Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Nienburg 04.02.2017 Von Edda Hagebölling

Total erschöpft

„Viele Frauen sind total erschöpft. Sie kommen im Grunde viel zu spät.“ Nach nur einem Monat im Dienst kann Namett Krüger, neue Kurenberaterin des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Nienburg, bereits bestätigen, was Vorgängerin Hannelore Zachlod ebenfalls längst festgestellt hatte. Total erschöpft? Was hätten Frauen meiner Generation darum gegeben, wenn die Kinder damals in der Schule wenigstens noch hätten essen können, bevor sie nach Hause kamen. Alles andere bekam man irgendwie hin. Nur das mit dem Vorkochen klappte irgendwie nie.

Die verlässliche Grundschule wurde gerade erst eingeführt. Die Kita war von 9 bis 12 geöffnet.

Und heute? Krippen, Kitas mit Mittagessen, Ganztagsschulen. Und trotzdem sind die Frauen so erschöpft.

90 Prozent der Kuranträge, mit denen das Diakonische Werk zu tun hat, haben die Indikation: seelischer Burnout. Und die Kurenberaterin weiß längst: Ist die Mutter krank, leidet auch das Kind. Und andersrum.

Wollen Frauen heute zu perfekt sein? Setzen Sie sich zu sehr unter Druck? Als Mutter, als Partnerin, als Mitarbeiterin und als Arbeitskollegin?

Eine kleine Hilfe könnten die – kostenlosen – Angebote sein, mit denen sich die Koordinierungsstelle frau+wirtschaft auch in diesem Jahr an interessierte Frauen aus Stadt und Kreis wendet.

„Gut“ ist besser als „Perfekt“, heißt einer der Workshops. „Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich?“ ein anderer.

In diesem Zusammenhang muss ich noch mal kurz die Frage in Erinnerung rufen, die Heemsens Pastor Dietmar Hallwaß in seinem Heiligabend-Gottesdienst aufgeworfen hatte: Ist das Weihnachtsfest nur gelungen, wenn alles nach Plan läuft? Oder kann auch ein chaotisches Weihnachten ein gutes Weihnachten sein?

Wenn Sie in diesem Moment denken: Was redet die denn jetzt noch von Weihnachten?, haben Sie natürlich recht.

Auch bei mir steht längst ein Strauß leuchtendgelber Tulpen im Wohnzimmer. In der vagen Hoffnung, dass sich der Frühling etwas früher einstellt.

Dass es in der kommenden Woche wieder deutlich kälter werden soll, ignorieren wir am besten.

Obwohl: Ein Neujahrstreffen mit Glühwein, heißer Schokolade, Heizpilz und Feuertonne kann auch an einem 3. Februar noch Spaß machen :-)

Allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sonntag.

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Erstellt:
4. Februar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 05sec

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