Bei Kroge fiel im März ein Schuss – mit tödlicher Folge. Foto: Schwake

Bei Kroge fiel im März ein Schuss – mit tödlicher Folge. Foto: Schwake

Nienburg 24.09.2020 Von Wiebke Bruns

Todesschütze muss vor Gericht

Dem 65-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen

Ein Jäger aus Nienburg wird sich wegen des tödlichen Schusses auf einen 43-Jährigen im März vor dem Amtsgericht Nienburg verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft Verden hat Anklage wegen fahrlässiger Tötung beim dortigen Schöffengericht erhoben.

„Dem 63-Jährigen wird vorgeworfen, am 22. März 2020 um kurz nach 19 Uhr fahrlässig einen Menschen getötet zu haben“, sagte auf Nachfrage Martin Schanz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden. Beide Männer seien an dem Abend unabhängig voneinander im selben Revier in Oyle-Kroge (Gemeinde Marklohe) auf der Jagd gewesen und beide sollen dazu berechtigt gewesen sein.

Aus etwa hundert Metern Entfernung soll der 63-Jährige den tödlichen Schuss abgegeben und dabei den 43-Jährigen mit einer Nutria verwechselt haben. Das Opfer sei auf der Pirsch gewesen und soll sich in der der Nähe eines Nutria-Baus befunden haben. Dabei habe sich der 43-Jährige „in Tarnkleidung am Boden fortbewegt“, erklärte der Presseprecher. Am Oberkörper habe ihn die Kugel aus einer „Bockbüchsflinte“ getroffen. Der Mann sei sofort tot gewesen.

Der Strafrahmen reicht bei einer fahrlässigen Tötung von Geldstrafe bis zu fünf Jahren Haft. Das Schöffengericht des Amtsgerichts ist zuständig, wenn die Straferwartung der Staatsanwaltschaft zwischen zwei und vier Jahren liegt.

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Erstellt:
24. September 2020, 17:03 Uhr
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