20.10.2013

Töpfer aus Lima in der Klosterstube

Loccumer knüpfen direkte Handelsbeziehung zu Handwerkergenossenschaft in Peru

Loccum. Manfred Winkler von der Firma „Globo“ in Riepen, einem Lieferanten des Eine-Welt-Ladens im Loccumer Klostertor, fragte an: Er habe gerade Besuch aus Peru, den Vertreter einer Handwerkergenossenschaft, ob er mit ihm das Team der Klosterstube besuchen könne? „Aber gern“, so die spontane Zusage. Denn Direktkontakte mit Projektpartnern sucht das Team geradezu, und den fairen Handel will es allemal fördern. „Nur müssen wir ins Gemeindehaus ausweichen, weil wir im eigenen Laden keinen Platz für Begegnungen haben, solange die Klosterpforte noch einquartiert ist“, so Michael Flämig, unter anderem zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Klosterstube. So trafen sich zwölf ehrenamtlich Mitarbeitende mit dem Repräsentanten der Organisation APTECPERU, Agapito Marcapina Sulca, im Gemeindehaus.

Dieser stellte auf Spanisch – übersetzt von Manfred Winkler – die Vertriebsorganisation APTEC (Artisanos Productores Tawantosyo Tecnologia y Ecologia) vor. Es war ein langer, leidvoller Weg für die beteiligten 46 Familien: Von der Flucht vor dem Terror des „Leuchtenden Pfades“ aus dem Hochland in die Großstadt Lima, über die Preisdrückerei durch Zwischenhändler bis zu Selbstorganisation und –vermarktung mittels der genannten APTEC.

Nun sind die 46 Familienwerkstätten, das verdeutlichte Agapito Marcapina Sulca, an einer längerfristigen Einkommenssicherung durch Produktverbesserung, Erweiterung der Produktpalette und Erschließung neuer Absatzmärkte interessiert. Deshalb besucht ihr Vertreter, der selbst Töpfer ist, derzeit landauf landab Eine-Welt-Läden wie den in Loccum und knüpft Beziehungen.

Der Kontakt zwischen APTEC und Manfred Winkler besteht seit 2009. Deshalb hat die Klosterstube bereits etliche Produkte von dort im Sortiment – wie Hinterglasmalerei, Krippen aus Keramik, Figuren und Schmuck.

„Was Wunder, wenn bald mehr Produkte aus den Keramik-, Hinterglasmaler-, Schmuck- und Textilwerkstätten von APTEC in Loccum feilgeboten werden? Im Katalog der Firma Globo sind die Artikel abgebildet und das Projekt APTECPERU beschrieben“, so Michael Flämig.

Durch die Direktbegegnung mit einem führenden Mitglied habe dieses Projekt für die Mitarbeitenden der Klosterstube ein Gesicht bekommen. Deshalb seien Treffen dieser Art sehr willkommen.

„Und natürlich freut es sie, am konkreten Beispiel zu erfahren, dass durch fairen Handel Entwicklung wirklich vorankommt, die Lebensbedingungen der Kleinproduzenten sich deutlich verbessern. Durch den Weiterverkauf von deren Artikeln zu gerechten Preisen hilft die Klosterstube Loccum stetiger als durch Spenden“, betont der Klosterstuben-Sprecher. DH

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Erstellt:
20. Oktober 2013, 00:00 Uhr
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