Auf "Königs Hoff" in Magelsen werden „Bunte Bentheimer“ gezüchtet - nach strengen Neuland-Vorgaben. Achtermann

Auf "Königs Hoff" in Magelsen werden „Bunte Bentheimer“ gezüchtet - nach strengen Neuland-Vorgaben. Achtermann

Magelsen 21.09.2019 Von Horst Achtermann

Tierhaltung mit Familienanschluss

Bunte Bentheimer Schweine in Magelsen auf Königs Hoff – Dem Engagement eines Landwirts aus der Grafschaft Bentheim ist es Mitte der 1960er Jahre zu verdanken, dass die „Swatbunten“ nicht ausgestorben sind. Das Bunte Bentheimer Schwein ist eine fruchtbare und stressresistente Rasse mit guten Muttereigenschaften.

Tageslicht erhellt die „Geburtsstationen“ im Schweinestall auf Königs Hoff, wo neugeborene Ferkel an den Zitzen ihrer Mutter saugen. Die wiederum liegt grunzend im frischen Stroh und fühlt sich offensichtlich wohl. In den geräumigen Ställen haben die Ferkel genügend Platz, um sich auszutoben. Es sind Bunte Bentheimer Schweine, die in Herdbuchzucht von Marco und Svea Wienberg auf „Königs Hoff“ in Magelsen gezüchtet werden.

„Wir züchten mit Überzeugung die vom Aussterben bedrohte Haustierrasse“, unterstreicht Svea Wienberg. Zu erkennen sind die Tiere an der gelben Ohrmarke. Nur Tiere mit diesen Ohrmarken stammen aus offizieller Herdbuchzucht und sind reinrassig.

Zwei Eber begleiten 21 Sauen auf Königs Hoff. Die Sauen werfen zweimal im Jahr im Durchschnitt 20 Ferkel. Etwa 30 Ferkel werden nach drei Monaten alle sechs Wochen zum Mäster nach Munster (mit etwa 30 Kilo) gebracht. Nach neun Monaten sind sie schlachtreif.

Die Sauen sind Tag und Nacht draußen. „Dort können sie suhlen und ihrem natürlichen Trieb nachgehen und in der Erde wühlen“, erzählt Svea Wienberg. Zutraulich kommen die Sauen näher und lassen sich mit Äpfeln aus der Hand füttern. Im Winter und zum Abferkeln mit viel Platz sind die Sauen im Stall.

Marco Wienberg arbeitet als Landwirt in Inschede. Er beschreibt das Bunte Bentheimer als ein mittelgroßes, langgestrecktes Schwein mit Schlappohren und unregelmäßigen schwarzen Flecken auf weißen oder hellgrauem Grund. „Hervorragende Fleischqualität, der Speckanteil ist höher als bei den hochgezüchteten Schweinen, was sich positiv auf das Fleisch auswirkt.“

Im Geschmack, im Aussehen und in den Brateigenschaften, ergänzt Svea Wienberg. Sie arbeitet als Altenpflegerin in Teilzeit in Eitzendorf. „Unsere Schweine erhalten genfreies Fertigfutter nach Neuland-Richtlinien. Außerdem Heu, Silage und Stroh aus eigenem Anbau. Im Herbst auch Futterrüben, Äpfel und Birnen“, berichtet Wienberg weiter.

Die Marke Neuland zertifiziert Produkte aus artgerechter Tierhaltung. Der Ringelschwanz ist ein Symbol für tiergerechte Haltung, die bei Neuland garantiert ist. „Die männlichen Ferkel werden unter Betäubung kastriert“, betont Svea Wienberg.

Richtlinien bei Neuland sind: Haltung auf Stroh ohne Fixierung, Mehr Platz für jedes Tier als gesetzlich vorgegeben, Auslauf ins Freie/Weidehaltung und keine präventive Antibiotikabehandlung. Der letzte Weg zum zertifizierten Schlachter wird von den Züchtern selbst übernommen, es ist ein kurzer Transportweg.

„Wir sind im Werden und bauen unseren Verkaufsraum gerade aus“. Im Angebot haben sie Leberwurst, Sülze, Jagdwurst, Rotwurst, gekochte Mettwurst und Zwiebelmett im Glas. Dazu verschiedene Bratwurstsorten, Schinkenknacker und Fleisch.

Die Direktvermarktung von Fleisch und Wurst aus artgerechter Haltung von den eigenen Bentheimer Landschweinen in Magelsen 33 ist an jedem Freitag von 17 bis 19 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter 0172/4117037 oder O1522/ 4826118 zu erreichen.

Familiäre Bindung: Marc Wienberg füttert Äpfel aus der Hand.  Achtermann

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Behaglich grunzend liegt die Sau im frischen Stroh. Achtermann

Behaglich grunzend liegt die Sau im frischen Stroh. Achtermann

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Erstellt:
21. September 2019, 21:55 Uhr
Lesedauer:
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