29.09.2013

Transparent und ergebnisoffen

Lochfraß: Wasserverband und Landkreis erstellen Fahrplan zur Korrosionsproblematik

Nienburg. Im Bereich Holtorf soll es gehäuft zu Lochkorrosion in den Kupferrohren der Hausinstallationen gekommen sein. Betroffene wandten sich an den Wasserverband An der Führse als Versorger des Gebiets. Der hatte den Installateurausschuss des Landkreises im Sommer gebeten, Aufklärungsarbeit zu leisten. Eine entsprechende Info-Veranstaltung zeigte zwar eine Vielzahl von möglichen Ursachen für Lochfraß auf; der Wasserverband wollte die Thematik aber grundlegend geklärt wissen und gewann den Landkreis Nienburg als neutralen Begleiter des weiteren Verfahrens. Dessen Ablauf steht nun fest. Seitens des Landkreises wird Manuel Wehr, Fachbereichsleiter Umwelt, das Verfahren als neutraler Beobachter begleiten. August Lustfeld, Geschäftsführer des Kreisverbandes für Wasserwirtschaft, schätzt Wehr – der neben seiner Position beim Kreis auch als Bauingenieur für Wasserwirtschaft Fachwissen einbringt – als kompetent und anerkannt fair. Manuel Wehr selbst sieht sich nicht als Schiedsrichter, sondern eher als „Eideshelfer“; er werde ein Auge auf ein ordnungsgemäßes, ausgewogenes Verfahren haben, es sachlich und fachlich beurteilen.

Folgende Schritte sind geplant: Mit dem Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe und dem Leuphana-Institut für Umweltkommunikation in Lüneburg habe man, so Joachim Oltmann, Abteilungsleiter Wasserversorgung beim Kreisverband für Wasserwirtschaft, „zwei wissenschaftlich anerkannte Instanzen“ dafür gewonnen, das Verfahren zu begleiten. In Abstimmung mit allen zwölf im Landkreis Nienburg aktiven Wasserversorgern werden die Statistiker aus Lüneburg eine 3000 Haushalte umfassende, repräsentative Umfrage entwickeln. Die soll vor allem die Lochfraßsituation und -häufigkeit im Landkreis klären. Grundsätzlich vertraulich und anonym, kann sich ein Kunde, so er betroffen ist, zu einer umfassenden Ursachenforschung bereiterklären.

Vor dem Start der kreisweit ausgelegten Umfrage werden betroffene Bürgerinnen und Bürger, die bereits bekannt sind, am 10. Oktober zu einer Info-Veranstaltung mit eingeladen. Liegen die Ergebnisse der Befragung vor – Zeitziel ist das kommende Frühjahr -, wird das TZW aktiv, Korrosionsschäden untersuchen und bewerten. Joachim Oltmann: „Mit dem TZW wurde ein profiliertes Fachinstitut gewonnen, das insbesondere chemisch-physikalische und technische Aspekte des Zusammenwirkens von Werkstoffen und Wasser analysieren und beurteilen kann.“ Eine Einschätzung, die Manuel Wehr von der Kreisverwaltung „voll unterstreicht“ und um einen wichtigen Punkt ergänzt: „Das TZW hat kein Interesse an einem bestimmten Ergebnis. Es arbeitet neutral; Maßstab ist allein das korrekte Resultat.“ DH

Zum Artikel

Erstellt:
29. September 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.