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Rubriken: Top-Themen und Boulevard

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Zürich

Der Schauspieler Bruno Ganz ist tot

Bruno Ganz ist tot. Foto: Juan Herrero
Bruno Ganz ist tot. Foto: Juan Herrero

Die Theater- und Filmwelt trauert um Bruno Ganz. Der Schweizer, einer der bedeutendsten Film- und Theaterschauspieler im deutschsprachigen Raum, starb im Alter von 77 Jahren am Samstag in seiner Heimatstadt Zürich.

Ganz sei in den frühen Morgenstunden im Kreise seiner engsten Familie seiner Krebserkrankung erlegen, teilte seine Agentin Patricia Baumbauer mit.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Ganz als «einen großartigen Menschen und Schauspieler von Weltrang». «Nicht, was gesagt, gezeigt oder gespielt wird, ist entscheidend, sondern wie es gesagt, gezeigt oder gespielt wird. Bruno Ganz besaß diesen magischen Schlüssel, der große Kunst erschließt», hieß es in einem Kondolenzschreiben Steinmeiers. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bezeichnete Ganz als «eine Ikone des deutschsprachigen Theaters und einen herausragenden Könner auch der internationalen Schauspielkunst».
Ganz war Träger des Iffland-Rings als bedeutendster und würdigster Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters. Nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Film war er einer der Großen seines Fachs. Von der Kritik in höchsten Tönen gelobt und nach seinen eigenen Worten ein Einschnitt in seinem künstlerischen Wirken war seine Verkörperung des Diktators Adolf Hitler in «Der Untergang» (2004). 2017 spielte Ganz in «Der Trafikant» den Psychoanalytiker Sigmund Freud.
Der kürzlich neugewählte Präsident der Deutschen Filmakademie, Ulrich Matthes, zeigte sich «bestürzt und sehr traurig über den Tod meines großen, wenn nicht größten Kollegen». Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele, sagte: «Sein Tod hinterlässt eine große Leere. Seine einzigartige Kunst, seine Stimme und sein unvergleichliches Lächeln werden mir, werden uns unendlich fehlen.» In Salzburg spielte Ganz unter anderem in der Uraufführung von Peter Handkes «Prometheus, gefesselt» (1986).
Als Sohn eines Schweizer Fabrikarbeiters und einer italienischen Mutter wuchs Bruno Ganz in Zürich auf. Schon als Schüler entdeckte er die Bühne für sich. Er verließ kurz vor dem Abitur das Gymnasium. Es folgten Abendkurse am Zürcher Bühnenstudio und erste Engagements in Göttingen und Bremen. In Bremen traf er mit Peter Stein einen Regisseur, mit dem er lange zusammenarbeitete.
Die von Stein geleitete Berliner Schaubühne wurde in den 1970er Jahren zum Dreh- und Angelpunkt des europäischen Theaterlebens. Dort spielte Ganz unter anderem die Titelrolle in Ibsens «Peer Gynt» und in «Kleists Traum vom Prinzen Homburg». «Wir trauern um den großen Bruno Ganz», twitterte die Schaubühne am Samstag. In Peter Steins monumentalem 21-stündigen «Faust»-Projekt (2000/2001) verkörperte Ganz den Faust.
Mitte der 70er Jahre wurde auch der Film zu seinem Metier. Zu den ersten Streifen zählten die Literaturverfilmung «Die Marquise von O.» (1976), in der Ganz den Grafen spielte, und Peter Steins Verfilmung der «Sommergäste». Später folgten Werner Herzogs «Nosferatu» (1978) und Volker Schlöndorffs «Die Fälschung» (1981). Zu seinen Freunden zählte Ganz den deutschen Regisseur Wim Wenders, unter dessen Regie er 1977 die Hauptrolle in «Der amerikanische Freund» spielte und mit dem er 1987 «Der Himmel über Berlin» drehte. In dem Film «In Zeiten des abnehmenden Lichts» (2017) mimte Ganz einen DDR-Funktionär kurz vor dem Mauerfall.
Für den Fernsehfilm «Gegen Ende der Nacht» über Schicksale und Schuld unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er 1999 als einer der Darsteller den Adolf-Grimme-Preis. Unvergessen ist sein Auftritt als trauriger Kellner in der vielfach ausgezeichneten italienischen Komödie «Brot und Tulpen». Das höchste Staatsamt seiner Heimat hatte Ganz auch inne - zumindest im Film. In «Der große Kater» spielte er 2010 den Bundespräsidenten der Schweiz, der durch eine Intrige aus dem Amt gedrängt werden soll.
Im Sommer 2018 sollte Ganz bei den Salzburger Festspielen den Erzähler in der Mozart-Oper «Die Zauberflöte» spielen. Dazu kam es nicht mehr. Die Proben musste er auf dringenden ärztlichen Rat abbrechen.

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