13.04.2014

Tipps rund um den Führerschein

Nienburgs Fahrlehrer-Vorsitzender Werfelmann beantwortet die häufigsten Fragen

Nienburg. Aus aktuellem Anlass hat Udo Werfelmann, Kreisvorsitzender des niedersächsischen Fahrlehrerverbandes, eine Pressemitteilung verfasst, mit der er sich an alle Führerscheinanwärter und deren Eltern wendet. Darin heißt es: Regelmäßig erreichen mich Anfragen von Eltern oder Jugendlichen, die sich mit dem Gedanken beschäftigen, meine Tochter/Sohn, ich, will den Führerschein machen. Was ist zu tun? Die ersten Fragen sind dann meistens:

• Was kostet eigentlich eine Führerscheinausbildung?

• Wann und wo sollte ich mich anmelden?

• Wie lange dauert die Ausbildung von Anfang bis Ende?

Auf diese Fragen zu antworten, fällt mir nicht ganz leicht, und das möchte ich hier erklären: Eine Führerscheinausbildung ist immer eine individuelle Angelegenheit. Die Kosten von Anfang bis Ende zu benennen ist unmöglich. Fahrschulen können und dürfen keine Festpreisangebote unterbreiten. Das einzige, was wir verbindlich benennen können, sind feststehende Einzelpreise; z.B. den Grundbetrag für die theoretischen Unterrichte (14 Einheiten á 90 Minuten für die Klasse B), die Vorbereitungsstunden, die gesetzlich vorgeschriebenen Sonderfahrten, die Vorstellungsgebühren zur theoretischen und oder praktischen Prüfung und natürlich die Gebühren die zurzeit vom Staßenverkehrsamt und von der prüfenden Organisation TÜV erhoben werden. Auch Berechnungen wie z.B. „Wir gehen mal von zehn Vorbereitungsstunden plus Sonderfahrten und TÜV-Prüfgebühren aus“, entbehren jeglicher Grundlage und sind nicht seriös.

Der Kostenfaktor „Vorbereitungsstunden“ lässt sich keinesfalls in der Gesamtsumme benennen. Was sind eigentlich „Vorbereitungsstunden“?

Der Fahrschüler muss das sichere Führen eines Kraftfahrzeuges erlernen und auf seine praktische Prüfung (45 Minuten für die Klasse B ) vorbereitet werden. Das ist bei jedem Schüler eine individuelle Angelegenheit.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Sonderfahrten (225 Minuten Überlandfahrt, 180 Minuten Autobahnfahrt und 135 Minuten Beleuchtungsfahrt) werden kurz vor Ende der Ausbildung absolviert; dann kommt die Vorbereitung auf die Prüfungsfahrt. Dabei ist folgendes zu bedenken: Die Qualität der Ausbildung hat maßgeblichen Einfluss auf das spätere Verhalten der jungen Fahranfänger. Ein pflicht- und verantwortungsbewusster Fahrlehrer weiß das und wird seine Fahrschüler diesbezüglich ausbilden und garantiert keine unnötigen und überflüssigen Fahrstunden erteilen.

Nach diesem Satz kann ich dann die zweite Frage beantworten.

Anmelden können Sie sich jederzeit in einer Fahrschule. Ein halbes Jahr vor Erreichen des Mindestalters für die jeweilige Führerscheinklasse, die sie erwerben wollen, ist ein Beginn der Ausbildung möglich. Sie sollten dabei aber folgendes bedenken:

Suchen sie sich eine Fahrschule in ihrer Nähe, fragen Sie Freunde oder Bekannte nach Erfahrungen während deren Fahrschulzeit.

Suchen Sie sich eine Ausbildungsstätte, die eine Verbandsfahrschule des niedersächsischen Fahrlehrerverbandes ist.

Achten Sie nicht nur auf die preisliche Gestaltung, denn eines sollte klar sein, wenn eine Fahrlehrer pflichtbewusst und verantwortungsvoll arbeitet, seinen Kunden modernste Lehrmaterialien und Fahrzeuge zur Verfügung stellt, sich regelmäßig selbst fort-und weiterbildet, dann muss er auch Geld verdienen, um freundlich und fachgerecht auszubilden.

Zur dritten Frage ist zu sagen:

Kalkulieren Sie zwei bis drei Monate für den Erwerb des Führerscheines ein. In der heutigen Zeit ist nicht immer Platz für die Fahrschule. Berufliche Ausbildung und schulische Interessen stehen zunächst im Vordergrund, dann erst kommt die Fahrschule. Ob ein „Turboführerschein“ in zwei oder drei Wochen einer konventionellen Ausbildung vorzuziehen ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Bedenken sollten Sie bei dieser Frage aber bitte folgendes: Der Führerschein ist eine Investition fürs Leben.

Übrigens. Die Zeiten, dass das Bestehen einer Führerscheinprüfung von der Laune des Prüfers und dem „Nasenfaktor“ abhängt, sind längst vorbei.

Die Mitarbeiter des technischen Überwachungsvereins (TÜV), die Sie prüfen, sind psychologisch gut geschult und wissen, dass jeder, der eine Prüfung ablegen muss, nervös ist. DH

Zum Artikel

Erstellt:
13. April 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.