Die Teilnehmer der Solidaritätsveranstaltung für Nienburgs Partnerstadt Witebsk vor der Martinskirche. Foto: Kopf

Die Teilnehmer der Solidaritätsveranstaltung für Nienburgs Partnerstadt Witebsk vor der Martinskirche. Foto: Kopf

Nienburg 16.10.2020 Von Die Harke

Tiefe Sorge um Freunde und Bekannte

Solidaritätsveranstaltung: Offener Brief, Kerzen und Blumen für Witebsk

Woche für Woche demonstrieren Hunterttausende unter Einsatz von Gesundheit und Leben für mehr Demokratie und Tranzparenz in Weißrußland. Vor der Martinskirche in Nienburg kamen jetzt mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger zusammen, um ihre Solidarität mit der Demokratiebewegung in Belarus zu bekunden. Sie nutzten das Treffen zum Austausch beunruhigender Informationen aus der Partnerschaft Witebsk und empfanden tiefe Sorge um ihre Bekannten und Freunde, die sie in den fast 30 Jahren der Begegnungen kennen und wertschätzen gelernt haben.

Helga Knoche-Harries, eine der Initiatorinnen des Treffen, verlas einen „Offenen Brief“, der von zahlreichen Anwesenden unterzeichnet wurde:

„Dies ist unsere Botschaft an unsere Freundinnen und Freunde in Witebsk und Belarus. Wir Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis Nienburg haben in den letzten fast 30 Jahren partnerschaftliche Beziehungen nach Belarus, insbesondere zu Euch in Witebsk aufgebaut.

Sie mündeten in dem offiziellen Partnerschaftsvertrag zwischen Nienburg und Witebsk vom 14. Februar 1991, der Grundlage für vielfältige Begegnungen geworden ist. Mit Entsetzen erfahren wir nun von dem anhaltenden gewalttätigen Vorgehen der Lukaschenko-Regierung gegen friedlich demonstrierende Bürgerinnen und Bürger. Darunter sind auch Ihr, die Ihr Euch gewaltfrei für die demokratisch verbrieften Rechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit einsetzt.

Wir beobachten, was mit Euch geschieht und drücken unser Mitgefühl für die Leidtragenden aus, die sich seit Wochen mutig mit Leib und Seele gegen Rechtsverletzungen wehren und dabei Schreckliches ertragen müssen. Die Machthaber verletzen damit die universalen Rechte der Menschenrechtscharta, die Weißrussland als Mitglied der Vereinten Nationen selbst unter-schrieben hat. Gewalt ist nicht der richtige Weg – nur im Dialog lässt sich die Zukunft aufbauen.

Wir wünschen euch eine Zukunft in Offenheit, Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden.“

Im Anschluss an die Verlesung des Offenen Briefes erinnerteWolfgang Kopf, Initiator der Witebsk-Begegnungen, an die schwierigen Anfänge und die erfreuliche Entwicklung der Städtepartnerschaft und rief zu einer Schweigeminute auf. Thomas Gatter, Vorsitzender des Arbeitskreises Gedenken der Stadt Nienburg, erläuterte den großen Einfluss, den die Demokratiebewegung und die Witebsker Erinnerungskultur auf die Nienburger Gedenkarbeit genommen hat.

Er sagte zu, den Offenen Brief an den Bürgermeister der Stadt und den Landrat des Kreises Nienburg weiterzuleiten. Zum Abschluss der Solidaritätsbekundung wurden weiß-rot-weiße Kerzen, die Farben der Demokratiebewegung von Belarus, entzündet und gleichfarbige Blumen vor Ort niedergelegt. Auch der Verein „Nienburger Freundschaften weltweit“ hat die besorgniserregende Situation in Witebsk auf seiner letzten Vorstandssitzung behandelt und sich voll und ganz hinter den Offenen Brief gestellt.

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Erstellt:
16. Oktober 2020, 09:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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