Hilfsmittel erleichtern ein Leben in Eigenständigkeit. Hierzu beraten Silke Grelle und Andrea Mänz (v. li.) vom Senioren- und Pflegestützpunkt beim Landkreis Nienburg. Foto: Landkreis

Hilfsmittel erleichtern ein Leben in Eigenständigkeit. Hierzu beraten Silke Grelle und Andrea Mänz (v. li.) vom Senioren- und Pflegestützpunkt beim Landkreis Nienburg. Foto: Landkreis

Landkreis 18.02.2021 Von Die Harke

Telefonischer Rat viel nachgefragt

Senioren- und Pflegestützpunkt hilft bei Lösungsfindung

Der Senioren- und Pflegestützpunkt beim Landkreis Nienburg ist derzeit eine gefragte Adresse – oder besser gesagt Hotline. Denn Erstkontakt und Beratungen finden immer mehr per Telefon und E-Mail statt. Darüber hat die Kreisverwaltung jetzt in einer Pressemitteilung informiert.

„Es sind zunehmend die Seniorinnen und Senioren selbst, die sich in ihrer Sorge und Not hier melden. Die beiden Fachkräfte vor Ort helfen, wo und wie sie nur können und möchten Angehörige und Betroffene wissen lassen, dass sie jederzeit da sind, um gemeinsam Lösungen zu finden“, heißt es weiter.

Seitdem Freizeit- und Kulturangebote weggefallen sind und ältere Menschen möglichst nicht mehr einkaufen gehen, ihre Kinder und Enkel sehen oder Bekannte treffen sollen, seien Einsamkeit und Überforderung groß. „Viele ältere Menschen isolieren sich komplett, aus Angst, sich mit Corona anzustecken. Es fehlen dann jegliche sozialen Kontakte“, wird Silke Grelle vom Senioren- und Pflegestützpunkt beim Landkreis zu ihrer Erfahrung zitiert. „Uns begegnen zunehmend Verzweiflung, Ängste und Hilferufe.“ Corona habe viele Versorgungsstrukturen längst wegbrechen lassen. Zum anderen, so die Vermutung von Grelle, scheint die Sensibilität der Angehörigen für Kummer und Sorgen ihrer Angehörigen zugenommen zu haben: „Die jüngere Generation hat weniger zu tun – da fällt ihnen die Isolation der Eltern mehr auf.“

Die Pflegefachkraft und Pflegeberaterin bedauert es sehr, bei Hilfesuchenden nicht mehr ohne Weiteres persönlich vorbeikommen zu können. Aber sie bietet zusammen mit ihrer Kollegin Andrea Mänz jederzeit unterstützende Gespräche per Telefon an. Wenn die bisherige Haushaltshilfe also nicht mehr kommt, ist sie bei der Suche nach einem ambulanten Anbieter behilflich. Wenn ein Angehöriger nicht mehr in der Kurzzeitpflege sein kann oder aus Angst vor Ansteckung die Tagespflege nicht mehr besucht, helfen die beiden dabei, Alternativen zu finden. „Wir versuchen immer, gemeinsam Lösungen zu finden, etwa Unterstützung in der Nachbarschaft zu suchen, ein Inserat aufzugeben oder eine unserer Ehrenamtlichen zu vermitteln“, sagt Mänz. 15 ehrenamtlich tätige Damen und Herren sind derzeit in Zusammenarbeit mit dem Stützpunkt tätig. Sie unterstützen ältere Menschen bei kleineren Einkäufen, besuchen sie und haben ein offenes Ohr für alle Belange. Es werden Spaziergänge unternommen oder es steht auch mal ein gemeinsamer Arztbesuch auf dem Programm.

Es sind diese sehr individuellen Anforderungen und Bedürfnisse, die einen ausführlichen Austausch erforderlich machen. Bei der Beratung für Menschen im Alter oder mit Betreuungsbedarf stellen die beiden Pflegefachkräfte auch Alltagshilfen und Hilfsmittel für das Wohnumfeld vor, sie beraten zu speziellen Themen wie Pflegegrad oder Patientenverfügung und helfen beim Beantragen von Leistungen. Vieles davon kann in Telefongesprächen geklärt werden. „Bei einer Wohnberatung allerdings ist der Hausbesuch das Herzstück der Beratung und findet nach wie vor unter den erforderlichen Hygienemaßgaben statt“, so Mänz, die auch ausgebildete Wohnberaterin ist.

Fachkompetente Hilfe, Zuwendung und Wegbereitung gibt es im Fachdienst Senioren und Pflege beim Landkreis Nienburg von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr unter Telefon (0 50 21) 967- 201 bei Andrea Mänz oder unter der Durchwahl 341 bei Silke Grelle und per E-Mail an senioren@kreis-ni.de. Die beiden informieren auch gerne Personen, die sich für eine entsprechende ehrenamtliche Tätigkeit interessieren.

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Erstellt:
18. Februar 2021, 08:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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