LeBron James (M,l) und Quinn Cook (M,r) von den Los Angeles Lakers schlagen bei einem Video-Beitrag über Kobe Bryant die Hände vors Gesicht. Foto: Kelvin Kuo/AP/dpa

LeBron James (M,l) und Quinn Cook (M,r) von den Los Angeles Lakers schlagen bei einem Video-Beitrag über Kobe Bryant die Hände vors Gesicht. Foto: Kelvin Kuo/AP/dpa

Los Angeles 01.02.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

„Unsere Herzen sind gebrochen“: Lakers weinen um Kobe Bryant

LeBron James kämpfte mit seinen Tränen. An einem bewegenden Tributabend der Los Angeles Lakers für Basketball-Ikone Kobe Bryant verlas der Superstar die Namen der neun Toten des Hubschrauber-Absturzes fünf Tage zuvor.

Dann warf sein Rede-Manuskript kurzerhand auf den Boden und sprach „direkt aus seinem Herzen“. „Wenn ich mich in dieser Arena umschaue, sind wir alle am trauern“, sagte James mit brüchiger Stimme. „Wir sind alle verletzt. Unsere Herzen sind gebrochen. Aber wenn du so etwas durchmachst, ist das Beste, was du machen kannst, dich bei deiner Familie anzulehnen.“ Das erste Spiel der Lakers seit dem Unfall-Tod ihrer Legende wurde zum großen emotionalen Gedenken an den 41 Jahre alten ehemaligen NBA-Superstar Bryant und dessen Tochter Gianna. Als Boyz II Men die amerikanische Nationalhymne a cappella sangen und die beiden Trikotnummern 8 und 24, die Bryant früher getragen hatte, in Blumen-Form in der Spielfeldmitte standen, weinten James und seine Teamkollegen in tiefer Trauer. Die Lakers-Profis liefen sich in Jerseys mit diesen beiden Nummern warm, wurden bei der Teampräsentation jeweils als „Kobe Bryant“ und nicht mit ihrem wahren Namen vorgestellt. Immer wieder wurden auch während der Partie lautstarke „Kobe“-Rufe von den ebenfalls bewegten Fans angestimmt. Am 26. Januar waren Bryant, seine Tochter Gianna und sieben weitere Menschen bei einem Hubschrauberabsturz in Südkalifornien ums Leben gekommen. Die 119:127-Niederlage der Lakers, mit denen Bryant fünf Meistertitel geholt hatte, trat im Staples Center in Los Angeles gegen die Portland Trail Blazers in den Hintergrund. Usher stimmte das Gedenken vor dem Spiel mit dem Gospellied „Amazing Grace“ an. „Es fühlte sich wie ein Moment der Heilung an“, sagte der R&B-Sänger bei ESPN. „Ich wollte für etwas Licht in der Dunkelheit sorgen.“ Für 24,2 Sekunden wurde es nach der US-Hymne still in der Halle. Schweigen als Ausdruck der Trauer um Bryant und dessen 13 Jahre alter Tochter, die als Nachwuchsspielerin die Nummer 2 getragen hatte. In einem Videotribut ließen die Lakers Bryant auch noch mal zu Wort kommen. In dem Zusammenschnitt aus früheren Interviews, Spielszenen und Höhepunkten seiner Karriere sprach der Superstar über seine Liebe zu dem Sport und zu seiner Familie. Kobe sei wie ein Bruder für ihn gewesen, sagte James anschließend. Sie hätten beide darum gekämpft, zu gewinnen und großartig zu sein. Alle würden um den Sportler trauern, aber dieser Abend solle eine Feier für Kobe sein. James sei elementarer Bestandteil der emotionalen Verarbeitung des Tods von Bryant bei den Lakers gewesen, berichtete Coach Frank Vogel. „Er war wirklich ein Turm an Stärke für uns alle.“ „Mit den Worten von Kobe Bryant: 'Mamba Out'. Aber in unseren Worten: 'Nicht vergessen'. Lebe weiter, Bruder“, sagte James zum Schluss seiner Ansprache. Er erinnerte damit an das Karriereende von Bryant - Spitzname „Black Mamba“ - in der NBA. Nach seinem letzten Spiel in der Profiliga hatte er sich mit dem Spruch „Mamba Out“ verabschiedet. In der Halbzeit gegen Portland trugen Rapper Wiz Khalifa und Sänger Charlie Puth ihren Hit „See You Again“ in dem ausverkauften Staples Center vor - nur zwei Plätze blieben leer, absichtlich. Geschmückt mit roten Rosen und Trikots mit den Nummern 24 und 2. Dort hatten Bryant und seine Tochter bei ihrem letzten Besuch Ende Dezember gesessen, wie US-Medien berichteten. Witwe Vanessa Bryant stellte ein Foto von den geschmückten Plätzen in der Nacht zum Samstag auf Instagram. Dazu schrieb die vierfache Mutter: „Es gibt keine #24 ohne #2“, versehen mit Herz-Emojis und mehreren Hashtags, darunter #OurAngels.LA Lakers auf Twitter Vanessa Bryant auf Twitter

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Erstellt:
1. Februar 2020, 13:28 Uhr
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