Tierschützer arbeiten am Limit

Tierschützer arbeiten am Limit

Matthias Rossi und Edmondo Rolle-Rossi (links) sind quasi die Hainzelmännchen des Tierheims Drakenburg: Sie schauen immer dann vorbei, wenn ihre Zeit es erlaubt und kümmern sich um alles, was anliegt. Manfred Wawreks Augenmerk gilt den Hunden, Walter Füllgrabe (rechts) ist der Tierschutzbeauftragte des Vereins. Zusammen mit seiner Frau Ulrike und seiner Schwiegermutter Elsbeth Hellweg-Scheele hat er den Tierschutzverein Nienburg-Drakenburger Heide vor etwa 35 Jahren gegründet. Hagebölling

Fast genauso alt wie DIE HARKE am Sonntag ist der Tierschutzverein Nienburg-Drakenburger Heide. Walter Füllgrabe, eines von sieben Gründungsmitgliedern, erinnert sich noch gut an den Tag vor fast 35 Jahren, als er den Verein unter anderem zusammen mit seiner Frau Ulrike und seiner Schwiegermutter Elsbeth Hellweg-Scheele ins Leben gerufen hat. Füllgrabe fungiert heute als Tierschutzbeauftragter des Vereins. Er ist dort zur Stelle, wo Tiere in Not sind.

Leiterin des Tierheims ist seit über zehn Jahren Silvana Romann. Romann ist zugleich eine von zweieinhalb fest Beschäftigten. Finanziert werden neben den Gehältern auch alle anderen anfallenden Kosten aus den Beiträgen der etwa 300 Vereinsmitglieder – 32 Euro im Jahr –, aus Spenden und aus den Beiträgen der insgesamt acht Partner-Kommunen.

Die Stadt Nienburg, die Samtgemeinden Heemsen, Marklohe, Mittelweser, Steimbke und Uchte sowie die Flecken Liebenau und Steyerberg zahlen – ähnlich wie bei Musik- oder Volkshochschule – pro Einwohner einen festen Betrag an den Verein. Hinzu kommen die Fundtier-Pauschalen. 200 Euro für ein weibliches, 250 Euro für ein männliches Tier.

Die Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Grafschaft Hoya wurde vor kurzem im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst, mit der zehnten Kommune im Kreis, der Stadt Rehburg-Loccum, besteht kein Vertrag. Die Zuständigkeit für die Samtgemeinde Mittelweser und den Flecken Liebenau teilt sich das Tierheim Drakenburg mit dem Tierheim Schessinghausen.

Die Immobilie „Auf der Heide 1“ befindet sich mittlerweile im Besitz des Vereins. Geöffnet ist das Tierheim montags bis sonnabends von 12 bis 16 Uhr sowie sonntags von 14 bis 16 Uhr. Zu erreichen ist es unter Telefon 0 50 24/84 33.

Gearbeitet wird seit geraumer Zeit am finanziellen Limit. Spätestens, wenn Schäden an den Fahrzeugen oder Gebäuden auftreten oder Tiere ernsthaft erkrankt sind, ist guter Rat mehr als teuer.

„Glücklicherweise haben wir noch ein, zwei Sponsoren, die uns wohlgesonnen sind. Die Zeit, in der der Tierschutz ganz hoch angesiedelt war, scheint jedoch vorbei zu sein“, so Walter Füllgrabe. Hinzu kommt, dass für jedes Tier, das der Verein aufnimmt, zunächst enorme Tierarztkosten anfallen. Für die Kastration, fürs Chippen, fürs Entwurmen und fürs Entflöhen.

Das Team um Silvana Romann und Walter Füllgrabe arbeitet mit mehreren Tierärzten aus Stadt und Kreis und mit einer Tierklinik in Bramsche zusammen. Einen finanziellen Spielraum gibt es kaum. Die Veterinärmediziner riskieren empfindliche Strafen, wenn sie sich nicht an die Gebührenordnung halten.

„Wenn dann auch noch ein Tier ernsthaft erkrankt, sind wir auf die Unterstützung der Zeitung angewiesen“, so Füllgrabe. Wie zuletzt im Fall des kleinen Hundes, der Dank einer aufwendigen Operation noch ein schönes Leben hatte. „Mit dem Geld aus dem Spendenaufruf in Ihrer Zeitung konnten glücklicherweise alle Arztkosten gedeckt werden“, erinnert sich Walter Füllgrabe noch gut.

Ein Tier nur einzuschläfern, weil seine Behandlung Kosten verursachen könnte, verbietet sich für Tierschützer wie Tierärzte von selbst.

Im Tierheim Drakenburg würde man sich sehr über zusätzliche Unterstützung freuen. Von Tierfreunden, die mit Tatkraft und Zeit zur Seite stehen möchten ebenso, wie von denen, die dem Verein eine Geldspende zukommen lassen wollen.