Rebekka Kubiak-Böse und Ulrich Bach. Jan-Hendrik von Stemm

Rebekka Kubiak-Böse und Ulrich Bach. Jan-Hendrik von Stemm

Steyerberg 10.11.2017 Von Die Harke

„Texte mitten aus dem Leben“

Literaturcafé in der Meyersiekschen Mühle

Die „Werkstattgruppe Literatur“ und der „Kulturimpuls“ hatten kürzlich aus Anlass ihres 20-jährigen Bestehens in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein zu einer Jubiläumsveranstaltung mit Lesung und Musik in die [DATENBANK=4709]Meyersieksche Mühle[/DATENBANK] in Steyerberg eingeladen. Im Anschluss an die vom Heimatverein vorbereitete Kaffeetafel begrüßte [DATENBANK=4045]Horst Peters[/DATENBANK], Vorsitzender vom „Kulturimpuls“, das Publikum und hob in seinem Rückblick als besonderes Anliegen des Vereins die Notwendigkeit hervor, junge Menschen für Kultur zu begeistern. Er wies in diesem Zusammenhang mit Blick auf die am 8. Dezember stattfindende Opernfahrt nach Bremen zu „Der Barbier von Sevilla“ hin.

Nach einem ersten Liedvortrag blickte Ulrich Bach, Mitglied der „Werkstattgruppe Literatur“, dann auf die Gründung der „Werkstattgruppe Literatur“ durch den Schriftsteller Heinz Kattner im April 1997 im Kloster Loccum zurück, wo die Gruppe bis 2015 ihren festen „Schreibort“ hatte, der dann wegen Baumaßnahmen nach Hermannsburg verlegt wurde. Sie besteht aus zwölf Theologinnen und Theologen, die nach Abschluss ihrer theologischen Ausbildung wegen der schwierigen Stellensituation in den 90er Jahren nicht in den Pfarrdienst übernommen worden sind, so dass sie sich teilweise beruflich neu orientieren mussten. Heinz Kattner nahm damals diese Entwicklung zum Anlass, einen Schreibzirkel ins Leben zu rufen, um den Betroffenen eine Möglichkeit zur literarischen Verarbeitung ihrer Gedanken und Gefühle angesichts ihrer schwierigen Situation zu geben.

Im Laufe der Jahre trat jedoch mehr und mehr die Freude an der literarischen Arbeit in den Vordergrund, was im Verlauf der Lesung der fünf Autoren und Autorinnen auch deutlich zu spüren war. So wurden feinfühlige Wahrnehmungen über einen Spaziergang an einem Bach im Klosterwald (Susanne Dremel-Malitte) formuliert oder die Situation im Umgang mit einem Harmonium, das „ich gar nicht spielen kann“ (Jan Hendrik von Stemm) beschrieben. Die Erfahrungen der „Generation 50 Plus“ wurden mit einem Schuss Humor und zugleich tiefsinnig mit der Sehnsucht nach Liebe, „die über das graue Haar streicht und mich meint“ (Susanne Boeckler) in den Blick genommen.

Ebenso wurde das konzentriert zuhörende Publikum in die Gedankenwelt über den Kauf eines Kettenanhängers, dem ein Stück fehlt und der trotzdem vollkommen ist (Angela Werner) geführt und durfte auch „am Tisch der Tränen“ (Ulrich Bach) Platz nehmen. Die Autoren und Autorinnen, deren Vortrag an einigen Stellen mit spontanem Beifall bedacht wurde, trugen „Texte mitten aus dem Leben“, wie eine Zuhörerin es formulierte, vor.

Musikalisch umrahmt wurde die Lesung von Ulrich Bach, der neben einigen solistisch vorgetragenen Stücken mit seiner Lebensgefährtin Rebekka Kubiak-Böse verschiedene deutsche Volkslieder erklingen ließ.

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Erstellt:
10. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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