheit zurück, verbindet man bestimmte Lebensphasen oder Ereignisse automatisch mit der Musik, die einen in dieser Zeit besonders berührt und begleitet hat. Denn nichts ruft die Erinnerung an die Jugend so lebhaft wach wie die Songs, mit denen man erwachsen wurde. Rockbands wie die Puhdys, Karat oder Pankow begleiteten den jungen Liefers.

Köstlich ist auch die Geschichte, als er als 13-Jähriger auf dem Nachhauseweg eine endlose Menschenschlange vor einem Musikhaus sah. „Ich stellte mich sofort hinten an, das machte jeder gelernte DDR-Bürger reflexartig, auch ohne zu wissen, was es da vorn genau gab.“ Die dabei erworbene, für ihn nutzlose Udo-Jürgens-Langspielplatte schenkte er seiner Mutter, die beim Hören von „Griechischer Wein“ wie Anthony Quinn in „Alexis Sorbas“ mit ausgebreiteten Armen freudestrahlend, mit feuchten Augen, zu tanzen begann.

Nach der Schauspielschule spielte Liefers in Hamburg Theater, wechselte dann jedoch aufgrund zahlreicher Angebote rasch vor die Kamera. Bekannt wurde er einem breiten Publikum mit „Knocking on Heavens Door“, „Rossini“ oder „Der Turm“, nicht zuletzt jedoch mit der Rolle des Professor Boerne im Münsteraner Tatort. Zahlreiche Preise wie mehrfach den Grimmepreis, die Goldene Kamera oder den Bambi erhielt er für seine Darstellungen in Film und Fernsehen.

Seiner Leidenschaft für die Musik frönt Jan Josef Liefers mit seiner Band „Radio Doria“; sie sind seit Jahren erfolgreich auf Tournee. DH

Karten gibt es ab Montag, 15. April, an der Theaterkasse im Stadtkontor, Kirchplatz 4 in Nienburg, Telefon (0 50 21) 8 72 64 und 8 73 56, Fax (0 50 21) 87 5 83 56, per E-Mail an theaterkasse@nienburg.de sowie im Internet unter www.theater.nienburg.de. Die Theaterkasse hat montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr geöffnet und freitags von 9 bis 13 Uhr.

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Erstellt:
13. April 2019, 16:16 Uhr
Lesedauer:
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