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Lammert ermutigt zum Engagement gegen Rechts

Berlin (dpa) - Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat zum Holocaust-Gedenktag Bürger gewürdigt, die sich gegen Rechtsextremismus und Neonazi-Umtriebe engagieren.

«Es sind Menschen, die ein Beispiel geben und Mut machen», sagte er in der Gedenkstunde im Bundestag zum 67. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.
Lammert erinnerte an die im vergangenen Herbst aufgedeckte Neonazi-Mordserie. Diese Gewalt und dieser Hass seien nicht zu akzeptieren, sagte er. Der Parlamentspräsident wies auch darauf hin, dass nach aktuellen Untersuchungen 20 Prozent der Bundesbürger latent antisemitisch eingestellt seien. «Das sind in Deutschland genau 20 Prozent zu viel», sagte er.
Lammert begrüßte den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der in seiner Rede aus persönlicher Erinnerung die Verfolgung der Juden und den von den Nazis organisierten Völkermord schilderte. Der 91-Jährige wuchs in einer jüdischen Familie auf und überlebte die Gefangenschaft im Warschauer Ghetto.
An der Gedenkveranstaltung nahmen auch Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) und der Präsident des Verfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, teil.
Am Holocaust-Gedenktag wird weltweit der Opfer der Judenverfolgung durch die Nazis gedacht. Am 27. Januar 1945 waren die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit worden. Auschwitz steht symbolhaft für den Völkermord und die Millionen Menschen, die vom Nazi-Regime verfolgt und umgebracht wurden. Seit 1996 erinnert auch der Bundestag jährlich in einer Gedenkstunde an die Befreiung des Vernichtungslagers.

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