Foto: Rido / shutterstock.com

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24.06.2020 Von Die Harke

Telemedizin erfreut sich, besonders bei Männern, immer größerer Beliebtheit

Die Digitalisierung ist immer stärker im Vormarsch. Auch im Gesundheitsbereich ist dies immer mehr zu spüren. Ein Beispiel hierfür ist das wachsende Interesse an der sogenannten Telemedizin: Darunter versteht man die Bereitstellung von medizinischen Leistungen durch Kommunikationstechnologien. Charakteristisch dafür ist der Umstand, dass Arzt und Patient sich nicht am selben Ort aufhalten.

Welche Vorteile bietet diese Behandlungsmöglichkeit?

Zunächst besteht eine Entlastung für Angestellte im Gesundheitsbereich, weil vor allem geringfügige Leiden der Patienten schlicht schneller und effektiver gehandhabt werden können.

Dazu zählt auch eine große Zeitersparnis für Arzt und Patient. Weiters ist eine Ressourcenschonung sowie ein effizienterer Einsatz derselben durchaus denkbar.

Der wohl wichtigste Aspekt ist jedoch die Reduktion der geistigen und physischen Belastung der Patienten und die Aufweichung von starren Ordinationszeiten: Personen, die in abgelegenen Gebieten wohnen, müssen häufig weite Wege antreten, um einen Arzt aufzusuchen.

Durch die Möglichkeit der Telemedizin könnte dies schon bald der Vergangenheit angehören. Viele Männern bevorzugen auch aus Gründen der Diskretion, Online Kliniken um somit möglichst wenig Schamgefühl zu verlieren.

Als ein Ziel der Digitalisierung im Gesundheitsbereich zählt es weiters auch, die momentan bestehende, und immer größer werdende, Zettelwirtschaft einzuschränken.

Insbesondere im Bereich der Arzneimittelverschreibung könnte künftig ein elektronisches Rezept verordnet werden. Ebenfalls denkbar wäre eine rein elektronische Übermittlung von Befunden und Arztbriefen.

Die rechtliche Grundlage

Am 19. Dezember 2019 trat das Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG) in Kraft. Dadurch kam es zu neuen Möglichkeiten im Gesundheitswesen.

Zunächst sind Gesundheitsapps zu nennen, die nun ärztlich, auf Kassenkosten, verschrieben werden können. Sie dienen hauptsächlich als Hilfestellung für die Patienten in Bezug auf Medikamenteneinnahme oder Dokumentation von Vitalwerten.

Ein weiterer Ansatz ist die Ausweitung einer elektronischen Patientenakte: Dadurch wurden bereits Apotheken und Krankenhäuser verpflichtet, sich diesem System in naher Zukunft anzuschließen.

Die Wissenschaft als großer Gewinner

Durch die zunehmende Zusammenführung von Gesundheitswesen und Informationstechnologien, kommt es zu einer Förderung des medizinischen Fortschrittes. Durch das DVG besteht künftig die Möglichkeit, anonymisierte Gesundheitsdaten Forschungsstätten zukommen zu lassen.

Der Wissenschaft steht also in Zukunft eine viel größere Anzahl an Information und Datenmenge zur Verfügung. Nicht zu vergessen ist die damit einhergehende, verstärkte, Verantwortung: Die Inhaber der Daten müssen damit auch die IT-Sicherheit ausbauen, um sie bestmöglich zu schützen.

Videosprechstunden als neue Kontaktmöglichkeit

Durch das DVG steht es nun Ärztinnen und Ärzten offen, auf ihrer Homepage die Option einer Videosprechstunde offenzulegen und darüber zu informieren.

Ganz generell erfreut sich diese Idee großer Beliebtheit in der Bevölkerung: Umfragen zu Folge würde über die Hälfte der Befragten solch eine Kontaktalternative in Erwägung ziehen. Durch das Coronavirus findet im Allgemeinen ein Umdenken statt.

Immer mehr Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen versuchen nun ihr medizinisches Angebot auszuweiten, indem sie Videosprechstunden anbieten. Wenn man die digitale Entwicklung der letzten Jahre betrachtet, wäre es nicht überraschend, wenn solch eine Behandlungsmöglichkeit schon bald dem Alltag angehört.

Besondere Beliebtheit bei Männern

Vor allem Männer nehmen Angebote wie Onlinesprechstunden gerne in Anspruch, weil der Weg zum Arzt von ihnen oft nur bei zwingender Notwendigkeit angetreten wird.

Ein häufiger Grund dafür ist ein Schamgefühl, wenn es um Beschwerden und Symptome geht, die in sensible Bereiche eingreifen.Deshalb präferieren Betroffene eine anonyme Onlinebehandlung, weil diese meistens sehr diskret abläuft.

Oben genannte sensible Bereiche können beispielsweise Potenzstörungen, Haarausfall oder Hauterkrankungen sein. Männer die beispielsweise eine Potenzkur gegen Erektionsstörungen benötigen können sich somit auch über das Internet Hilfe suchen.

Gehört die persönliche Anwesenheit in Arztpraxen bald der Vergangenheit an?

Neben einer Mischung aus Onlineangebot und physischer Präsenz erfreuen sich nun auch reine Online-Arztpraxen immer größerer Beliebtheit. Hierbei bleibt ein persönlicher Besuch gänzlich aus und die Behandlung erfolgt ausschließlich online.

Dabei hagelt es bereits von vielen Seiten Kritik, weil auch verschreibungspflichtige Medikamente auf diesem Wege verschrieben werden. Vor allem das damit einhergehende Fehlen von tatsächlichen Untersuchungen und Befunden ist ein großer Streitpunkt.

Aufgrund dieser Argumente sehen Online-Arztpraxen auch die Möglichkeit vor, Patienten an andere Ärzte in der Nähe zu verweisen. Dies ist besonders dann nötig, wenn es sich eben nicht nur um so genannte Lifestyle Arzneimittel wie gegen Haarausfall oder Erektionsstörungen handelt.

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Erstellt:
24. Juni 2020, 08:40 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 08sec

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